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Ist es fahrlässig, Weltkriegsbomben im Wald zu lagern?

Von Yannick von Eisenhart Rothe

Aktualisiert am 05.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Rauch über dem Grunewald: Der Standort des Sprengplatzes im Wald wird gerade heiß diskutiert. (Quelle: IMAGO/Christian Ender)
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Durch den Brand des Munitionsdepots im Berliner Grunewald ist eine Diskussion um den Standort entfacht. Zwei Spezialisten haben eine klare Meinung.

Der Berliner Grunewald brennt und die Feuerwehr kann sich dem Feuer nur bedingt nähern, weil auch ein dort gelegener Sprengplatz mit Munitionsdepot betroffen ist und immer wieder dort gelagerte Munition explodiert. Die Explosionen sind lebensgefährlich für die Retter. Vielen Beobachtern stellt sich da die Frage: Was hat ein solcher Sprengplatz, auf dem unter anderem Weltkriegsbomben gelagert werden, im Wald zu suchen? Ist das aufgrund der Gefahr von Waldbränden nicht absurd?

"Ein Depot für Munition im Wald ist überhaupt keine absurde Idee, sondern eigentlich sehr gut geeignet", sagt Markus Fricke. Er ist Lehrgangsleiter für den Fachbereich Kampfmittelbeseitigung an der Dresdner Sprengschule. Der größte Vorteil von Waldlagen sei die meist große Entfernung zu Wohngebieten. "Wenn dann doch mal was passiert, kommen möglichst wenig Menschen zu Schaden", sagt er.

"Beim Sprengen entsteht Splitterflug, dessen Radius durch die Bäume deutlich eingeschränkt wird"

Markus Schäfer bestätigt diese Einschätzung. Er ist Sicherheitsingenieur und Kampfmittelbeseitiger in Brandenburg. Neben der Abgeschiedenheit seien die Bäume auch ein weiterer Schutzfaktor. "Beim Sprengen entsteht Splitterflug, dessen Radius durch die Bäume deutlich eingeschränkt wird." In Deutschland seien deshalb die meisten Sprengplätze in Waldgebieten, zum Beispiel im brandenburgischen Kummersdorf.

Markus Fricke von der Dresdner Sprengschule: "Ich kann mich an kein vergleichbares Ereignis in Deutschland erinnern"
Markus Fricke von der Dresdner Sprengschule: "Ich kann mich an kein vergleichbares Ereignis in Deutschland erinnern." (Quelle: privat)
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Außerdem betont Schäfer, dass es hohe Sicherheitsvorkehrungen auf Sprengplätzen gebe, wie zum Beispiel Bunkeranlagen, spezielle Gruben und Vorschriften, welche Stoffe wie gelagert werden dürfen. Darüber, was in Berlin schiefgegangen ist, möchte er momentan nicht spekulieren.

"Ich kann mich an kein vergleichbares Ereignis in Deutschland erinnern"

"Ich kann mich an kein vergleichbares Ereignis in Deutschland erinnern", sagt Fricke. Dass solche Unfälle bisher nie vorgekommen seien, sei ein Anzeichen dafür, dass die Lagerung gut funktioniere. Das Feuer in Berlin führe aber auch vor Augen: "Der Zweite Weltkrieg ist nicht vorbei. Das Risiko der Weltkriegsbomben bleibt."

Auch Schäfer betont, dass es im Umgang mit Sprengstoffen niemals absolute Sicherheit geben könne. "Kampfmittel sind hergestellt, um zu töten." Trotzdem seien Vorfälle in der Branche der Kampfmittelbeseitiger selten. "Wir haben immens viele Vorschriften. Gerüstbauer oder Lastwagenfahrer leben gefährlicher." Viel größer sei die Gefahr, dass Laien zu Schaden kämen, wenn sie Kampfmittel fänden. "Deshalb immer Finger weg, Polizei rufen."

Besserer Standort wäre wohl nicht leicht zu finden

Trotz der einhelligen Meinung der beiden Spezialisten, dass Wälder grundsätzlich kein verkehrter Ort für Sprengplätze und Bombenlagerung seien, ist nach dem Vorfall in Berlin eine Debatte um den Standort entbrannt. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey kündigte Gespräche über den Standort mit allen Beteiligten an. "So ein Sprengplatz gehört nicht in ein Naherholungsgebiet", sagte Berlins CDU-Chef Kai Wegner.

Kampfmittelbeseitiger Markus Schäfer: "Kampfmittel sind hergestellt, um zu Töten."
Kampfmittelbeseitiger Markus Schäfer: "Kampfmittel sind hergestellt, um zu töten." (Quelle: privat)

"Wenn man eine bessere Alternative findet, ist das gut. Aber die muss man erstmal finden, sonst sind das Sonntagsforderungen", sagt Fricke. In Bezug auf den aktuellen Brand in Berlin sei er erstmal froh, dass bisher niemand verletzt wurde, und hoffe, dass das so bleibe. "Wenn es dann um die Aufarbeitung geht, bin ich wie die gesamte Branche sehr gespannt darauf, was wir daraus lernen können."

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