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Intensivmediziner rechnen mit mehr Corona-Todesfällen

Von afp
Aktualisiert am 26.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Eine Intensivstation in Deutschland: "Die Totenzahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen."
Eine Intensivstation in Deutschland: "Die Totenzahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen." (Quelle: Ralph Lueger/imago-images-bilder)
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Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen – die Todeszahlen bislang noch nicht. Mediziner rechnen aber auch hier wieder mit mehr Opfern. Eine andere Entwicklung bereitet ihnen ebenfalls Sorgen.

Intensivmediziner rechnen damit, dass die Zahl der Corona-Toten in Deutschland weiter wächst. "Die Totenzahlen werden in den kommenden Wochen weiter steigen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Die aktuell steigende Zahl der Covid 19-Toten spiegele zeitversetzt das anwachsende Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen wider.

Von der Erstinfektion bis zu einer schweren Erkrankung dauere es in der Regel zehn bis 14 Tage, die durchschnittliche Zeit auf der Intensivstation betrage 21 bis 24 Tage. Daraus folge, dass sich viele Menschen, die jetzt stürben, vor mehr als fünf Wochen angesteckt hätten. In den vergangenen Tagen lag die Zahl der vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion mehrmals in Folge im zweistelligen Bereich.

Nicht nur auf Corona-Tote blicken

Janssens geht jedoch nicht von einer derart dramatischen Entwicklung wie im Frühjahr aus: "Die Intensivmediziner wissen heute viel mehr über erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten und können medikamentös gezielter eingreifen." Zudem hätten die Verantwortlichen gelernt, besonders gefährdete Gruppen wie Alte und Kranke besser zu schützen.

Zur Bilanz der Pandemie gehörten aber nicht nur die unmittelbaren Todesfälle, betonte Janssens. "Neben den Menschen, die an und mit dem Corona-Virus sterben, dürfen wir aber nicht diejenigen vergessen, die weiterhin sterben, weil sie sich aus Angst vor Ansteckung nicht in Praxen und Kliniken trauen." Die Gesamtzahl der indirekten Todesfälle werde erst Jahre später beziffert werden können, wenn sämtliche Spätfolgen der Pandemie abschätzbar seien.

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