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Immer weniger Nandus im Norden zu sehen


Tiere
Immer weniger Nandus im Norden zu sehen

Von dpa
17.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Wild lebende Nandus in WestmecklenburgVergrĂ¶ĂŸern des BildesWild lebende Nandus laufen bei der Futtersuche durch ein Roggenfeld in Mecklenburg-Vorpommern. (Quelle: Jens BĂŒttner/dpa/dpa-bilder)
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Vor einigen Jahren galten sie als Plage. Jetzt kann sich glĂŒcklich schĂ€tzen, wer im Norden einen Nandu in freier Wildbahn entdeckt.

Europas einzige wildlebende Nandu-Population, beheimatet in der NĂ€he des Ratzeburger Sees an der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, ist weiter auf dem RĂŒckzug. Bei den ZĂ€hlungen in jedem FrĂŒhjahr und Herbst sichten die Helfer immer weniger Exemplare. Hintergrund ist, dass 2020 die Jagd auf die tierischen Einwanderer aus der sĂŒdamerikanischen Pampa freigegeben wurde.

FĂŒnfmal mehr Sichtungen vor fĂŒnf Jahren

Nach der Auswertung der diesjĂ€hrigen FrĂŒhjahrszĂ€hlung meldete das Agrarministerium 70 Exemplare der flugunfĂ€higen Großvögel, die kleinen Straußen Ă€hneln. Ein Jahr zuvor waren es noch 91, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte.

Im FrĂŒhjahr 2022 hatten die Arbeitsgruppe Nandumonitoring, Landwirte sowie Mitarbeiter des BiosphĂ€renreservatsamtes Schaalsee-Elbe 131 Nandus im Verbreitungsgebiet erfasst, im FrĂŒhjahr 2019 noch 362.

Nandus sind Nachfahren von Gehege-FlĂŒchtlingen

Die Nandus stammen von einer Handvoll Tieren ab, die in den Jahren 1999 bis 2001 aus einem privaten Gehege bei Groß Grönau in Schleswig-Holstein entkommen waren. Der Ort liegt nördlich des Ratzenburger Sees.

Die Nandus (Rhea americana) haben im Norden keine natĂŒrlichen Feinde. Die Winter ĂŒberstehen sie problemlos und Futter finden sie reichlich auf den Feldern. Bevorzugt verspeisen sie junge Rapspflanzen. Die Vögel wurden eine Zeit lang immer zahlreicher - mit wachsender Population wuchs die VerĂ€rgerung der örtlichen Landwirte, die ĂŒber teils erhebliche Ernteeinbußen klagten.

Nach verschiedenen weitgehend erfolglosen Versuchen der Geburtenkontrolle wie dem Anbohren von Eiern wurden die großen Laufvögel 2020 zur Jagd freigegeben. Seither nehmen die Sichtungen ab.

Experten gehen davon aus, dass es tatsÀchlich weniger Tier geworden sind. Aufgrund der Bejagung sind die Tiere aber auch scheuer geworden und zeigen sich seltener.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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