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"Lehrer knapp wie Goldstaub": Schulleiter schlagen Alarm

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"Lehrer knapp wie Goldstaub": Schulleiter schlagen Alarm

14.06.2021, 13:25 Uhr | dpa

"Lehrer knapp wie Goldstaub": Schulleiter schlagen Alarm. Corona und Schulen

Eine Atemschutzmaske liegt neben einem Federmäppchen. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Trotz sinkender Infektionszahlen blicken viele Berliner Schulleiter mit großen Sorgen auf das neue Schuljahr. Während der Corona-Pandemie seien die Probleme an den Schulen noch deutlicher geworden, sagte die Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen (IBS), Astrid-Sabine Busse, am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Schulleiterverbände. "Die wichtigsten Akteure sind und bleiben die Lehrerinnen und Lehrer. Die sind so knapp wie Goldstaub. Und es wird jedes Jahr enger."

Aus Sicht der Schulleitungen muss etwas geschehen, damit das Problem nicht aus dem Ruder läuft. Eine zentrale Forderung lautet, Lehrkräfte in Berlin wieder zu verbeamten. Andernfalls sei der wachsende Bedarf angesichts der anstehenden Pensionierungszahlen bei gleichzeitig steigenden Schülerzahlen nicht zu decken, argumentierte Busse. Ein Drittel aller Lehrkräfte in Berlin seien 55 Jahre oder älter - viele davon gingen in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand. Laut Busse wird für das Schuljahr 2025/26 ein Bestand von 23.000 Lehrkräften erwartet - bei einem Bedarf von rund 32.860.

Sven Zimmerschied von der Vereinigung der Schulleiter von Sekundarschulen (BISSS) bestätigte, es gebe bereits ein massives Personalproblem. "Es ist dramatisch. Berlin muss endlich wieder verbeamten", sagte er. Stellen mit klassisch ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen, sei schon jetzt oft unrealistisch. Und für die Zukunft sieht der Leiter einer Integrierten Sekundarschule in Charlottenburg ebenfalls schwarz: "Das Problem wird immer größer."

Busse befürchtet gravierende Folgen: "Die Unterrichtsqualität leidet", sagte die Leiterin einer Grundschule in Neukölln. Dabei sei es ohnehin schwierig genug, die Lernrückstände durch die Pandemie aufzuholen. In Berlin werden Lehrkräfte seit 2004 nicht mehr verbeamtet - inzwischen anders als in allen übrigen Bundesländern.

Die Ausbildung von Lehrkräften in der Hauptstadt sei anerkanntermaßen gut, betonte Busse. "Dann kommt der Tag des zweiten Examens und dann sagt uns die Kollegin: "Es war schön bei Ihnen, ich bedanke mich, aber ich bleibe nicht in Berlin"", erzählte sie von ihren Erfahrungen. Viele junge Lehrkräfte gingen dann einfach ins Nachbarland Brandenburg.

Arnd Niedermöller, neuer Sprecher der Vereinigung der Oberstudiendirektoren (VOB) in Berlin, wies darauf hin, dass Berlin im Gegenteil unbedingt Lehrkräfte aus anderen Bundesländern gewinnen müsse. Die Situation an den Gymnasien sei zwar "ein klein wenig entspannter". Aber auch dort gebe es Mängelfächer, für die kaum Pädagogen zu finden seien.

Die Stellen mit Quereinsteigern zu besetzen, die ursprünglich nicht auf Lehramt studiert haben, ist aus Sicht der Schulleiter keine optimale Lösung. "Die Schulen sind zum Teil damit überfordert", stellte Busse fest. In der Regel seien es nicht ein oder zwei Quereinsteiger, sondern viele - und die konzentrierten sich oft auch noch in Grundschulen an sozialen Brennpunkten. "Und das geht nicht", so die Neuköllner Schulleiterin.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist inzwischen ebenfalls für die Verbeamtung von Lehrkräften. "Wenn außer Berlin alle anderen Bundesländer verbeamten, muss die Politik sich der Realität stellen", teilte sie am Montag mit. Das sei bisher am Widerstand der Koalitionspartner gescheitert. "Dabei müssen wir wettbewerbsfähig sein - zum Wohle unserer Kinder."

SPD-Fraktionschef Raed Saleh kündigte an, die Verbeamtung der Lehrkräfte werde ein wesentliches Thema bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September sein. Er erwarte, dass dieser Punkt in der nächsten Legislaturperiode definitiv gelöst werden müsse.

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