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Maskenpflicht im Fernverkehr: Wie vernünftig ist Lauterbachs Entscheidung?


Lauterbach blieb nur die Flucht nach vorn

  • Peter Schink
Ein Kommentar von Peter Schink

Aktualisiert am 13.01.2023Lesedauer: 2 Min.
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Karl Lauterbach (SPD): Der Gesundheitsminister hielt sehr lange an der Maskenpflicht fest. (Quelle: IMAGO/Frederic Kern)
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Die Maskenpflicht im Fernverkehr ist ausgesetzt. Eine Ära geht zu Ende. Karl Lauterbach tritt die Flucht nach vorne an.

Die Corona-Maske ist Geschichte, nach knapp drei Jahren. Jens Spahn hat sie durchsetzen müssen, Karl Lauterbach darf sie nun beerdigen. Mit der Maske verliert die Corona-Pandemie ihr weithin sichtbarstes Zeichen. Und zugleich die wohl am meisten verhasste Maßnahme, mit der sie bekämpft wurde.

Lauterbach zählte seit Anfang der Pandemie immer zum Team Vorsicht. Jetzt bildet er Sätze wie: "Wir müssen einfach mehr auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit setzen." Heißt übersetzt: Natürlich ist Corona nicht besiegt. Aber die Krankheit ist zum Teil unseres Alltags geworden.

Aus Lauterbachs Mund klingen solche Sätze immer noch so, als wäre die Aussetzung der Maskenpflicht eine Entscheidung zwischen Freiheit und Vernunft. So einfach ist es natürlich nicht.

In den sozialen Medien sind die Reaktionen auf Lauterbachs Entscheidung wieder einmal völlig polarisiert. So gespalten, als gäbe es keine gültige wissenschaftliche Perspektive mehr auf das Thema. Fakt bleibt: Corona ist eine gefährliche Krankheit, Post-Covid-Beschwerden beschäftigen nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa zehn Prozent aller Erkrankten (und 15 Prozent der Ungeimpften). Corona ist nicht weg, im Abwasser ist die Viruslast nach wie vor hoch.

Flucht nach vorne

Trotzdem ist die Maskenpflicht inzwischen weltweit Geschichte. Deutschland ist absoluter Nachzügler. In Europa sind wir die letzten mit Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Lauterbach hat lange mit seiner Entscheidung gezögert. Er hätte als Minister bald zurücktreten müssen, hätte er die Maskenpflicht nicht aufgehoben. Flucht nach vorne nennt man das.

Die Maske ist zum Spiegel unserer Emotionen geworden. Die einen beschimpfen den Staat für die Corona-Maßnahmen. Die anderen beschimpfen die Maskengegner als verantwortungslos und fürchten nach wie vor um ihre Gesundheit.

Die Krise hat viel ausgelöst. Viele Menschen haben viel verloren. Gesundheitlich, materiell, psychisch. Depressionen haben zugenommen, Lernprobleme bei Kindern auch. Für die Gesellschaft war die Pandemie Gift. Viele Menschen wünschten sich schlicht eine Rückkehr zum normalen Leben.

Lauterbachs Entscheidung war deshalb überfällig. Inzwischen hat er ganz andere Themen zu lösen: Krankenhausreform, Medikamentenmangel, Ärzte- und Pflegemangel. Der Gesundheitsexperte Lauterbach muss nun vor allem ein guter Gesundheitsmanager sein. Bislang hat er da wenig Kompetenz erkennen lassen. Die ersten Rücktrittsforderungen liegen schon auf dem Tisch.

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Verwendete Quellen
  • WDR: Rücktrittsforderungen der Kinderärzte
  • Twitter: Reaktionen zur Aufhebung der #Maskenpflicht
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RKI-Chef Wieler: Aufarbeitung der Pandemie "unbedingt" nötig
Jens SpahnKarl LauterbachMaskenpflichtSPD

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