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Anwalt von mutmaßlichem LĂŒbcke-Mörder kritisiert NDR

Von t-online, nhr

Aktualisiert am 31.07.2020Lesedauer: 2 Min.
Stephan Ernst (r.) mit seinem Verteidiger Mustafa Kaplan vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt.
Stephan Ernst (r.) mit seinem Verteidiger Mustafa Kaplan vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt. (Quelle: Jan Huebner/imago-images-bilder)
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Videomitschnitte einer brisanten Vernehmungssituation mit dem mutmaßlichen LĂŒbcke-Mörder wurden in einem NDR-Format veröffentlicht – wĂ€hrend der Prozess lĂ€uft. FĂŒr den Anwalt des Angeklagten ist das ein Skandal.

Das NDR-Format "Strg_F" hat Videomitschnitte von Polizeivernehmungen mit dem mutmaßlichen LĂŒbcke-Mörder Stephan E. veröffentlicht – wĂ€hrend der Prozess um den Mord an dem Kasseler RegierungsprĂ€sidenten noch lĂ€uft. FĂŒr den Anwalt des Angeklagten, Mustafa Kaplan, ist das ein No-Go. Dem "Spiegel" sagte er: "Es ist irritierend und skandalös zugleich, wenn Aktenbestandteile eines bundesweit beachteten Strafverfahrens auf illegalem Wege Medien zugespielt werden und Medienvertreter bereit sind, Ausschnitte daraus ins Internet zu stellen."

Ob das Videomaterial Zeugen beeinflussen werde, könne er nicht einschĂ€tzen. "GrundsĂ€tzlich sollen Zeugen ja aus ihrer eigenen Erinnerung berichten. Und nicht das, was sie auf YouTube gesehen haben", sagt Kaplan. Klar sei allerdings, dass die Veröffentlichung fĂŒr seinen Mandanten als Person Folgen haben werde. "Mit dem Gebot einer Resozialisierung und dem Recht auf Vergessen ist das nicht in Einklang zu bringen. Bis zum Ende seines Lebens werden diese Bilder kursieren, er wird fĂŒr immer an diesen Pranger gestellt sein."

Kaplan: "FrĂŒher oder spĂ€ter wird alles ans Tageslicht kommen"

Kaplan sagte, er stehe der Aufzeichnung von Vernehmungen kritisch gegenĂŒber, obwohl er durchaus die GrĂŒnde anerkenne, die dafĂŒr sprechen. Aber: "Bei den Vernehmungsvideos, die wir in der Hauptverhandlung in Augenschein genommen haben, handelt es sich um Aktenbestandteile. Diese sind ausschließlich fĂŒr den Dienstgebrauch der Verfahrensbeteiligten vorgesehen."

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Das Argument, dass es sich bei den Aufnahmen um "Dokumente der Zeitgeschichte" handle – damit begrĂŒndeten die NDR-Mitarbeiter die Veröffentlichung – sei fĂŒr ihn vorgeschoben. "Wieso wartet der NDR damit nicht, bis das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zumindest das Urteil verkĂŒndet? WĂ€ren sie dann keine 'Dokumente der Zeitgeschichte' mehr?"

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Mit diesem Verhalten, sei eine "rote Linie" ĂŒberschritten worden, so Kaplan. "Ich hoffe sehr, dass es bei der Veröffentlichung aus Aktenbestandteilen in Zukunft nicht zu einem Wettlauf unter Journalisten kommt." Wer das Material an die Medien weitergeleitet hat, sei noch unklar. "FrĂŒher oder spĂ€ter wird alles ans Tageslicht kommen. Irgendwer wird sich juristisch verantworten mĂŒssen."

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