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EU lässt Vertrag mit Astrazeneca auslaufen

Von afp
09.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Zwei Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Köln: Die EU wird nun keine weiteren Impfdosen des Unternehmens bestellen.
Zwei Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Köln: Die EU wird nun keine weiteren Impfdosen des Unternehmens bestellen. (Quelle: Ying Tang/imago-images-bilder)
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Mit dem Impfstoff-Hersteller steht die Europäische Union bereits in einem Rechtsstreit. Nun hat der Binnenkommissar angekündigt, dass die EU vorerst keine weiteren Dosen Astrazeneca kaufen wird.

Die Europäische Union hat ihre Bestellungen für Corona-Impfstoffdosen von Astrazeneca nicht über den Monat Juni hinaus verlängert. Es stehe noch nicht fest, ob es danach zu weiteren Bestellungen komme, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton am Sonntag. "Ob wir das tun, bleibt abzuwarten", sagte er dem Radiosender France Inter/France Info. Dies bedeute jedoch nicht zwingend das Ende der Geschäfte zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern.


Einfach erklärt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: Zunächst wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse. (Symbolbild)
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Bei den Vertragsverlängerungen habe die EU mit dem US-Pharmahersteller Pfizer und seinem Mainzer Partner Biontech begonnen, aber "es wird andere geben", sagte Breton weiter. "Wir haben mit Pfizer begonnen, weil an der zweiten Phase gearbeitet wird, den Impfstoffen der zweiten Generation", fügte er hinzu. Es gehe darum, sich bei der Fortsetzung des Impfprogramms "vor den anderen in Stellung zu bringen".

Macron: Astrazeneca könnte helfen "die Krise hinter uns zu lassen"

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte in Straßburg auf die Frage nach der Zukunft des britisch-schwedischen Vakzins, Astrazeneca werde "uns helfen, die Krise hinter uns zu lassen". Hinsichtlich der Wirksamkeit gegen Virus-Mutanten zeige sich, "dass andere Impfstoffe heute wirksamer sind", sagte Macron.

Bei dem Vakzin von Astrazeneca hatte es in den vergangenen Monaten massive Lieferverzögerungen gegeben. Für Verärgerung in der EU hatte gesorgt, dass die Lieferungen von Astrazeneca an Großbritannien gleichzeitig offenbar nicht eingeschränkt wurden.

Biontech/Pfizer soll vorrangig zum Einsatz kommen

Astrazeneca hatte unter Verweis auf Produktionsprobleme im ersten Quartal nur 30 Millionen statt der vereinbarten 120 Millionen Impfdosen an die EU geliefert. Die EU wirft dem Hersteller Vertragsverletzung vor und geht gerichtlich gegen das Unternehmen vor. EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte dem belgischen Sender VRT: "Wir haben ein echtes Problem mit Astrazeneca. Es fehlt das Vertrauen. Es ist folglich unmöglich, künftig diesen Impfstoff zu kaufen."

Der Corona-Impfstoff des Konzerns war zudem in den vergangenen Wochen wegen seltener schwerer Nebenwirkungen in die Schlagzeilen geraten. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten empfehlen Impfungen mit dem Vakzin seitdem nur noch für bestimmte Altersgruppen.

Die Europäische Union hatte am Samstag einen Vertrag mit Biontech und Pfizer über die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Corona-Impfstoffdosen geschlossen. Anders als bislang geplant, soll nicht das Vakzin von Astrazeneca, sondern der Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig vorrangig in der EU zum Einsatz kommen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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