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Trotz Corona-Inzidenz unter 100: Tübinger Corona-Modellprojekt wird beendet

Trotz Inzidenz unter 100  

Tübinger Corona-Modellprojekt wird beendet

22.04.2021, 17:10 Uhr | dpa, t-online

Trotz Corona-Inzidenz unter 100: Tübinger Corona-Modellprojekt wird beendet. Menschen genießen das warme Wetter im Biergarten: Das Modell-Projekt in Tübingen steht vor dem Aus. (Quelle: imago images/Thomas Dinges)

Menschen genießen das warme Wetter im Biergarten: Das Modell-Projekt in Tübingen steht vor dem Aus. (Quelle: Thomas Dinges/imago images)

Eine konsequente Teststrategie und geöffnete Theater und Cafés Tübingen war lange Zeit Vorbild in der Pandemiebekämpfung. Doch das Corona-Modellprojekt der Stadt muss jetzt beendet werden.

Nun also doch das Aus nach sechs Wochen: Das Tübinger Corona-Modellprojekt wird wegen der Bundes-Notbremse laut Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) beendet. "Ab Montag ist also auch bei uns alles dicht. Theater, Handel, Schulen und Kitas", schrieb Palmer auf seiner Facebook-Seite.

"Anstieg außerhalb Tübingens"

Die Inzidenz im Landkreis sei mit 180 eben viel zu hoch, schrieb Palmer. Er machte darauf aufmerksam, dass die Inzidenz in Tübingen konstant unter 100 sei seit zwei Wochen. "Der Anstieg findet nur außerhalb Tübingens statt und hat jetzt den Wert von 240 erreicht, während wir bei 91 stehen", schrieb Palmer. Der zuletzt für die Stadt gemeldete Wert lag laut dem Sozialministerium am Mittwoch bei 91,8. Der Wert für den Landkreis wurde mit 181,5 angegeben.

Menschen in Tübingen können sich seit dem 16. März an mehreren Stationen kostenlos testen lassen – mit den Bescheinigungen der Ergebnisse, den Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Wegen großen Andrangs von außerhalb sind die Tests inzwischen auf Menschen aus dem Kreis Tübingen beschränkt.

"Sie geben das falsche Signal"

Das Vorzeigeprojekt war bereits zwei Mal verlängert worden und hatte bundesweit für viel Aufsehen gesorgt, aber auch für einige Kritik. So hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen Stopp solcher Versuche wie in Tübingen gefordert. "Sie geben das falsche Signal", schrieb Lauterbach auf Twitter. Das Tübinger Projekt zeige, dass unsystematisches Testen mit Öffnungsstrategien die schwere dritte Corona-Welle nicht aufhalten werde. "Testen statt Lockdown" ist Wunschdenken, genau wie "Abnehmen durch Essen"."

Der Tübinger Infektiologe Peter Kremsner hatte das Projekt als Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen wissenschaftlich begleitet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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