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Berlin: Mann stirbt nach Polizeieinsatz – Obduktionsergebnis liegt vor


Mann stirbt nach Polizeieinsatz – Obduktionsergebnis liegt vor

Von dpa, mtt

22.10.2022Lesedauer: 2 Min.
Polizeibeamter mit Helm (Symbolbild): Den Einsatzkräften waren schwere Vorwürfe gemacht worden.Vergrößern des BildesPolizeibeamter mit Helm (Symbolbild): Den Einsatzkräften waren schwere Vorwürfe gemacht worden. (Quelle: Pressefoto Gora/imago images)
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Ein 64-Jähriger ist bei einem Polizeieinsatz kollabiert und später gestorben. Gegen die Beamten wurden Rassismusvorwürfe laut.

Nach der Obduktion hat die Staatsanwaltschaft Berlin bislang keine Hinweise dafür, dass der Tod eines schwarzen, psychisch kranken Mannes auf Fremdverschulden von Polizisten zurückzuführen ist. Die Untersuchung der Leiche des Mannes lasse keine "Anhaltspunkte für eine massive äußere mechanische Gewalteinwirkung erkennen", sagte Behördensprecher Sebastian Büchner am Samstag. Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" berichtet.

Der 64-Jährige war bei einem Polizeieinsatz am 14. September kollabiert, ins Koma gefallen und am 6. Oktober gestorben. Die Polizei ermittelt gegen die beteiligten Beamten. Die Berliner Opferberatungsstelle Reachout wirft der Polizei Rassismus und "massive brutale Gewalt" vor. Der Bruder des Toten verlangt die Aufklärung der Vorgänge.

Weitere Untersuchungen sollen Monate dauern

Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte bereits im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses am vergangenen Montag berichtet, es gebe keine Anzeichen für Fremdverschulden. Nun liegt das Obduktionsergebnis vor. Allerdings gibt es laut Staatsanwaltschaft noch tiefergehende Untersuchungen – denn bislang sei weiter unklar, warum der Mann während des Einsatzes zusammengebrochen sei.

"Es sind toxikologische und feingewebliche Begutachtungen veranlasst worden", sagte Büchner. "Wir erhoffen uns dadurch eine Erklärung für den Zusammenbruch." Mit Ergebnissen sei aber erst in ein paar Monaten zu rechnen.

Berliner Opferberatung: Beamter kniete auf Nacken

Der 64-Jährige sollte damals von Polizisten aus einem Heim in Spandau in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt werden. Ein Gericht hatte das angeordnet. Bei dem Einsatz hat der Mann nach Polizeiangaben erheblichen Widerstand geleistet.

Laut der Opferberatung Reachout war der 64-Jährige in Panik geraten, als er am 14. September die Beamten vor seiner Tür sah. Aus Angst habe er die Tür sofort wieder schließen wollen. Beamte hätten ihn dann zu Boden gebracht, sich auf ihn geworfen und fixiert. Der Mann habe im Gesicht geblutet. Während ein Beamter das Blut mit einer Decke weggewischt habe, habe ein anderer mit einem Knie auf dem Nacken des 64-Jährigen gekniet.

Betreuer vergleicht Fall mit dem Tod von George Floyd

Dann seien weitere Beamte ins Wohnheim geströmt und hätten niemanden mehr in sein Zimmer gelassen. Reachout zitierte einen Zeugen, demzufolge ein Polizist gesagt, der 64-Jährige würde nicht mehr atmen. "Obwohl ein Arzt und ein Krankenwagen vor Ort waren, dauerte die Wiederbelebung mehr als 20 Minuten", hieß es weiter in der Mitteilung von Reachout. Der Bruder des Opfers sei erst sieben Tage nach dem Vorfall vom Krankenhaus informiert worden.

Der Betreuer des Mannes wirft der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor und verglich ihr Vorgehen mit dem Fall George Floyd. Der schwarze US-Amerikaner wurde 2020 von einem Polizisten erstickt.

Verwendete Quellen
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