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Berlin: Kostenlose Schnelltests – so wird das Angebot angenommen

Neues Angebot  

Kostenlose Schnelltests in Berlin – so lief der erste Tag

Von Kriss Rudolph

08.03.2021, 17:39 Uhr
Berlin: Kostenlose Schnelltests – so wird das Angebot angenommen. Vor der Teststation an der Lehrter Straße warten Menschen: Einmal wöchentlich können sich Berliner nun kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.  (Quelle: t-online/Kriss Rudolph)

Vor der Teststation an der Lehrter Straße warten Menschen: Einmal wöchentlich können sich Berliner nun kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. (Quelle: Kriss Rudolph/t-online)

Alle Berliner können sich seit diesem Montag einmal pro Woche unentgeltlich auf das Coronavirus testen lassen. Für die Schnelltests stehen 16 Testzentren bereit. Der Andrang war am ersten Tag übersichtlich; hier und da gab es technische Probleme.

Für die meisten Teststellen ist vorab eine Terminvereinbarung notwendig, etwa in der Prinzenstraße in Kreuzberg. Um 11.40 Uhr warten dort genau vier Menschen auf der Straße. Darunter die 21-jährige Selina, die einfach gerne mal wissen möchte, woran sie ist und ob sie das Virus hat. Ein 22-jähriger Student lässt sich testen, weil er seine Familie besuchen will.

In der Blücherstraße, einen guten Kilometer weiter südlich, geht es ohne Anmeldung. Hier ist um 12.30 Uhr ein wenig mehr los. Auf dem Gelände der Carl-von-Ossietzky-Schule steht etwa ein Dutzend Menschen, drei Helfer sind im Einsatz. Ein älterer Herr, 75, steht abseits der Schlange. Er will sich nur umsehen. "Ich finde es vollkommen bescheuert, mich testen zu lassen, wenn ich nichts Größeres plane", sagt er. "Ich wüsste nicht, warum ich mich hier anstellen sollte, ohne Symptome."

Die 30-jährige Anna hat einen guten Grund: "Ich finde es interessant, zu wissen, wie hoch die Dunkelziffer ist", sagt sie vor ihrem ersten Test. "Viele sind ja ohne Symptom, können das Virus aber trotzdem haben." Die 26-jährige Franziska hat gerade Urlaub auf Gran Canaria gemacht. Eine andere Frau wurde schon mehrfach getestet – das geht bei Vivantes kostenlos, wenn man Lehrerin ist, wie sie. Heute ist sie allerdings hier, weil sie auf ihren Mann wartet, der gerade getestet wird.

Auch das Ehepaar Herrmann wurde schonmal getestet: Vergangenes Jahr, vor und nach ihrem Portugal-Urlaub. Mario Herrmann (62) ist Coach, seine Frau Sabine (55)  Personalsachbearbeiterin. "Eigentlich wollten wir uns in Tempelhof-Schöneberg testen lassen, weil wir da wohnen. Aber bei der Online-Anmeldung gab es erst Termine für Anfang Juni. Das fanden wir ein bisschen komisch."

Menschen stehen in einer Schlange vor der Teststelle an der Prinzenstraße: Die Menschen kamen aus unterschiedlichen Gründen, um sich testen zu lassen. (Quelle: t-online/Kriss Rudolph)Menschen stehen in einer Schlange vor der Teststelle an der Prinzenstraße: Die Menschen kamen aus unterschiedlichen Gründen, um sich testen zu lassen. (Quelle: Kriss Rudolph/t-online)

"Das hätte es früher geben müssen"

13.15 Uhr: In der Lehrter Straße haben sich rund 30 Menschen eingefunden. Darunter viele junge Leute, etliche Pärchen wie Christofer (32) und Ina (27). Sie ist Erzieherin in einer Grundschule, er hat gerade einen neuen Job angefangen und wird vor Ort eingearbeitet. "Diese Testangebote hätte es früher gegeben müssen", findet Christofer. "Jetzt ist es allerhöchste Eisenbahn."

Henry (30) und seine Freundin (30) machen heute nicht den ersten Test. Sie waren schonmal bei einem privaten Anbieter. "50 Euro hat da der Schnelltest gekostet", sagt Henry. Aber sie wollten damals sicher gehen, weil sie sich mit Freunden trafen, und eine schwangere Frau war dabei. Dass man sich jetzt kostenlos testen lassen kann, findet Henry eine "super Sache".

Technische Herausforderungen

Einige in der Warteschlange kämpfen mit den hellen Sonnenstrahlen, die das Lesen am Handy erschweren; andere mit der Technik. Ein älterer Herr ist genervt: "Es funktioniert nicht", schimpft er. Er ist mit seiner Frau hier, weil sie ein Familientreffen vor sich haben. "Man kriegt einen Link zugeschickt, da muss man draufklicken, aber dann kommt eine Fehlermeldung – immer wieder."

Etwas abseits stehen Stefan und Alexandra (beide 34). Beide arbeiten im Homeoffice. Auch sie haben mit der Registrierung gekämpft. "Nach dem 5. Mal ging es dann", sagte Stefan. Seine Freundin hat letzte Nacht gehustet und lässt sich heute zum ersten Mal testen. Sie wäre eigentlich schon dran gewesen, aber da sie vorher einen Kaugummi gekaut hat, muss sie noch 15 Minuten warten. Das gilt übrigens auch für Bonbons und Zigaretten; auch die Zähne sollte man 30 Minuten vor dem Test nicht putzen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen

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