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Berliner Party-Demo k├Ânnte Corona-Erfolge gef├Ąhrden

  • Tim Ende
  • Daniel Krause
Von Tim Ende, Daniel Krause

Aktualisiert am 04.06.2020Lesedauer: 3 Min.
Ohne Abstand: In Berlin hat eine gro├če Menschenmenge eine Techno-Party gefeiert.
Ohne Abstand: In Berlin hat eine gro├če Menschenmenge eine Techno-Party gefeiert. (Quelle: t-online.de)
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Eine Techno-Demo in Berlin mit Hunderten Teilnehmern sorgte bundesweit f├╝r Schlagzeilen. Die Unvernunft in der Corona-Krise k├Ânnte schwere Folgen haben. Geplant war alles offenbar ganz anders.

Der Ort, an dem sich das Coronavirus in der Hauptstadt zu Beginn der Pandemie stark ausbreitete, ist heute verrammelt. Im Berliner Club "Trompete" ging ein mit dem Coronavirus Infizierter feiern und steckte Dutzende Menschen an. Er war ein sogenannter "Superspreader". Die Clubs in Berlin sind seitdem geschlossen.

Am Pfingstsonntag wollten Demonstranten nun auf dem Landwehrkanal mit Booten und Musik auf die finanzielle Notsituation der Clubs aufmerksam machen. Doch die Demonstration artete zu einer Party mit 300 bis 400 Schlauchbooten und etwa 1.500 Teilnehmern aus. Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zeigte sich daraufhin entsetzt und auch der Veranstalter entschuldigte sich sp├Ąter f├╝r die Aktion, die selbst in ├╝berregionalen Medien f├╝r kritische Schlagzeilen sorgte.

"Niemand h├Ątte das wissen k├Ânnen"

F├╝r Au├čenstehende sah die Aktion so aus, als ob dem hedonistischen Partyvolk ihr Spa├č wichtiger sei, als die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus. Eine Teilnehmerin der Techno-Party, die anonym bleiben will, sagt gegen├╝ber t-online.de, dass dies keineswegs der Fall gewesen sei. Die Beteiligten h├Ątten keine b├Âsen Absichten gehabt. Sie sei mit acht Freunden und drei Schlauchbooten auf der Demonstration gewesen.

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Teilnehmer der Demo ""Ravekultur retten auf dem Landwehrkanal und Urbanhafen: Die Veranstaltung rief viel Protest hervor.
Teilnehmer der Demo ""Ravekultur retten auf dem Landwehrkanal und Urbanhafen: Die Veranstaltung rief viel Protest hervor. (Quelle: Travel Stock Image/imago-images-bilder)

"Ich finde, die Kritik ist teilweise begr├╝ndet. Es war aber nicht so, dass eine Party geplant war. Und dass es solche Ausma├če annimmt, konnte niemand wissen", sagt sie weiter. "Wir waren relativ fr├╝h da und nach und nach kamen immer mehr Leute. Dann l├Ąsst man sich nat├╝rlich mitrei├čen und denkt nicht daran, welche Konsequenzen es haben k├Ânnte." Ihre Teilnahme an der Demonstration bereue die junge Frau nicht.

Wieder mehr Menschen auf den Stra├čen

Der gro├če Andrang hatte die Veranstalter offenbar selbst ├╝berrascht, weswegen die Demonstration am fr├╝hen Abend abgebrochen wurde. Dass so viele Teilnehmer gekommen sind, hatte wohl auch mit dem guten Wetter am Pfingstsonntag zu tun. "Gerade bei guten Wetter sieht man wieder mehr Menschen auf den Stra├čen", sagt Stefan Petersen von der Pressestelle der Polizei Berlin.

Die Berliner Polizei kontrolliert im Berliner Mauerpark eine Gruppe: Viele Berliner halten sich an die Corona-Regeln, aber das gute Wetter verlockt auch zu Verst├Â├čen.
Die Berliner Polizei kontrolliert im Berliner Mauerpark eine Gruppe: Viele Berliner halten sich an die Corona-Regeln, aber das gute Wetter verlockt auch zu Verst├Â├čen. (Quelle: Seeliger/imago-images-bilder)

"Da durch die Lockerungen wieder mehr m├Âglich ist, gehen die Menschen nat├╝rlich wieder verst├Ąrkt raus", so Petersen. Bei manchen k├Ânne es dann auch vorkommen, dass die Corona-Regeln missachtet w├╝rden. "Besonders, wenn die Leute in Gruppen unterwegs sind." Doch die meisten w├╝rden nach einem freundlichen Hinweis der Polizei Verst├Ąndnis zeigen. "Es gibt immer F├Ąlle, wo manche kein Verst├Ąndnis aufbringen, aber der ├╝berwiegende Teil der Leute ist einsichtig."

Virus verbreitet sich beim Feiern leicht

Kalayci erkl├Ąrte am Dienstag, dass es "richtig und wichtig" war, die Clubs "fr├╝hzeitig zu schlie├čen, um die schnelle und unkontrollierte Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern". Ob die Veranstaltung am Pfingstwochenende nun viele Neuinfektionen zur Folge hat, wird zu beobachten sein, hie├č es auf Nachfrage von t-online.de aus der Senatsverwaltung. Die Beh├Ârde appelliert "an alle Berlinerinnen und Berliner, vern├╝nftig zu sein" ÔÇô "aus Eigeninteresse und aus Respekt vor den Anderen".

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Unterdessen ├Ąu├čerte sich auch Gesundheitsminister Jens Spahn zum Berliner Party-Protest. "Diese Bilder bereiten mir Sorgen", schrieb der Minister am Mittwoch auf Twitter. "Beim Feiern verbreitet sich das Virus besonders leicht." Zwar seien die Infektionszahlen in Deutschland aktuell auf niedrigem Niveau. "Gleichwohl sind wir noch mitten in der Pandemie. Lasst uns das Erreichte sichern und weiterhin im Alltag aufeinander Acht geben", schrieb Spahn.

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Von Antje Hildebrandt
CoronavirusPolizei

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