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Zentralratschef Schuster: "Es ist nicht so, dass man sich als Jude verstecken muss"

Zentralratschef Schuster über Antisemitismus  

"Es ist nicht so, dass man sich als Jude verstecken muss"

09.11.2019, 10:09 Uhr

Zentralratschef Schuster: "Es ist nicht so, dass man sich als Jude verstecken muss". Josef Schuster: Der Zentralratschef der Juden mahnt beim Thema Antisemitismus zu einem kühlen Kopf. (Quelle: imago images/Oryk Haist)

Josef Schuster: Der Zentralratschef der Juden mahnt beim Thema Antisemitismus zu einem kühlen Kopf. (Quelle: Oryk Haist/imago images)

In Deutschland muss man sich als Jude nicht verstecken, sagt der Zentralratschef Schuster. Doch gerade in Metropolen nehmen antisemitische Vorfälle zu. Der 9. November sollte nicht nur an den Mauerfall erinnern. 

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat angesichts zunehmender antisemitischer Vorfälle dazu gemahnt, einen kühlen Kopf zu bewahren. "Es ist nicht so, dass man sich als Jude in Deutschland verstecken muss. Wir haben Brennpunkte, insbesondere in den Metropolen. Ich denke hier zum Beispiel an Berlin oder Dortmund, wo wir Schwerpunkte haben, die man mit Intensität bekämpfen muss", sagte er "Nordwest-Zeitung".

Zugleich betonte er aus Anlass des Gedenktages an die Pogromnacht vor 81 Jahren, die Geschehnisse des 9. November 1938 dürften nicht in Vergessenheit geraten. Die Pogromnacht habe jedem deutlich gemacht, in welche Richtung sich der Nationalsozialismus entwickelt. "Es ist gut, wenn es solche Art von festen Gedenktagen gibt, die uns dazu veranlassen, innezuhalten und zurückzublicken", sagte der 65-Jährige.

Antisemitismus wird immer "krasser"

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen in Brand und misshandelten, verschleppten und ermordeten jüdische Bürger.

Max Privorozki, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, fühlt sich einen Monat nach dem Anschlag auf seine Synagoge an die Pogromnacht vor 81 Jahren erinnert: "Ich sehe Parallelen zwischen dem 9. November 1938 und dem 9. Oktober 2019, dem Tag des Anschlags in Halle auf unsere Synagoge", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".
 

 
Privorozki, der während des Angriffs selbst im Gebetshaus war, sagte, man beobachte in seiner Gemeinde, "dass in Deutschland Antisemitismus mit großer Geschwindigkeit immer krasser wird". "Sich offen als Antisemit zu zeigen, ist nicht mehr peinlich", sagte Privorozki. "Wenn wir jetzt keine Maßnahmen ergreifen gegen Antisemitismus und Judenhass, weiß ich nicht, ob die jüdische Gemeinschaft in Deutschland überhaupt noch eine Zukunft hat", sagte Privorozki.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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