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Bayern: Sechs Covid-Tote in Pflegeheim – Polizei ermittelt

Fahrlässige Tötung?  

Sechs Covid-Tote in Pflegeheim – Polizei ermittelt

11.11.2021, 13:55 Uhr | dpa

Bayern: Sechs Covid-Tote in Pflegeheim – Polizei ermittelt. Coronatest (Symbolbild): Mehrere Tote in einem Pflegeheim im Kreis Eichstätt haben die Polizei auf den Plan gerufen.  (Quelle: imago images/Joerg Boethling)

Coronatest (Symbolbild): Mehrere Tote in einem Pflegeheim im Kreis Eichstätt haben die Polizei auf den Plan gerufen. (Quelle: Joerg Boethling/imago images)

Durchsuchungen im Pflegeheim: Mehrere Bewohner im bayerischen Eichstätt sind innerhalb weniger Tage an Covid gestorben. Nun ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei. 

Eine auffällige Häufung von Todesfällen im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim im Landkreis Eichstätt hat Kripo und Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Ermittelt werde wegen eines Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung in sechs Fällen, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt mit. Mehrere Wohnungen und die Pflegeeinrichtung – insgesamt sechs Objekte – seien am Mittwoch durchsucht worden.

Binnen vier Tagen waren zwischen dem 20. und 24. September sechs mit dem Coronavirus infizierte Bewohner des Seniorenheims im Landkreis Eichstätt gestorben.

Ermittler: Fehler der Pflegekräfte nicht ausgeschlossen 

Vor dem Hintergrund der Pandemielage und der damit einhergehenden Hygienemaßnahmen seien die Kontaktermittlungen und somit die möglichen Übertragungswege einer Infektion von immenser Bedeutung, berichteten die Ermittler. Im Zuge dieser Recherchen hätten sich dann Verdachtsmomente ergeben, die ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern der Pflegeeinrichtung nicht ausschließen ließen, hieß es weiter.

Nähere Angaben, um welches Fehlverhalten es sich handelte und gegen wie viele Mitarbeiter ermittelt wird, machten die Behörden nicht. Es gebe hier –  anders als etwa in dem Ende September geschlossenen Heim in Schliersee im Landkreis Miesbach –  keine Anhaltspunkte für eine Vernachlässigung der Bewohner.

Brysch plädiert für engmaschige Tests

Es sei umfangreiches Beweismittel sichergestellt worden. Die Ermittler der Kriminalpolizei erhoffen sich hierdurch weitere Erkenntnisse, die zur Klärung der Todesumstände beitragen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach sich für engmaschige Tests in solchen Einrichtungen aus  auch für Geimpfte und Genesene. "Tägliche Tests auch für Personal, Besucher und Pflegebedürftige sind ein effizientes Mittel, um das Coronavirus in der Altenpflege zu stoppen. Der Impfstatus darf hier keine Rolle spielen. Denn auch Geimpfte können das Virus weitergeben", sagte Brysch. "Doch eine solche klare Anweisung fehlt in Bayern. Auch eine Staatsanwaltschaft ist nicht in der Lage, die Fehler eines löchrigen Schutzschirms aufzuarbeiten."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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