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Das Kalk├╝l hinter Trumps Pl├Ąnen

Eine Kolumne von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 27.03.2020Lesedauer: 4 Min.
Donald Trump im Wei├čen Haus: Wahlkampf statt Information.
Donald Trump im Wei├čen Haus: Wahlkampf statt Information. (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)
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Die USA sind jetzt Epizentrum der Corona-Pandemie ÔÇô und Donald Trump sorgt mit seinen Verharmlosungen f├╝r Entsetzen. Dahinter steckt ein Plan, der sogar aufgehen k├Ânnte.

Guten Tag aus Washington,

wo man vor der neuen Realit├Ąt immer schlechter die Augen verschlie├čen kann. Die USA haben bei der Zahl der bekannten Coronavirus-F├Ąlle nun sogar China ├╝berholt.

Wir sind jetzt trauriger Spitzenreiter, das neue Epizentrum der globalen Pandemie. New York City wird wohl das n├Ąchste Wuhan, das zweite Bergamo. W├Ąhrend ich diesen Satz in die Tastatur tippe, muss ich selbst ungl├Ąubig mit dem Kopf sch├╝tteln. Doch so wird es kommen:
New York wird der Ort sein, von dem uns die n├Ąchste Ladung an kaum fassbaren Bildern aus Krankenh├Ąusern erreichen wird.

Das ist die Realit├Ąt in den Vereinigten Staaten. Die eine.

Daneben gibt es noch eine andere. In der sieht man bereits "Licht am Ende Tunnels", dort w├╝rde jemand Schutzma├čnahmen am liebsten schon zum Osterfest aufheben, weil die Amerikaner schlichtweg nicht daf├╝r gemacht seien, zu Hause zu sitzen. So einfach ist das. Willkommen in der Welt von Donald Trump.

Der Pr├Ąsident redet die Pandemie auch im Moment der Eskalation klein, weil er die wirtschaftlichen Probleme klein halten will.


Wie kann er nur? Schlie├člich hat das, was der Pr├Ąsident in diesen Tagen von sich gibt, ganz wenig mit der tats├Ąchlichen Lage in New York, die Vorbote f├╝r andere Hotspots im Land sein d├╝rfte, oder mit der Einsch├Ątzung der eigenen Gesundheitsexperten zu tun.

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Und doch ist das alles ganz einfach: Trump k├Ąmpft um seine Zukunft. Er wei├č, dass seine Wiederwahl jetzt von der Bew├Ąltigung der Corona-Krise und ihrer Folgen abh├Ąngen wird. Nicht vom Impeachment, nicht von seiner Grenzpolitik, es gilt nur noch Corona.

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Das ist Trumps Grundgedanke bei den Einsch├Ątzungen, die er zur Coronavirus-Krise ├Ąu├čert, bei den Entscheidungen, die er trifft. Eine anhaltende Wirtschaftskrise w├╝rde ihm sein bestes Argument f├╝r die Wiederwahl verhageln. Deshalb schaut er st├Ąrker auf die Wirtschafts- statt auf die Gesundheitskrise und beurteilt alles danach, was es f├╝r seine Stellung bedeutet.

Das klingt Ihnen zu zynisch?

Warum sagte der Pr├Ąsident dann, er wolle keine Passagiere von Bord eines Kreuzfahrtschiffes mit Corona-Verd├Ąchtigen lassen, weil er "gl├╝cklich mit den aktuellen Fallzahlen" im Land sei?

Warum behauptete er vor einem Monat, die Fallzahlen seien bald wieder bei Null?

Warum log er am 6. M├Ąrz: "Jeder, der sich testen lassen will, kann das tun", w├Ąhrend die ganze Welt um den eklatanten Mangel an Tests wei├č?

Warum reagierte er am Freitag auf die Frage eines respektierten Kollegen vom Sender NBC, was seine Botschaft an jene Amerikaner sei, die Angst h├Ątten so: "Ich w├╝rde sagen, dass Sie ein furchtbarer Reporter sind!" Die Frage sei "gemein".

Nat├╝rlich: Die Sorgen um den wirtschaftlichen Absturz sind berechtigt und gro├č. Und doch zeigt Trumps Plan, Teile des Landes zum Entsetzen der Experten wieder zu ├Âffnen, nur, dass es noch zynischer geht.

Ich sehe es so: Trump glaubt nicht einmal daran, dass dies zu Ostern gelingt. Aber das ist auch egal. Es gen├╝gt ihm schon, wenn er als derjenige dasteht, der diese ├ľffnung gefordert hat, um Schaden von der Wirtschaft abzuwenden. Wenn dann die Gouverneure der betroffenen Staaten aufgrund der tats├Ąchlichen Lage die Ausgangssperren doch aufrechterhalten ÔÇô denn letztlich haben sie und nicht Trump die Kompetenz dazu ÔÇô stehen sie daf├╝r in der Verantwortung und nicht der Pr├Ąsident. Frei nach dem wahlkampftauglichen Motto: ICH wollte die Wirtschaft ja rettenÔÇŽ.

Genau deshalb sind Trumps t├Ągliche Corona-Krisen-Briefings im Wei├čen Haus in Wahrheit gar keine Corona-Krisen-Briefings, sondern Wahlkampf.

Interessieren Sie sich f├╝r US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt ├╝ber seine Arbeit im Wei├čen Haus und seine Eindr├╝cke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Sie sind Ersatz f├╝r seine hei├č geliebten, heftig vermissten Massenkundgebungen, die derzeit abgesagt sind. Bei seinem kurzen Auftritt am Mittwoch etwa teilte Trump vor allem gegen jene aus, die er als die wahren Gegner identifizierte: Die EU, die "Spielchen mit uns treibt", die Verb├╝ndeten, die einen ausnutzten, und nat├╝rlich die Medien, die nur eines verhindern wollten: Ja, genau, seine Wiederwahl. Ein Krisenbriefing? Nein, ganz sicher nicht.

Und wenn Sie es noch zynischer verkraften: Das Ganze k├Ânnte sogar funktionieren. Denn Trump nutzt diese B├╝hne, die er nun allabendlich bekommt, live von den Fernsehsendern zur prime time ├╝bertragen. Die B├╝rger schalten ein, die Scheinwerfer sind auf den Mann gerichtet, der den Krisenmananger zumindest spielt. Da winkt der altbekannte Effekt, dass sich Amerikaner in Krisenzeiten hinter ihrem Commander-in-chief versammeln.

Die Umfragen zeigen derweil, dass die Anh├Ąnger der Republikaner, die ├╝berproportional auf dem Land leben, weniger ├╝ber das Coronavirus besorgt sind als W├Ąhler der Demokraten. Sie verraten auch, dass Trumps Krisenmanagement bei einer knappen Mehrheit der B├╝rger gut ankommt. In diesem Sinne macht Trump das Beste aus der Krise: Vielleicht nicht f├╝r die Amerikaner, aber ganz sicher f├╝r sich selbst.

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