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Coronavirus-Krise: Millionen Schutzmasken der Bundeswehr in Kenia verschwunden

Bestellung in der Corona-Krise  

Millionen Schutzmasken für Deutschland sind verschwunden

24.03.2020, 20:52 Uhr | AFP, dpa, pdi

Coronavirus-Krise: Millionen Schutzmasken der Bundeswehr in Kenia verschwunden. Erkelenz: Soldaten verladen Kartons mit Schutzkleidung in der Feuerwache (Symbolbild): Der Truppe ist eine Bestellung über mehrere Millionen Schutzmasken verloren gegangen.  (Quelle: dpa)

Erkelenz: Soldaten verladen Kartons mit Schutzkleidung in der Feuerwache (Symbolbild): Der Truppe ist eine Bestellung über mehrere Millionen Schutzmasken verloren gegangen. (Quelle: dpa)

In der Corona-Krise benötigen Ärzte und Kliniken in Deutschland dringend Schutzmasken. Die Bundeswehr sollte helfen, doch eine Bestellung geht nun verloren. Die Spur führt nach Kenia.

Beim Einkauf dringend benötigter Schutzmasken hat es eine schwere Panne gegeben. In Kenia seien sechs Millionen bestellte Atemschutzmasken "verloren gegangen", sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums. Sie bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel". Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung, "was da passiert ist", sagte die Sprecherin weiter. Die Bundeswehr sollte dabei helfen, die dringend benötigten Schutzmasken nach Deutschland zu liefern. 

"Vertrag nichtig"

Dem Bund sei durch den Verlust "kein Schaden entstanden, weil die Masken noch nicht geliefert wurden und noch nicht bezahlt wurden", betonte sie. "Der Vertrag ist hiermit nichtig." Welche Rolle Kenia bei der Beschaffung der Masken spielte, konnte sie zunächst nicht sagen.

In Deutschland brauchen Ärzte und Kliniken wegen der Ausbreitung des Coronavirus dringend Nachschub an Atemschutzmasken. Der Krisenstab der Bundesregierung hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz beauftragt, den Einkauf von Schutzmaterial für das Gesundheitsministerium logistisch zu unterstützen.

Der "Spiegel" zitierte aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums, demzufolge die Masken nicht geliefert worden seien, "da die Ware am Flughafen in Kenia verschwand". Eigentlich sollten die Masken bereits am vergangenen Freitag in Deutschland eintreffen.

Welche Auswirkungen der Verlust der Masken für die Versorgung in Deutschland hat, war zunächst schwer abzumessen. Nach "Spiegel"-Informationen gehörten die sechs Millionen Masken zu den ersten großen Lieferungen, die erwartet worden seien. Dass gerade eine der ersten großen Tranchen nun ausfällt, sei "mehr als ärgerlich", zitierte das Magazin aus Behördenkreisen.

Unterstützung mit Teststationen im Saarland

Die Bundeswehr hilft bei der Bewältigung der Corona-Krise auch im Saarland – dort aber erfolgreich. Drei im Zuge der Amtshilfe genehmigte Abstrichstationen sollen wohl am Mittwoch ihren Betrieb aufnehmen, sagte der Sprecher des Landeskommandos Saarland, Oberstleutnant Thomas Dillschneider, am Montag. Die Entnahmestellen werden eingerichtet in Merzig in einer Kaserne, in St. Wendel auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik und in Saarbrücken im öffentlichen Raum. "Über den Ort laufen Abstimmungsgespräche."


Zudem würden zwei oder drei Bundeswehrsoldaten eine weitere zivil betriebene Abstrichstation unterstützen, die am Dienstag in Saarlouis als Drive-through-Station starten soll, sagte Dillschneider. Über einen Amtshilfeantrag des Kreises St. Wendel auf Einrichtung eines externen Krankenbehandlungsstandortes mit mehreren Hundert Betten sei noch nicht entschieden. Dieser werde mit Material, Gerätschaften und Personal anvisiert, "um zusätzliche Optionen zu schaffen", sagte der Sprecher.

Aufgrund von Corona-Infektionen bei der Belegschaft haben drei Krankenhäuser im Saarland am Wochenende einen Aufnahmestopp verhängt. Nach Prognosen könne im Saarland zum Monatsende mit bis zu 10.000 Corona-Infizierten gerechnet werden, wenn die Entwicklung ungebremst weitergehe, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtages, Magnus Jung (SPD), am Montag. Das Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der registrierten Coronainfektionen am Sonntag mit 318.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

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