Sie sind hier: Home > Panorama >

Florida: Weitere Opfer in eingestürztem Wohnhaus gefunden

Nach kontrollierter Sprengung  

Florida: Weitere Opfer in eingestürztem Wohnhaus gefunden

05.07.2021, 19:34 Uhr | dpa

Miami-Wohnhaus vollständig gesprengt

In Miami haben die Abrissarbeiten der bislang intakten Wohneinheiten des teilweise eingestürzten Wohnhauses begonnen. Experten sprengten die noch stehenden Teile am frühen Montagmorgen.

Die Reste des eingestürzten Wohnhauses in Miami wurden in der Nacht zu Montag gesprengt. (Quelle: Reuters)


Nachdem die Gebäudereste des teils eingestürzten Wohnkomplexes nahe Miami gesprengt wurden, konnte die Suche nach Überlebenden fortgesetzt werden. Doch geborgen wurden bisher nur Tote.

Nach der gezielten Sprengung der Gebäudereste des teilweise eingestürzten Wohnkomplexes bei Miami Beach haben Einsatzkräfte weitere Leichen entdeckt. "Seit die Ersthelfer gestern Abend ihre Arbeit (...) wieder aufnehmen konnten, haben wir leider drei weitere Opfer geborgen", sagte Bezirksbürgermeisterin Daniella Levine Cava am Montagvormittag (Ortszeit).

Die offizielle Zahl der Toten liege nun bei 27. Die noch stehenden Gebäudereste waren am späten Sonntagabend gesprengt worden – die Ruine war instabil und hatte den Bergungseinsatz gefährdet.

Einsturzursache unklar

Der Gebäudekomplex mit rund 130 Wohneinheiten in Surfside im US-Bundesstaat Florida war am 24. Juni aus noch ungeklärten Gründen teilweise eingestürzt. Seither wurde quasi rund um die Uhr mit Spürhunden, Spezialkameras und schwerem Gerät nach Verschütteten gesucht. Weiterhin gelten nun noch 118 Menschen als vermisst, wobei unklar ist, wie viele von ihnen sich zum Unglückszeitpunkt tatsächlich in dem strandnahen Gebäude aufhielten.

Gedenkstätte in Surfside: Angehörige und Anwohner trauern um die Opfer des Unglücks. (Quelle: AP/dpa/Carl Juste/Miami Herald)Gedenkstätte in Surfside: Angehörige und Anwohner trauern um die Opfer des Unglücks. (Quelle: Carl Juste/Miami Herald/AP/dpa)

Je länger die Bergungsaktion dauere, desto schwieriger werde es natürlich, noch Überlebende zu finden, sagte Bürgermeisterin Levine Cava. "Aber wir haben nun die Möglichkeit, einen Bereich zu durchsuchen, in dem es Hohlräume geben könnte. Und darauf konzentrieren wir unsere Bemühungen." Seit den ersten Stunden nach dem Einsturz wurden keine Überlebenden mehr aus den Trümmern geborgen.

Vorgezogene Sprengung

Die Sprengung des Champlain South Tower sei wie geplant verlaufen, hieß es. Auf TV-Bildern aus Surfside war zu sehen, wie die Hochhausruine nach mehreren lauten Explosionen in sich zusammenfiel und eine riesige Staubwolke freisetzte.

Die Sprengung sollte eigentlich erst in einigen Wochen erfolgen, war aber vorgezogen worden. Neben der Behinderung des Bergungseinsatzes hatte es außerdem Sicherheitsbedenken wegen der Ausläufer des Sturms "Elsa" gegeben, der ab Montagabend Ortszeit im Süden Floridas möglicherweise heftige Windböen und starken Regen auslösen könnte.

Keine leichte Entscheidung

"Ein ganzes Gebäude zum Einsturz zu bringen, ist eine verheerende Entscheidung, und der Abriss war keineswegs eine Entscheidung, die ich leichtfertig getroffen habe", sagte Levine Cava weiter. Vor der Sprengung waren die Anwohner aufgefordert worden, in ihren Häusern zu bleiben und Türen und Fenster zum Schutz vor Staub und kleineren Partikeln geschlossen zu halten.

Unglücksort nahe Miami Beach: Die Gebäudereste des teils eingestürzten Wohnkomplexes wurden kontrolliert gesprengt. (Quelle: Reuters/Marco Bello)Unglücksort nahe Miami Beach: Die Gebäudereste des teils eingestürzten Wohnkomplexes wurden kontrolliert gesprengt. (Quelle: Marco Bello/Reuters)

Der Such- und Rettungseinsatz in den Trümmern war am Samstag wegen der Vorbereitungen für die Sprengung unterbrochen worden. Die Experten können danach in Bereichen des Trümmerhaufens suchen, die bislang aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich waren.

Zutritt verboten

Seit dem Unglück durften die Bewohner des noch stehenden Gebäudeteils aus Sicherheitsgründen nicht mehr zurück in ihre Wohnungen – auch nicht, um vor der Sprengung persönliche Gegenstände herauszuholen. Es sei zuvor geprüft worden, ob sich Haustiere in dem Gebäudeteil befänden, sagte die Bürgermeisterin.

Zwischenzeitlich hatte ein Feuer die Suchaktion erheblich behindert. Auch starker Regen machte den Suchtrupps immer wieder zu schaffen und verlängerte die quälende Wartezeit für Angehörige.

Surfside zum Zeitpunkt der Sprengung: Am Strand zündeten Menschen in Gedenken an die Opfer Kerzen an. (Quelle: Reuters/Shannon Stapleton)Surfside zum Zeitpunkt der Sprengung: Am Strand zündeten Menschen in Gedenken an die Opfer Kerzen an. (Quelle: Shannon Stapleton/Reuters)

Kontrollierte Explosionen

Das Unternehmen, das für die Sprengung engagiert worden war, hat nach Angaben der "New York Times" nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auch an den Arbeiten am World Trade Center mitgewirkt. Es sei darauf spezialisiert, mit kontrollierten Explosionen große Bauwerke in städtischen Gebieten zum Einsturz zu bringen. Für die Hochhausruine in Surfside seien kleine Sprengsätze verwenden worden, damit das Gebäude in sich zusammenfiel.

In den Stunden vor der Sprengung hatten die Menschen in der südlich angrenzenden Stadt Miami Beach noch den Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten am 4. Juli mit Feuerwerk begangen, berichtete der "Miami Herald". Am Strand zündeten Menschen dann während der Sprengung Kerzen an.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: