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Bushido im Zeugenstand: Wollte zweite Chance bei Ehefrau

Von dpa
Aktualisiert am 26.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstĂ€mmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts.
Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstĂ€mmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. (Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/Pool/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Nach mehrwöchiger Unterbrechung ist der Rapper Bushido im Prozess gegen einen Berliner Clanchef wieder in den Zeugenstand gerufen worden.

Der Musiker sagte am Montag vor dem Landgericht, er habe sich bereits lÀngere Zeit vor der Beendigung ihrer GeschÀftsbeziehung persönlich von Arafat A.-Ch. abgewandt.

Ausschlaggebend seien VorgĂ€nge um seine Ehefrau gewesen. Nachdem er nicht zu ihr gehalten hatte, als sie von Arafat A.-Ch. beschimpft worden sei, habe sie sich fĂŒr einige Monate von ihm getrennt. "Danach habe ich mich klar fĂŒr die Familie entschieden", so der 42-JĂ€hrige, der mit bĂŒrgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt.

Offen blieb zunĂ€chst weiter ein Antrag der Verteidiger von Arafat A.-Ch. auf Einstellung oder Aussetzung des Verfahrens, den sie vor rund einen Monat gestellt hatten. Die AnwĂ€lte des 44-JĂ€hrigen begrĂŒndeten, bei einer am 22. September 2020 bei ihrem Mandanten durchgefĂŒhrten Durchsuchung seien Notizen fotografiert worden, die er im Prozess angefertigt habe und bei denen es sich um Unterlagen zu seiner Verteidigung handele. Ein faires, rechtsstaatliches Verfahren sei unter diesen UmstĂ€nden nicht mehr gegeben.

Dem Clanchef wird unter anderem versuchte schwere rĂ€uberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefĂ€hrliche Körperverletzung zur Last gelegt. Drei seiner BrĂŒder sind als Gehilfen oder MittĂ€ter angeklagt. Es sei zu Straftaten gekommen, nachdem Bushido 2017 die GeschĂ€ftsbeziehungen aufgelöst habe. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen MusikgeschĂ€ften fĂŒr 15 Jahre gefordert. Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt, attackiert worden sein.

Der Musiker hatte in seiner im August begonnenen Zeugenaussage vor Gericht die Beziehungen zu Arafat A.-Ch. mit einer "Zwangsheirat" verglichen. Der Clanchef habe an ihm viel verdient und ihn "wie sein Eigentum behandelt". Bushido erklĂ€rte nun weiter, ab 2014 sei bei Arafat A.-Ch. die "religiöse Komponente" stĂ€rker geworden. "Meiner Frau warf er vor, sie respektiere den Glauben nicht." Dass er sich um eine zweite Chance bei ihr bemĂŒhte, habe dem Clanchef missfallen. "Er sagte, sollte ich mich mit ihr wieder vertragen, wĂ€re ich ein Hund." Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.

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