Sie sind hier: Home > Regional > Berlin >

Berlin: Arbeiten an Tesla-Fabrik gehen weiter – Umweltschützer verärgert

Nach Baustopp  

Tesla kann an Fabrik weiterbauen – Kritik von Umweltschützern

24.12.2020, 07:47 Uhr | AFP, dpa

Berlin: Arbeiten an Tesla-Fabrik gehen weiter – Umweltschützer verärgert. Blick auf die Baustelle der Tesla "Giga-Factory": Die Arbeiten gehen weiter. (Quelle: imago images/Christian Thiel)

Blick auf die Baustelle der Tesla "Giga-Factory": Die Arbeiten gehen weiter. (Quelle: Christian Thiel/imago images)

In Grünheide bei Berlin darf Tesla weiter an seiner E-Auto-Fabrik bauen. Die Arbeiten an der "Gigafactory" waren unterbrochen worden, weil Sicherheitsleistungen fehlten. Umweltverbände kritisieren das Projekt. 

Der US-Elektroautobauer Tesla kann auf der Baustelle seiner geplanten Fabrik in Grünheide bei Berlin weiterbauen – obwohl eine Sicherheitsleistung noch fehlt. Das Land Brandenburg habe sich mit Tesla auf eine verlängerte Frist bis zum 15. Januar zur Hinterlegung von 100 Millionen Euro für mögliche Rückbaukosten geeinigt, teilte das Umweltministerium mit.

Das Schreiben des Landesumweltamts an Tesla lag der dpa vor. Tesla hatte die Sicherheitsleistung nach einer vorzeitigen Zulassung für eine weitere Waldrodung und den Einbau von Maschinen für die Lackiererei nicht fristgerecht bis zum 17. Dezember erbracht. Daraufhin ruhten die Arbeiten vorerst.

Das Unternehmen habe dem Land am Mittwoch in einer Patronatserklärung Sicherungen für sämtliche vorzeitigen Genehmigungen von Baumaßnahmen zugesichert, erläuterte Ministeriumssprecherin Frauke Zelt. Bis zum 15. Januar solle nun geklärt werden, in welcher Form die Sicherheitsleistungen erbracht werden. Gleichzeitig genehmigte das Landesumweltamt am Mittwoch dem Unternehmen, an Werktagen im 24-Stunden-Betrieb für bestimmte Arbeiten auf der Baustelle weiterzubauen, wie die Sprecherin bestätigte.

Umstrittene Rodungen

Tesla kann allerdings nur einen Teil der beantragten Waldfläche von bis zu 83 Hektar roden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte entschieden, dass das Unternehmen bestimmte Randbereiche von Flächen wegen des Artenschutzes von Zauneidechsen nicht roden darf. Damit hatten der Naturschutzbund (Nabu) und die Grüne Liga Brandenburg teilweise Erfolg mit einer Beschwerde gegen die vorzeitige Genehmigung des weiteren Baumfällens.

Umweltschützer haben die Entscheidung des Landesumweltamts kritisiert, Tesla den Weiterbau zu erlauben. "Von wegen Stille Nacht in Grünheide", monierte der Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei, Christian Rechholz, am Mittwoch laut einer Pressemitteilung. "Auf den letzten Drücker" und wenn" alle gedanklich" schon im Weihnachtsurlaub seien, habe die Behörde Tesla die Genehmigung zum Weiterbau erteilt.

Der Bau der ersten europäischen E-Auto-Fabrik von Tesla ging bisher sehr zügig voran. Ziel des US-Elektroautobauers ist es, im Juli 2021 mit der Produktion zu beginnen. Tesla baut bisher über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die Entscheidung über die abschließende umweltrechtliche Genehmigung durch das Land Brandenburg noch aussteht. Das Brandenburger Landesumweltamt wertet noch eine Anhörung von Naturschützern und Anwohnern aus. Sie befürchten negative Folgen der Fabrik für die Umwelt, unter anderem wegen des Wasserverbrauchs und weil ein Teil der Baustelle in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal