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Brasilien: Termitenhügel überdauern Jahrtausende

Fast so alt wie die Pyramiden  

Termitenhügel überdauern Jahrtausende

21.11.2018, 18:32 Uhr | dpa

Brasilien: Termitenhügel überdauern Jahrtausende. Ein Mann steht an Abraumhalden in Brasilien: Das Gebiet liegt versteckt im Buschwerk der Caatinga-Landschaft und wird von Termiten bewohnt.  (Quelle: dpa/Roy Funch/Universität von Feira de Santana)

Ein Mann steht an Abraumhalden in Brasilien: Das Gebiet liegt versteckt im Buschwerk der Caatinga-Landschaft und wird von Termiten bewohnt. (Quelle: Roy Funch/Universität von Feira de Santana/dpa)

Im Nordosten Brasiliens stehen auf einer Fläche von fast der Größe Großbritanniens rund 200 Millionen von Termiten geschaffene große Hügel. Einige der Bauten sind schon rund vier Jahrtausende alt.

In Brasilien verteilen sich Termitenhügel über eine Fläche, die größer ist als Großbritannien. Bei den rund zweieinhalb Meter hohen und neun Meter breiten Hügeln handelt es sich nicht um Nester, sondern um Abraumhalden – die Termiten lagern dort bis heute das beim Bau ihrer unterirdischen Tunnelsysteme anfallende Erdreich ab. Dies berichten Forscher im Fachmagazin "Current Biology".

"Die Menge des abgeräumten Erdreichs beträgt über zehn Kubikkilometer. Das entspricht dem Volumen von 4000 Großen Pyramiden von Gizeh", sagte Stephen Martin von der britischen Universität Salford. "Es handelt sich um eines der größten Bauwerke, das jemals von einer einzelnen Insekten-Spezies errichtet wurde."

Die Wissenschaftler hatten Proben aus dem Inneren von elf Hügeln genommen. Diese sind demnach rund 700 bis 3800 Jahre alt – und damit so alt wie die ältesten bekannten Termitenhügel in Afrika. "Das Besondere ist, dass die Hügel extrem alt sind – bis zu 4000 Jahre, fast wie die Pyramiden (in Ägypten)", sagte Roy Funch von der staatlichen Universität im brasilianischen Feira de Santana.

"Biologisches Wunder"

Viele der Hügel in dem etwa 230.000 Quadratkilometer umfassenden, nach wie vor von Termiten besiedelten Gebiet liegen versteckt im Buschwerk der Caatinga-Landschaft. Sie kommen nur zum Vorschein, wenn das Unterholz beseitigt wird – etwa beim Anlegen von Weideflächen. "Es ist unglaublich, dass man heutzutage noch solch ein unbekanntes biologisches Wunder von dieser Größe und diesem Alter entdecken kann, dessen Erbauer noch existieren", sagte Martin.

Die Wissenschaftler wollen die Laub fressenden Termiten der Art Syntermes dirus nun weiter erforschen. So sei die genaue Struktur ihrer Kolonien noch immer unbekannt. Beispielsweise sei in der Region noch nie die Kammer einer Termitenkönigin entdeckt worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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