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"Costa Concordia": Unglücksschiff vor letzter Fahrt im Hafen von Genua

Vor der endgültigen Verschrottung  

Die letzte Fahrt der "Costa Concordia"

Von Ulrich Weih

01.09.2016, 16:58 Uhr
"Costa Concordia": Unglücksschiff vor letzter Fahrt im Hafen von Genua. Das traurige Ende eines stolzen Kreuzfahrtriesen: Die Reste der "Costa Concordia" im Hafen von Genau. (Quelle: dpa)

Das traurige Ende eines stolzen Kreuzfahrtriesen: Die Reste der "Costa Concordia" im Hafen von Genau. (Quelle: dpa)

Das Wrack des Unglücksschiffs "Costa Concordia" hat wohl seine "allerletzte Reise" angetreten. Die Überreste des Kreuzfahrtkolosses wurden quer durch den Hafen von Genua in ein anderes Becken geschleppt, teilte die zuständige Behörde mit. 

Das heikle Manöver sollte mehrere Stunden dauern, da die fünf Schlepper das Schiffswrack nur im Schneckentempo bewegen konnten. Der Schiffsverkehr war für die Dauer der Aktion unterbrochen worden. 

Seit seiner Ankunft in Genua im Juli 2014 war das Schiff bereits mehrmals verschoben worden. Jetzt soll in einem letzten Schritt der Rest des Rumpfs demontiert werden. Dann ist die "Costa Concordia" endgültig verschwunden.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Die Geschichte der Havarie jedoch ist unvergessen: Die "Costa Concordia" war am 13. Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen aufgelaufen, Leck geschlagen und schließlich auf 65 Grad Schlagseite gekippt.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben. Hätte der Wind das Wrack nicht auf die Insel gedrückt, sondern aufs Meer getrieben, hätte es vermutlich deutlich mehr Opfer gegeben.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Von Anfang an äußerst fragwürdig war das Verhalten des Kapitäns Francesco Schettino. Er änderte den Kurs und fuhr unzulässig nah an die Küste, um einen ehemaligen Kollegen zu grüßen. Die Liste der Fahrlässigkeiten des Kapitäns ist lang: Schettino war zu Anfang des äußerst riskanten Manövers nicht selbst auf der Brücke, er reduzierte das Tempo nicht, sprach sich nicht mit seinen Offizieren ab, brachte unbefugte Personen mit auf die Brücke und hatte keine Detailkarten der Insel Giglio an Bord.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Nach der Kollision lehnte Schettino zunächst Hilfe ab und meldete lediglich einen defekten Generator. Die letztliche Evakuierung des Schiffs verlief sehr schleppend, die Rettungsmaßnahmen erfolgten unkoordiniert und stümperhaft. Der Kapitän und fast alle Offiziere verließen ihre Posten, obwohl noch mehrere hundert Personen an Bord waren.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Erst am 17. September 2013 konnte die "Costa Concordia" wieder aufgerichtet werden.  Die Bergung war die größte je vorgenommene Operation dieser Art.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Am 11. Februar 2015 wurde Kapitän Francesco Schettino zu 16 Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Verteidigung und Staatsanwaltschaft legten Berufung ein, Schettino blieb auf freiem Fuß. Am 31. Mai 2016 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil.  

 (Quelle: Reuters) (Quelle: Reuters)

Im Juli 2014 wurde die "Costa Concordia" zur Verschrottung nach Genua gebracht. In einem ersten Schritt wurde die Inneneinrichtung entfernt, danach machten sich Hunderte Werftarbeiter daran, das Wrack zu zerlegen. 

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