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NABU: Kormoran ist "Vogel des Jahres 2010" - Fischereiverband warnt

Tierreich  

Kormoran ist Vogel des Jahres 2010

09.10.2009, 21:28 Uhr | dpa , AFP

Der Wasservogel Kormoran war nach Angaben der Naturschützer jahrzehntelang aus Deutschland verschwunden (Foto: ddp)

Die Wahl des Kormorans zum "Vogel des Jahres 2010" hat eine Auseinandersetzung zwischen Naturschützern und dem Deutschen Fischerei-Verband ausgelöst. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern begründeten ihre Wahl damit, dass der "Meistertaucher" mit den funkelnd grünen Augen nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu Tausenden geschossen und vertrieben wird. Der Deutsche Fischerei-Verband warnte hingegen davor, dass Kormoranfraß ganze Fischarten wie die Äsche bedrohe.

Der Kormoran ist laut NABU und LBV eine "oft zu Unrecht geschmähte Vogelart". In der Vogelwelt Deutschlands könne er vielmehr als regelrechter "Hingucker" gelten, zum Beispiel ähnele der bis zu einem Meter große Vogel in der Luft einem "fliegenden Kreuz".

Geschickter Fischjäger

Der an Land eher plumpe Kormoran ist den Angaben zufolge ein überaus geschickter Fischjäger, der bis zu 90 Sekunden lang und 30 Meter tief tauchen kann. Nach den Tauchgängen lässt er sein mit Wasser vollgesogenes dunkles Gefieder von Wind und Sonne trocknen und breitet dazu an einem Ruheplatz die Flügel aus, "ein einzigartiges Verhalten in der Vogelwelt".

In Deutschland fast verschwunden

Jahrzehntelang sei der Wasservogel mit dem lateinischen Namen "Phalacrocorax carbo" aus Deutschland allerdings so gut wie verschwunden gewesen - nach "intensiver Verfolgung durch Fischer und Angler", erklärten NABU und LBV. Erst nach konsequentem Schutz durch die EU-Vogelschutzrichtlinie lebten hierzulande wieder 24.000 Brutpaare. Allerdings hätten unter dem "Vorwand" eines sogenannten Kormoran-Managements fast alle Bundesländer Verordnungen erlassen, die die Tötung der Vögel erlaubten. So würden in Deutschland jährlich rund 15.000 Kormorane getötet.

Appell für mehr Akzeptanz

Mit der Wahl zum Jahresvogel 2010 wollen die Verbände nun dafür werben, dass "fischfressende Vogelarten wie der Kormoran als natürlicher Bestandteil unserer Gewässerökosysteme akzeptiert werden". Demnach vernichten die Kormorane weder natürliche Fischbestände noch gefährden sie langfristig Fischarten. Kormorane ernähren sich laut NABU und LBV vor allem von Kleinfischen und fressen nur selten "Edelfische" wie Felchen oder Äschen.

Schäden an Fischfauna befürchtet

Der Fischerei-Verband erklärte hingegen, die Benennung des Kormorans zum Vogel des Jahres sei "außerhalb jeglicher Vernunft" und "ein Schlag ins Gesicht aller Demokraten und wirklichen Naturschützer". Die Kormoran-Bestände in Europa hätten sich in den letzten 25 Jahren auf geschätzte 1,7 bis 1,8 Millionen Tiere verzwanzigfacht. Diese verursachten zunehmend Schäden an der Fischfauna. Daher lasse auch das Europäische Parlament ein EU-weites Kormoran-Management prüfen.


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