Sie sind hier: Home > Politik > Corona-Krise >

Neue Statusanzeige: So erfasst t-online aktuelle Zahlen zur Corona-Krise

Zur Methodik der Statusanzeige  

So erfasst t-online.de aktuelle Zahlen zur Corona-Krise in Deutschland

13.05.2020, 07:36 Uhr
Neue Statusanzeige: So erfasst t-online aktuelle Zahlen zur Corona-Krise. Klinikmitarbeiterin in Schutzkleidung: Die Zahlen der mit dem Sars-CoV-2 Infizierten werden weiter steigen, bis ein Impfstoff gefunden ist.  (Quelle: dpa)

Klinikmitarbeiterin in Schutzkleidung: Die Zahlen der mit dem Sars-CoV-2 Infizierten werden weiter steigen, bis ein Impfstoff gefunden ist. (Quelle: dpa)

Die Coronavirus-Epidemie hat Deutschland in den ersten Wochen wie ein Tsunami überrollt. Die Zahlen der Infizierten und der Verstorbenen steigen weiter – aber auch die der Geheilten. Eine neue Statusanzeige auf t-online.de gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die aktuelle Lage in Deutschland. 

Zu Beginn einer Epidemie steigen die Fallzahlen typischerweise exponentiell an. Das heißt, sie verdoppeln sich in kurzer Zeit. Das macht es nicht einfach, dem Geschehen zu folgen. Innerhalb von wenigen Tagen kann sich die Lage dramatisch ändern. 

Genau das ist im März in Deutschland passiert. Dank Schutzmaßnahmen flacht das Wachstum mittlerweile langsam ab. Doch noch immer werden täglich viele neue Fälle gemeldet. Auf der Startseite von t-online.de finden Sie einen Überblick über die aktuell wichtigsten Kennzahlen.

Wo kommen die Zahlen her und wie zuverlässig sind sie?

t-online.de bezieht die Kennzahlen - bis auf die Reproduktionszahl R, siehe unten - von der Johns Hopkins University (JHU), die im US-amerikanischen Baltimore beheimatet ist. Die Forscher tragen die Daten für alle betroffenen Regionen der Welt aus unterschiedlichen Quellen zusammen, darunter Medienberichten und offiziellen Angaben der Behörden. Wenn diese ihre Daten rückwirkend korrigieren oder ihre Zählweise ändern, macht sich das in der Statistik bemerkbar – durch sprunghafte Anstiege oder unerklärliches negatives Wachstum.

An den Wochenenden und Feiertagen werden zudem traditionell weniger neue Fälle gemeldet, da viele Behörden und Labore nicht besetzt sind. Auch das kann zu statistischen Verzerrungen und zu dem Fehlschluss führen, dass sich das Wachstum deutlicher verlangsamt habe als es tatsächlich der Fall ist. 

Wie aktuell sind die Zahlen?

Aufgrund der Inkubationszeit des Virus (mehr Infos zum Krankheitsverlauf hier) und des Meldeverzugs hinken die Corona-Statistiken immer dem tatsächlichen Ausbruchsgeschehen hinterher. "Echtzeitdaten" gibt es in diesem Fall nicht. 

Die Zahlen der JHU werden jedoch mehrmals täglich aktualisiert. Sie fallen üblicherweise höher aus als die Zahlen der Gesundheitsbehörden. Die europäische ECDC oder das deutsche Robert Koch-Institut liefern ihre Daten meist mit einem Tag Verzögerung. Sie weisen aber die gleichen Trends auf wie die Johns Hopkins University. Mehr zu dem Thema lesen Sie hier. 

Die Zähler auf der t-online.de Startseite aktualisieren sich automatisch, sobald bei der JHU neue Daten vorliegen. Da aber nicht alle Kennzahlen gleichzeitig aktualisiert werden, kann es sein, dass die Zahl der Infizierten einen neueren Stand wiedergibt als die der Genesenen oder Verstorbenen. 

Wie ist das Verhältnis zwischen Infizierten und Geheilten?

Die ersten Fälle von SARS-CoV-2 in Deutschland wurden Ende Januar 2020 behördlich erfasst. Die Zahl der Infizierten in der Statusanzeige gibt die seither gemeldeten Fälle kumuliert wieder. Die Dunkelziffer könnte weitaus höher liegen, schätzen Experten.

Da die Dauer der durch das neuartige Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 (zumindest bei milden Verläufen) auf durchschnittlich 14 Tage geschätzt wird, ist davon auszugehen, dass in den Monaten seit Beginn der Epidemie ein großer Teil der Betroffenen wieder genesen ist – und damit möglicherweise immun. 

Die Zahl der Genesenen wird in Deutschland nicht behördlich erfasst, sondern vom Robert Koch-Institut täglich mit Hilfe eines Algorithmus geschätzt. Die Berechnung wurde am 9. April umgestellt, was zu einem sprunghaften Anstieg führte. Trotzdem könnte die Zahl der an Covid-19-Erkrankten und Genesenen deutlich höher liegen – genau wie die Dunkelziffer der Infizierten. 

Was ist die Reproduktionszahl R und wie wird sie berechnet?

Die Reproduktionszahl entnehmen wir dem täglichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts. Hier können Sie ihn selbst abrufen. Die Ziffer gibt an, wie viele Personen im Durchschnitt von einem mit Sars-CoV-2 Infizierten angesteckt werden. Bei einem Wert über 1 verbreitet sich das Virus exponentiell. Die Befürchtung ist, dass das Gesundheitssystem dann schnell an seine Grenzen gerät. Deshalb lautet die Zielvorgabe der Bundesregierung, diesen Wert dauerhaft unter 1 zu drücken. 

Allerdings handelt es sich bei der Reproduktionszahl R nur um eine Schätzung. Das RKI berechnet den Wert anhand des sogenannten "Nowcastings" – einem statistischen Verfahren, mit dem die Zahl der kürzlich an Covid-19 erkrankten Menschen geschätzt wird. Mehr zur Aussagekraft und der Berechnung von R erfahren Sie hier. 

Bei R handelt es sich um einen bundesweiten Durchschnittswert, der die teilweise extremen regionalen Unterschiede verschleiert. So kann es sein, dass einzelne lokale Ausbrüche den Wert steigen lassen, obwohl sich die Lage in großen Teilen Deutschlands bessert. Dies gilt insbesondere bei vergleichsweise geringen Fallzahlen.

Auch verstärkte Testbemühungen und damit ein Mehr an erkannten Fällen können R beeinflussen und den Eindruck erwecken, die Krankheit würde sich wieder schneller verbreiten. Dabei wird sie nur eher erkannt. Für die Lagebewertung sollten daher immer weitere Kennzahlen herangezogen werden. Eine Übersicht mit Daten und Statistiken zur Corona-Krise finden Sie hier. 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal