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Neue Arten elektrischer Aale identifiziert

Von dpa
10.09.2019Lesedauer: 2 Min.
Der Zitteraal galt lange als der einzige bekannte Vertreter elektrischer Aale.
Der Zitteraal galt lange als der einzige bekannte Vertreter elektrischer Aale. Nun haben Forscher zwei weitere Spezies entdeckt. (Quelle: Katja Theilen/Archiv./dpa)
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São Paulo (dpa) - Dreifacher Schock im Amazonasgebiet: Anders als bislang gedacht gibt es nicht eine, sondern gleich drei Arten elektrischer Aale.

Das schreiben Wissenschaftler im Fachjournal " Nature Communications ". Der Zitteraal (Electrophorus electricus) war ├╝ber mehr als zwei Jahrhunderte der einzige bekannte Vertreter seiner Gattung (Electrophorus). Nun konnte eine Gruppe um C. David de Santana vom Smithsonian Institut in Washington (USA) anhand von DNA-Tests zeigen, dass die Fische trotz ihrer ├Ąu├čerlichen ├ähnlichkeit tats├Ąchlich zu drei verschieden Spezies geh├Âren.

Die beiden neuen Arten nannten die Forscher E. voltai und E. varii. Die verschiedenen elektrischen Aalarten unterscheiden sich nicht nur genetisch, sie pr├Ąferieren auch jeweils unterschiedliche Lebensr├Ąume. E. electricus ist im n├Ârdlichen Teil des Hochlands von Guayana zu finden, wohingegen E. voltai das brasilianische Bergland bevorzugt. Beide leben in klaren Gew├Ąssern, die von Stromschnellen durchzogen sind. E. varii h├Ąlt sich bevorzugt im Flachland des Amazonasbeckens auf und f├╝hlt sich im tr├╝ben, langsamflie├čenden Wasser wohl.

Elektrischen Aale geh├Âren, anders als der Name und ihr Aussehen vermuten lassen, nicht zur Ordnung der Aalartigen, sondern zu den Neuwelt-Messerfischen. Dank einer wellenf├Ârmigen Flosse k├Ânnen sich die Tiere gezielt durch das Wasser bewegen. Die elektrischen Aale nutzen Stromst├Â├če unter anderem zum Jagen und zur Abwehr von Feinden.

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Die Forscher um de Santana analysierten in den vergangenen sechs Jahren 107 Exemplare elektrischer Aale aus Brasilien, Franz├Âsisch-Guayana, Guyana und Suriname.

Die Studie zeigt den Autoren zufolge auch, dass der Amazonas-Regenwald noch viele Geheimnisse birgt: "Wenn ein bis zu 2,5 Meter langer Fisch nach 250 Jahren wissenschaftlicher Untersuchungen gefunden wird, k├Ânnen Sie sich dann vorstellen, was in der Region noch alles entdeckt werden k├Ânnte?", sagte de Santana laut einer Mitteilung seines Instituts.

Bereits vor mehr als 200 Jahren widmete sich der ber├╝hmte deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt den Zitteraalen. Im M├Ąrz 1800 beobachtete er w├Ąhrend eines Forschungsaufenthalts am Amazonas, wie die Tiere aus dem Wasser sprangen und potenzielle Angreifer mit Stromst├Â├čen attackierten. Pferde und Maultiere, die zuvor in ein Wasserloch getrieben wurden, bekamen die St├Â├če zu sp├╝ren.

Eine der jetzt gefundenen Spezies, Electrophorus voltai , gibt Stromst├Â├če von bis zu 860 Volt ab und ist damit das Lebewesen, das die h├Âchste Spannungsentladung erzeugt, wie die Forscher kurz vor Humboldts 250. Geburtstag (14.9.) schreiben.

De Santana, der selbst schon mehrmals einen elektrischen Sto├č abbekommen hatte, betont aber: Der Schock eines elektrischen Aals besitzt zwar eine hohe Spannung, aber eine niedrige Stromst├Ąrke. Damit sei er nicht notwendigerweise gef├Ąhrlich f├╝r Menschen.

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