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Grevenbroich: Behörden testen Hunderte Hochhausbewohner auf Corona

Hochhaus in Grevenbroich  

Nicht an Quarantäne gehalten: Behörden testen Hunderte Bewohner

26.04.2020, 16:39 Uhr | dpa

Grevenbroich: Behörden testen Hunderte Hochhausbewohner auf Corona. Corona-Massentest in einem Grevenbroicher Hochhaus.  (Quelle: imago images/Revierfoto)

Corona-Massentest in einem Grevenbroicher Hochhaus. (Quelle: Revierfoto/imago images)

In Grevenbroich ist ein ganzes Hochhaus abgeriegelt worden, weil zwei an Corona erkrankte Familien sich nicht an die Auflagen gehalten haben. 450 Nachbarn müssen nun auf das Virus getestet werden. 

Weil sich zwei mit dem Coronavirus infizierte Familien nicht an die angeordnete Quarantäne gehalten haben, hat das Gesundheitsamt in Grevenbroich einen ganzen Hochhauskomplex mit 117 Wohnungen abgeriegelt. Alle 450 Bewohner sollen am Sonntag vorsichtshalber auf das Virus getestet werden. So wollen die Gesundheitsbehörden in der Stadt zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach herausfinden, ob sich die Nachbarn bei einem der Kontakte mit den Infizierten selbst mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Die Behörden zäunten das gesamte Grundstück am Wochenende ein und bauten einen Sichtschutz auf. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert die Ein- und Ausgänge. Die Hausbewohner sollen das Grundstück erst wieder verlassen dürfen, wenn die Tests in ein paar Tagen beweisen, dass sie sich nicht bei ihren Nachbarn angesteckt haben.

Infizierte Bewohner verließen ihre Wohnungen

Ausgelöst wurde der Massentest von acht Bewohnern aus zwei Familien, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind. Die Gesundheitsbehörden hätten deshalb häusliche Quarantäne angeordnet, sagte Benjamin Josephs vom Rhein-Kreises Neuss am Sonntag. Doch bei den telefonischen Kontrollen durch die Behördenmitarbeiter sei deutlich geworden, dass sich die Familienmitglieder nicht an die Quarantäne hielten.

Erwachsene und Kinder hätten weiter Kontakt mit Nachbarn gehabt und sich unter anderem vor dem Komplex aufgehalten. Ob die anderen Bewohner überhaupt wussten, dass die Familien eigentlich in Quarantäne waren und ein hohes Ansteckungsrisiko bestand, ist unklar. Die Gesundheitsbehörden von Stadt und Kreis entschlossen sich deshalb zu dem Massen-Coronatest. 

Anwohner zeigen große Testbereitschaft

115 Mitarbeiter von Gesundheitsamt und Rotem Kreuz sind im Einsatz. Auf einem Parkplatz vor dem Gebäude bauten sie drei Zelte auf. Einige Mitarbeiter gehen von Wohnung zu Wohnung. "Wir fragen die Bewohner, ob sie sich einem Test unterziehen möchten", sagte Josephs. Der Test ist für die Bewohner freiwillig. Wer sich allerdings weigert, muss vorsorglich 14 Tage in Quarantäne bleiben. Das können die Behörden anordnen.

Die Bereitschaft, sich testen zu lassen, sei allerdings sehr hoch, sagte Josephs. In den ersten 90 Minuten seien schon 150 Abstriche genommen worden. Mit den Ergebnissen werde am Dienstag gerechnet. Bis dahin darf keiner der Bewohner das Grundstück verlassen. Wie es dann weitergeht an dem Hochhauskomplex, hänge davon ab, wie viele andere Bewohner sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sagte Josephs.

Die beiden Familien, die durch ihre Verstöße gegen die Quarantäne-Auflagen den Massen-Coronatest nötig gemacht haben, seien inzwischen anderswo untergebracht. Details nennt der Kreis nicht. Aber es sei ein Ort, an dem "sichergestellt ist, dass sie sich an die Quarantäne-Maßnahmen halten", sagte Josephs.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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