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Neue Statusanzeige: So erfasst t-online aktuelle Zahlen zur Corona-Krise

Neue Statusanzeige  

So erfasst t-online.de aktuelle Zahlen zur Corona-Krise in Deutschland

17.08.2020, 12:00 Uhr
Neue Statusanzeige: So erfasst t-online aktuelle Zahlen zur Corona-Krise. Klinikmitarbeiterin in Schutzkleidung: Die Zahlen der mit dem Sars-CoV-2 Infizierten werden weiter steigen, bis ein Impfstoff gefunden ist.  (Quelle: dpa)

Klinikmitarbeiterin in Schutzkleidung: Die Zahlen der mit dem Sars-CoV-2 Infizierten werden weiter steigen, bis ein Impfstoff gefunden ist. (Quelle: dpa)

Die Lage in der Coronavirus-Epidemie ändert sich ständig. Dadurch geraten immer wieder neue Kennzahlen in den Fokus. Eine überarbeitete Statusanzeige auf t-online.de zeigt Ihnen die aktuell wichtigsten Infos auf einen Blick.

Zu Beginn einer Epidemie steigen die Fallzahlen typischerweise exponentiell an. Das heißt, sie verdoppeln sich in kurzer Zeit. Das macht es nicht einfach, dem Geschehen zu folgen. Innerhalb von wenigen Tagen kann sich die Lage dramatisch ändern. Genau das ist im März in Deutschland passiert. Dank Schutzmaßnahmen flachte das Wachstum im April ab. Seit Mitte Juli nehmen die Neuinfektionen wieder zu. 

Auf der Startseite von t-online.de finden Sie einen Überblick über die aktuell wichtigsten Kennzahlen. Diese Statusanzeige wird laufend angepasst. Hier erklären wir, was die Zahlen bedeuten, wo ihre Aussagekraft begrenzt ist und warum wir einige Dinge geändert haben. 

Wo kommen die Zahlen her?

t-online.de bezieht die Kennzahlen vom Robert Koch-Institut (RKI). Dieses aktualisiert jeden Morgen eine Online-Tabelle und ein Daten-Dashboard mit den neuesten Meldungen. Außerdem verwenden wir Informationen aus dem täglichen Situationsbericht des RKI. Die Links finden Sie unten im Quellenapparat. 

Die Daten werden manuell eingegeben. Die Aktualisierung findet mindestens einmal täglich statt, in der Regel morgens zwischen 8 und 9 Uhr. Der Zeitpunkt kann je nach Daten- und Nachrichtenlage variieren. 

Was bedeutet "aktive Fälle"?

Die aktiven Fälle werden berechnet aus der Gesamtzahl der Fälle, abzüglich der Verstorbenen und der Genesenen. Der Wert soll eine Orientierung bieten, wie viele Menschen aktuell an Covid-19 erkrankt sind. Dabei kann es sich allerdings nur um eine Schätzung und einen Mindestwert handeln. Es dürfte eine große Zahl an nicht erkannten, asymptomatischen oder präsymptomatischen Erkrankungen geben. 

Die Zahl der Genesenen wird in Deutschland nicht behördlich erfasst, sondern vom Robert Koch-Institut täglich mit Hilfe eines Algorithmus geschätzt. Als "geheilt" gilt demnach, wer nach einer gewissen Zeit nicht im Krankenhaus liegt oder verstorben ist. Inzwischen weiß man aber, dass viele Covid-19-Patienten unter langfristigen Folgeschäden leiden – von einer Heilung kann für die Betroffenen keine Rede sein. 

Die Betrachtung der aktiven Fälle sollte daher keinesfalls zu einer Unterschätzung der Gefahr durch das Coronavirus führen!

Was versteht ihr unter "neue Fälle"? 

Die ersten Fälle von SARS-CoV-2 in Deutschland wurden Ende Januar 2020 behördlich erfasst. Die Zahlen der Infizierten und der Verstorbenen steigen seither kontinuierlich – aber auch die der Geheilten. 

