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Auch Selbstbehalt steigt - Neue "Düsseldorfer Tabelle": Mehr Geld für Trennungskinder

Auch Selbstbehalt steigt  

Neue "Düsseldorfer Tabelle": Mehr Geld für Trennungskinder

16.12.2019, 16:50 Uhr | dpa

Auch Selbstbehalt steigt - Neue "Düsseldorfer Tabelle": Mehr Geld für Trennungskinder. Die "Düsseldorfer Tabelle" dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. (Quelle: dpa/Henning Kaiser)

Die "Düsseldorfer Tabelle" dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Foto: Henning Kaiser/dpa. (Quelle: Henning Kaiser/dpa)

Düsseldorf (dpa) - Mehr Geld für Trennungskinder: Am 1. Januar tritt die neue "Düsseldorfer Tabelle" in Kraft. Sie sieht höhere Bedarfssätze vor allem für Minderjährige vor.

Allerdings steigt auch der Betrag, den Unterhaltspflichtige für sich selbst behalten dürfen, teilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Montag mit. Deswegen kommt es auf den Einzelfall an, ob wirklich mehr für die Kinder herausspringt.

"Viele Kinder werden trotz der höheren Sätze sogar weniger Geld bekommen", teilte das Gericht mit. Dies sei Folge der erhöhten Beträge, den die Eltern mit relativ wenig Einkommen für sich selbst behalten dürfen. Dadurch könne es passieren, dass das Jobcenter oder die Unterhaltsvorschusskasse einspringen muss, um das Existenzminimum der Kinder zu sichern.

Der Mindestunterhalt beträgt nach der neuen Tabelle ab dem 1. Januar für Kinder im Alter bis fünf Jahre 369 Euro statt bislang 354 - ein Plus von 15 Euro. Das gilt für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1900 Euro netto.

Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben in dieser Einkommensklasse Anspruch auf mindestens 424 Euro statt bislang 406 Euro - ein Plus von 18 Euro. In der dritten Altersgruppe bis zu Volljährigkeit sind es 497 Euro - ein Plus von 21 Euro.

Für volljährige Trennungskinder steigen die Sätze dagegen nur gering: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Die Sätze für volljährige Kinder waren schon 2018 und 2019 unverändert geblieben. Der Satz von Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro.

Erstmals seit 2015 ändert sich der sogenannte Selbstbehalt, der dem Unterhaltspflichtigen für seinen eigenen Bedarf zusteht. Der von nicht Erwerbstätigen steigt von 880 auf 960 Euro, der von Erwerbstätigen von 1080 auf 1160 Euro - ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro. Der Betrag kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind.

Der Selbstbehalt gegenüber Unterhaltsansprüchen von Eltern, etwa, wenn diese pflegebedürftig geworden sind und die Kosten ihre Rente übersteigen, steigt von bisher 1800 Euro auf 2000 Euro. Die Auswirkungen des Angehörigenentlastungsgesetzes seien dabei noch nicht berücksichtigt.

Die "Düsseldorfer Tabelle" dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Seit 1979 wird sie vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegeben. Sie wird bei Gesprächen des Deutschen Familiengerichtstages mit allen Oberlandesgerichten regelmäßig angepasst.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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