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Unglaubliche Geschwindigkeit - Schnellste Bewegung: Ameisen schnappen ultraschnell

Unglaubliche Geschwindigkeit  

Schnellste Bewegung: Ameisen schnappen ultraschnell

12.12.2018, 11:11 Uhr | dpa

Unglaubliche Geschwindigkeit - Schnellste Bewegung: Ameisen schnappen ultraschnell. Dracula-Ameisen haben den schnellsten Schnappkiefer der Welt.

Dracula-Ameisen haben den schnellsten Schnappkiefer der Welt. Foto: Adrian Smith. (Quelle: dpa)

Champaign (dpa) - 5000 Mal rascher als ein Wimpernschlag und 1000 Mal rasanter als ein Fingerschnippen: Dracula-Ameisen haben den schnellsten Schnappkiefer der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Universität von Illinois.

Die Mundwerkzeuge des Insekts schnappen mit bis zu 90 Metern pro Sekunde auf - die schnellste jemals im Tierreich gemessene Bewegung, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Royal Society Open Science" schreiben.

Bislang hielten Schnappkieferameisen (Odontomachus) und Fangschreckenkrebse (Stomatopoda) den Rekord, die ihre Gliedmaßen ebenfalls explosionsartig bewegen. Tiere der Art Mystrium camillae, die zu den Dracula-Ameisen gehört, toppen diese jedoch: Die Insekten pressen ihre Mundwerkzeuge, Mandibeln genannt, gegeneinander und erzeugen eine Art Federspannung, die sie schließlich ähnlich wie beim Fingerschnippen freisetzen, wenn eine Mandibel über die andere gleitet.

Dabei hilft den Ameisen die besondere Bauweise ihrer Mundwerkzeuge: "Anstatt drei verschiedene Teile für Feder, Riegel und Hebelarm zu verwenden, sind alle drei in der Mandibel zusammengefasst", erklärt Andrew Suarez, Professor für Tierbiologie und Insektenkunde an der Universität von Illinois. "Die Ameisen nutzen diese Bewegung, um andere Arthropoden zu schlagen, sie auf diese Weise vermutlich zu betäuben, sie gegen Tunnelwände zu hauen oder wegzudrücken." Das Insekt schleppe seine Beute dann ins Nest, wo sie an Ameisenlarven verfüttert werde.

Nicht nur ihre superschnellen Schnappwerkzeuge machen Mystrium camillae zu einer Besonderheit: Die Insekten, die vor allem in den südostasiatischen Tropen und Australien gefunden werden, gehören zur Gruppe der Dracula-Ameisen. Diese haben ihren schaurigen Namen daher, dass die erwachsenen Tiere keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen, sondern ihre eigenen Larven anbeißen und ihnen etwas Blut absaugen. Dabei nehmen die Larven keinen wirklichen Schaden. Zudem haben Mystrium-Ameisen ein komplexeres Kastensystem als andere Ameisenarten, das Wissenschaftler immer noch vor Rätsel stellt.

Zumindest bei der Erklärung der explosiven Schnappbewegung ihrer Mandibeln sind die Forscher nun ein Stück weiter: Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras und Röntgenbildern machte Suarez gemeinsam mit Kollegen des Smithsonian National Museum of Natural History und des North Carolina Museum of Natural Sciences die Bewegung sicht- und vor allem messbar. Die Kameras nahmen dabei mit einer Frequenz von 480.000 Bildern pro Sekunde auf.

Insgesamt, so eines der zentralen Ergebnisse der Studie, sei die Schnappbewegung der Mandibeln von Mystrium camillae die derzeit schnellste bekannte Bewegung im Tierreich, so Insektenforscher Fred Larabee vom Smithsonian Institut. Er sei sich allerdings sicher, dass es Ameisen gebe, die diesen Rekord noch brechen könnten. "Durch den Vergleich der Kieferform von schnappenden Ameisen mit beißenden Ameisen haben wir zudem gelernt, dass nur eine kleine Änderung der Form nötig ist, damit der Kiefer eine neue Funktion entwickelt: als Feder zu fungieren", so Larabee weiter.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, wie die Ameisen ihre Mandibeln im Feld einsetzen. Dazu erklärt der Biologe Adrian Schmith vom North Carolina Museum of Natural Sciences: "Wir müssen noch ihre Biologie beschreiben, wie sie Beute fangen und ihre Nester verteidigen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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