Im aktuellen Stadium der Pandemie ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen aussagekräftiger als die Gesamtfallzahl aller vergangenen Monate. In unserer Datenbox geben wir deshalb jetzt die jeweilige Veränderung zum Vortag an und verzichten auf die kumulierte Fallzahl.

Allerdings gibt es bei den neuen Fällen tagesbedingte Schwankungen, die zu berücksichtigen sind. So übermitteln einige Landkreise und Bundesländer an den Wochenenden und Feiertagen keine Daten an das RKI. Das führt dazu, dass die Fallzahlen am Wochenende und zum Wochenbeginn eher unterschätzt werden. Zur Wochenmitte hingegen häufen sich die Nachmeldungen und lassen die Fallzahl überdurchschnittlich ansteigen. 

Zur besseren Lagebewertung ist daher eine Langzeitbetrachtung nötig. Dazu informieren wir Sie in unserer täglichen Berichterstattung über relevante und auffällige Entwicklungen.

Was ist der R-Wert?

Die Reproduktionszahl entnehmen wir dem täglichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts. Hier können Sie ihn selbst abrufen. Die Ziffer gibt an, wie viele Personen im Durchschnitt von einem mit Sars-CoV-2 Infizierten angesteckt werden. Bei einem Wert über 1 verbreitet sich das Virus exponentiell. Die Befürchtung ist, dass das Gesundheitssystem dann schnell an seine Grenzen gerät. Deshalb lautet die Zielvorgabe der Bundesregierung, diesen Wert dauerhaft unter 1 zu drücken.

Allerdings handelt es sich bei der Reproduktionszahl R nur um eine Schätzung. Das RKI berechnet ihn anhand des sogenannten "Nowcastings" – einem statistischen Verfahren, mit dem die Zahl der neu an Covid-19 erkrankten Menschen für ein bestimmtes Zeitintervall geschätzt wird. Damit versucht das RKI, statistische Verzerrungen durch den Meldeverzug auszugleichen. 

Bei R handelt es sich um einen bundesweiten Durchschnittswert, der die teilweise extremen regionalen Unterschiede verschleiert und sensibel auf einzelne große Ausbrüche reagiert. Dies galt insbesondere in der Phase mit vergleichsweise geringen Fallzahlen in Deutschland (Mai und Juni). Auch verstärkte Testbemühungen können R beeinflussen. Für die Lagebewertung sollten daher immer weitere Kennzahlen herangezogen werden. 

In unserer Übersichtstafel weisen wir den sogenannten 7-Tage-R-Wert aus. Dieser spiegelt laut RKI das Infektionsgeschehen von vor etwas mehr als zwei Wochen wider. Es gibt noch einen 4-Tage-R-Wert, der allerdings sehr stark schwankt.  

Der aktuelle R-Wert ist aus den genannten Gründen nicht mit den Fallzahlen des gleichen Tages vergleichbar. Das erklärt auch, warum er teilweise einer gegenläufigen Entwicklung abzubilden scheint als beispielsweise die Neuinfektionen. Die Interpretation der Zahlen braucht Zeit und Expertise.

Dennoch gilt: Als Zielwert ist ein R unter 1 wünschenswert und lässt bei einem konstant niedrigen Niveau auf ein Abklingen der Epidemie hoffen. Werden dauerhaft Werte über 1 vermeldet, ist das ein deutliches Warnsignal. 

Wie aktuell sind die Zahlen?

Aufgrund der Inkubationszeit des Virus (mehr Infos zum Krankheitsverlauf hier) und des Meldeverzugs hinken die Corona-Statistiken immer dem tatsächlichen Ausbruchsgeschehen hinterher. "Echtzeitdaten" gibt es in diesem Fall nicht. Die Zähler auf der t-online.de Startseite werden mindestens einmal täglich aktualisiert. 

Verwendete Quellen:

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