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Donald Trump: Golf-Krise – Die Iraner haben den US-Präsidenten geknackt


Wie sich Trump in eine Sackgasse manövrierte

Eine Kolumne von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 20.09.2019Lesedauer: 3 Min.
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Donald Trump: Seine Drohkulisse reißt er selbst wieder ein (Quelle: Al Drago/Reuters-bilder)
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Donald Trumps Optionen in der Krise am Golf schrumpfen. Es gibt Druck zu einem Gegenschlag gegen den Iran – der die Strategie des Präsidenten längst geknackt hat.

Guten Tag aus Washington!

Die Kolumne meldet sich aus der Sommerpause zurück. Ehrlich gesagt: Es tat gut, ein paar Wochen nicht der großen Trump-Show folgen zu müssen.

Aber jetzt kann ich mich mit Ihnen in die neue Staffel stürzen.

Die dreht sich gerade um den Iran und die grobe Handlung, die sich hinter dem Stakkato an Schlagzeilen, Drohungen und Beschwichtigungen verbirgt, geht so: Ein Traum des Hauptdarstellers zerplatzt vor unseren Augen.

Trump hatte sich den September so erträumt: erst ein historischer Friedensschluss mit den Taliban in Camp David, wo einst Jimmy Carter nobelpreisträchtig Israelis und Ägypter zusammenbrachte. Dann ein gewaltiges Treffen mit Irans Präsident Hassan Ruhani in New York, das in der kommenden Woche die Uno-Vollversammlung und Klimagipfel in den Schatten stellt.

Stattdessen wird sich der Präsident am heutigen Freitag im Weißen Haus bei einem Staatsempfang für Australiens Premier zwischen Truppenabnahme und Staatsdinner mit Seezunge und Calvados-Eiscreme vom Pentagon militärische Optionen gegen den Iran präsentieren lassen.

Es gibt Druck nach den Angriffen auf die saudischen Öl-Anlagen doch noch einen Vergeltungsschlag gegen die verdächtigten Iraner durchzuführen.

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Soweit sollte es eigentlich nicht kommen.

Denn eine der ganz großen Konstanten in Trumps Politik ist trotz aller martialischen Rhetorik eine Scheu vor militärischen Abenteuern.

Trump will keinen Krieg und daheim die Särge gefallener US-Soldaten in Empfang nehmen. Trump will kein militärisches Abenteuer in Nahost, das die heimische, nervöser werdende Konjunktur zur Belastung im Wahlkampf werden lässt. Trump will mit seinen Drohungen, mit seiner Kaskade an immer neuen Sanktionen (die Beamten im zuständigen Finanzministerium ächzen schon unter der Suche nach immer neuen Zielen im Iran) die Gegner letztlich an den Verhandlungstisch pressen und sich dann als großen Dealmaker inszenieren können.

Kurz gesagt: Er will doch nur dealen.

Doch das ist für Freund und Feind mittlerweile so klar zu entziffern, dass Trump damit nicht weit kommt. In Sachen Iran hat er sich regelrecht in eine Zwickmühle manövriert. Abseits der markigen Sprüche bietet Trump Teheran ein klares Bild.

Abschuss einer amerikanischen 130-Millionen-Dollar-Drohne? Trump bläst einen Vergeltungsschlag in letzter Minute ab. Iran-Falke John Bolton drängt auf Härte? Der Sicherheitsberater muss gehen. Attacken auf mehrere Ölschiffe in der Straße von Hormuz? Trump sagt: Ist doch nicht unsere Aufgabe, die Passage zu sichern.

Trump zündelt, Trump löscht, Trump zaudert.

Die Gegner feixen, die Freunde verzweifeln.

In der "Post aus Washington" berichtet unser Korrespondent Fabian Reinbold von der Arbeit im Weißen Haus und seinen Eindrücken aus den USA unter Donald Trump. Gefällt Ihnen die Kolumne? Sie können sie hier als kostenlosen Newsletter abonnieren, der noch weitere Einblicke und Einschätzungen aus Washington enthält und einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Es gibt eine Sicht auf Trump, die weit verbreitet ist, aber die ich für grundfalsch halte: Trump habe Erfolg, weil er so unberechenbar agierte, gerade in der Außenpolitik. Das Gegenteil ist richtig: Trump ist in der Sicherheitspolitik zu leicht berechenbar – und deshalb so unerfolgreich.

Jetzt sind Trumps Optionen zusammengeschrumpft. Die Iraner nehmen ihn nicht ernst, die Verbündeten in Europa vertrauen den Aussagen und Vorstellungen der Amerikaner in Sachen Iran keinen Zentimeter über den Weg.

Und worauf sollen sie sich auch verlassen können? Einen Tag gibt Trump die martialische Pose Gewehr bei Fuß aus ("locked and loaded"), um am Folgetag zu besänftigen, man wolle "einen Krieg verhindern." Synchron zu ihm dreht sein treuer Außenminister Mike Pompeo in Nahost seine Pirouetten: Mittwoch dröhnte er von einem "Akt des Krieges", Donnerstag betonte er das Ziel der "friedlichen Lösung".

Daheim gibt es Druck, doch noch einen Vergeltungsschlag durchzuführen. Selbst Trumps treuer Begleiter, der Senator Lindsey Graham bemerkte schon öffentlich: "Was wir tun, funktioniert offensichtlich nicht." Auch ist es möglich, dass die Konfrontation auch unabsichtlich entzündet.

Trump will die Eskalation nicht. Aber einen Ausweg aus seiner Zwickmühle muss er finden.

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