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Corona-Hilfen in Berlin: Clan-Mitglieder wegen Betrug unter Verdacht

Betrug vermutet  

Clan-Mitglieder sollen laut Bericht Corona-Hilfen kassiert haben

28.04.2020, 17:53 Uhr | dpa

Corona-Hilfen in Berlin: Clan-Mitglieder wegen Betrug unter Verdacht. Die Investitionsbank Berlin in der Bundesallee: Dort können Corona-Soforthilfen beantragt werden. (Quelle: imago images/STPP)

Die Investitionsbank Berlin in der Bundesallee: Dort können Corona-Soforthilfen beantragt werden. (Quelle: STPP/imago images)

Mitglieder arabischstämmiger Clans in Berlin stehen nach einem Bericht im Verdacht, im großen Stil Corona-Soforthilfen erhalten zu haben. Das macht Ermittler nun stutzig.

Mitglieder aus dem Clan-Milieu in Berlin sollen laut einem Bericht von Spiegel TV im großen Stil Corona-Soforthilfen kassiert haben. Die Berliner Kriminalpolizei stieß demnach bei einer ersten Prüfung auf Hunderte Anträge, wie es in dem Bericht mit Berufung auf Informationen aus der Polizei hieß.

Finanzexperten der Polizei hatten dem Bericht zufolge Wohn- und Geschäftsadressen von mehreren Großfamilien mit den Daten der Investitionsbank Berlin (IBB) abgeglichen. Dabei sei es zunächst nur um eine Anfangsrecherche gegangen, bei der die Polizei wenige Anschriften abfragte, die bereits aus früheren Verfahren aktenkundig waren. Über 250 Anträge auf finanzielle Hilfe hätten demnach zu den wenigen Clan-Adressen gepasst.

Hunderttausende Euro Schaden bei Soforthilfen

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, gebe es zwar noch keine Belege, dass Mitglieder von Clans in Berlin mit betrügerischer Absicht die Hilfen kassiert hätten. Dennoch passe die Adresse einer Immobilie auf einen 36-Jährigen aus dem Clan-Milieu, dessen Firmen Soforthilfe beantragt hatten. Die Adresse sei laut Tagesspiegel den Ermittlern bereits bekannt, weil sie möglicherweise mittels Strohmännern erworben worden sein könnte.

Die Polizei äußerte sich am Dienstagmorgen zunächst noch nicht zu dem Bericht, verwies aber auf eine spätere mögliche Stellungnahme. Die Berliner Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt hatten am 23. April bekannt gegeben, dass es Ermittlungen zu Subventionsbetrug in bislang knapp 150 Fällen gebe. Die Schadenshöhe lag zu dem Zeitpunkt bei etwa 700.000 Euro. Mit weit mehr Fällen werde aber noch gerechnet, hieß es. In manchen Fällen wurden Soforthilfen von mehreren zehntausend Euro für Firmen beantragt, die es gar nicht gibt.

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