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Mutiertes Coronavirus in Dänemark: Tierschützer wollen Anzeige gegen Tötung von Nerzen erstatten

Mutiertes Coronavirus  

Tötung von Nerzen: Tierschützer wollen Anzeige erstatten

09.11.2020, 16:42 Uhr | dpa, sje

Mutiertes Coronavirus in Dänemark: Tierschützer wollen Anzeige gegen Tötung von Nerzen erstatten. Nerze schauen durch ein Gitter: 15 bis 17 Millionen Tiere müssen wegen des mutierten Virus getötet werden. (Quelle: dpa/Mads Claus Rasmussen)

Nerze schauen durch ein Gitter: 15 bis 17 Millionen Tiere müssen wegen des mutierten Virus getötet werden. (Quelle: Mads Claus Rasmussen/dpa)

Wegen einer Mutation des Coronavirus werden in Dänemark Millionen von Nerzen getötet. Nachdem erste Bilder der Aktion offenbar Mängel beim Vorgehen zeigen, wollen Tierschützer die Verantwortlichen anzeigen.

Wegen der aus Corona-Sorgen veranlassten Massenkeulung von Nerzen in Dänemark wollen Tierschützer Anzeige erstatten. Auslöser ist ein in sozialen Medien kursierendes Video, das zeigt, wie auf einer Nerzfarm in der Region Nordjütland bei einer missglückten Tötung durch Beschäftigte der staatlichen Lebensmittelbehörde tote und noch lebende Tiere zusammengedrückt werden.

Man sei erschüttert über das Vorgehen, das nichts anderes als Tierquälerei darstelle, teilte die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse am Montag mit. Die Behörden müssten sicherstellen, dass das Keulen der Pelztiere auf korrekte Weise vonstatten gehe. Bei der Massenkeulung werden die Tiere nach Angaben der Organisation vergast, genauso wie wenn sie zu Pelzen verarbeitet würden.

"Herzzerreißend und darf nicht passieren"

"Das sind völlig unzulässige Bilder, von denen wir Zeuge werden. Das ist herzzerreißend und darf einfach nicht passieren", sagte die Leiterin der Abteilung Tierschutz bei der Organisation, Yvonne Johansen. Auch wenn die Behörden in kurzer Zeit eine Vielzahl an Tötungen vornehmen müssten, müsse auf jedes einzelne Tier Rücksicht genommen werden. Die Polizei soll nun bei ihren Ermittlungen prüfen, wer für das falsche Vorgehen verantwortlich ist.

Die dänische Regierung hatte in der vergangenen Woche angeordnet, dass alle Nerze im Land getötet werden sollen – das sind etwa 15 bis 17 Millionen Pelztiere. Grund dafür sind Sorgen über eine bei den Nerzen aufgetauchte Coronavirus-Mutation, die nach Behördenangaben negative Auswirkungen auf die Wirksamkeit künftiger Corona-Impfstoffe haben könnte. 

Warnung, dass Mutation sich weltweit ausbreiten könnte

Bei zwölf Menschen im Norden Jütlands sei bereits eine mutierte Version des Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden, sagte Regierungschefin Mette Frederiksen am Donnerstag. Zugleich warnte sie davor, dass die Mutation sich nicht nur auf weitere Teile Dänemarks, sondern auch im Rest der Welt ausbreiten könnte. Die Nerzzüchter werden entschädigt, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen sagte.

Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Nach Angaben der dänischen Behörden sind bereits auf mehr als 200 Farmen Corona-Fälle festgestellt worden. Auf 67 Farmen wurde der Pelztierbestand bereits getötet. Die Niederlande hatten nach ähnlichen Ausbrüchen von Corona bei Nerzen Anfang Juni beschlossen, alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen zu töten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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