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Schule | Bundeselternrat für Kleidungsregelung: Kritik an fehlender Freiheit


"Lottrige Klamotten"
Kleidungsregel an Schulen – Kritiker beklagen fehlende Freiheit

Von dpa, t-online, csi

Aktualisiert am 07.09.2023Lesedauer: 2 Min.
Schülerinnen und Schüler (Symbolbild): Kritiker einer Kleidungsregelung sehen die Freiheit der Kinder in Gefahr.Vergrößern des BildesSchülerinnen und Schüler (Symbolbild): Kritiker einer Kleidungsregelung sehen die Freiheit der Kinder in Gefahr. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago images)
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Der Bundeselternrat will Regeln an Schulen gegen "lottrige Klamotten". Das sei die falsche Debatte, schränke die Freiheit von Jugendlichen ein und helfe eigentlich nur den Eltern, sagen Kritiker.

Der Bundeselternrat hat sich für Bekleidungsregeln an Schulen ausgesprochen. In den sozialen Medien zeigen sich viele Nutzerinnen und Nutzer nicht überzeugt von dem Vorschlag und beklagen fehlende Freiheit.

"Was 'unangemessen' ist, bestimmt dann Frau Schreiber mit der ollen Ledertasche und Kaffeefleck auf Esprit-Bluse", schreibt der Journalist Timm Giesbers auf der Plattform X (ehemals Twitter).

Linken-Politiker Jan Korte bemängelt auf X, dass der Bundeselternrat sich nicht stattdessen über "miese Lehrbedingungen, den daraus resultierenden Lehrermangel oder runtergerockte Schultoiletten an staatlichen Schulen" aufregt.

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"Geht's nun um Muttis oder um Schulen?"

Die Vorsitzende des Bundeselternrats, Christiane Gotte, erklärte am Donnerstag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Wir empfehlen Schulen, einen Konsens über eine Kleiderordnung zu schließen." Ein derartiger Konsens sollte dann auch in die Hausordnung aufgenommen werden. Dann hätte ein Verstoß auch Konsequenzen.

"Dann kann man Schülerinnen oder Schüler nach Hause schicken und verlangen, dass sie sich ordentlich anziehen." Meist gehe es dabei um "unangemessene, lottrige, zerrissene oder freizügige Kleidung". Vor allem Mütter sähen in Kleidungsregeln einen Vorteil, um morgendlichen Diskussionen mit ihren Kindern zu entgehen. Gotte räumte zugleich ein, eine generelle Kleiderordnung an Schulen sei im föderalen System kaum durchsetzbar.

"Geht's nun um Muttis oder um Schulen?", fragt der Linzer Theologe Christian Spieß angesichts dieser Argumentation auf X. Und auch Linken-Politiker Nelson Janßen argumentiert auf X, der Elternrat erkläre öffentlich, "dass sie zu unfähig sind, mit ihren Kindern zu sprechen, und wollen, dass die Schule sich mittels Kleiderordnung um Erscheinungsbild ihrer Kinder kümmert."

Verbände ebenfalls gegen neue Regelung

Der Deutsche Lehrerverband lehnt feste Regeln ebenfalls ab. "Wir sind in Deutschland aufgrund unserer Geschichte anders auf Freiheit ausgerichtet, auf Selbstbestimmung und Mündigkeit. Eine Formulierung zu finden, die festlegt, wie lang ein T-Shirt sein darf, ist kaum möglich", sagte Verbandspräsident Stefan Düll den Funke-Zeitungen. Dass die Kleidung legerer, nicht mehr so formal sei, "ist ein gesamtgesellschaftlicher Trend". Klar sei aber auch: "Schule ist kein Strand und kein Club."

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hält Schuluniformen und Einheitskleidung ebenfalls für einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht von Eltern und Kindern, wie Verbandsvize Tomi Neckov sagte. Obendrein verhindere Einheitskleidung nicht soziale Ungerechtigkeit. Darüber hinaus dürfen finanzschwächere Haushalte nicht zusätzlich mit der Anschaffung belastet werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • twitter.com: Beitrag von @TimmGiesbers
  • twitter.com: Beitrag von @jankortemdb
  • twitter.com: Beitrag von @Spiess_Ffm_Linz
  • twitter.com: Beitrag von @NelsonJanssen
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