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Berlin: Messer-Angriff auf Gehweg – eskaliert gerade ein Clan-Krieg?

Clankriminalität nicht ausgeschlossen  

Gewalt im Wedding: Mann niedergestochen

03.08.2021, 11:51 Uhr | t-online, mtt

Berlin: Messer-Angriff auf Gehweg – eskaliert gerade ein Clan-Krieg?. Blut auf dem Boden: In diesen Spätkauf in der Müllerstraße schleppte sich das schwer verletzte Messeropfer. (Quelle: Morris Pudwell)

Blut auf dem Boden: In diesen Spätkauf in der Müllerstraße schleppte sich das schwer verletzte Messeropfer. (Quelle: Morris Pudwell)

Am Freitag wurden in Berlin-Wedding drei Männer durch Schüsse, Schläge und Stiche schwer verletzt. In der Nacht zu Dienstag floss im Bezirk erneut Blut. Auf einem Gehweg gerieten vier Männer in Streit, einer wurde niedergestochen.

In der Müllerstraße in Berlin-Wedding ist am Montagabend gegen 22.35 Uhr ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Der 32-Jährige war in Begleitung eines Gleichaltrigen, als er mit zwei bisher Unbekannten auf dem Gehweg in Streit geriet. Einer der Kontrahenten zückte ein Messer – und stach dem Opfer in den Oberschenkel.

Laut einer Polizeisprecherin traf er dabei offenbar eine Arterie. Auf der Flucht vor den Angreifern sei der stark blutende Verletzte von seinem Begleiter in einen Spätkauf geschleppt worden. Die Angreifer flohen mit einem dunklen Kleinwagen.

Polizei rätselt über Hintergründe 

Der schwerverletzte 32-Jährige musste im Krankenhaus notoperiert werden. Sein Begleiter wurde ambulant in einem Krankenhaus behandelt, weil er sich die Schulter ausgekugelt hatte, als er seinen Freund stützte.

Ein Fachkommissariat der Direktion 1 hat die Ermittlungen übernommen. Die Beamten würden in alle Richtungen ermitteln, hieß es. Auch Clankriminalität werde nicht ausgeschlossen.

Schüsse auf Baumarkt-Parkplatz in Berlin-Wedding (Quelle: dpa/Paul Zinken)Polizisten mit Maschinenpistolen auf dem Baumarkt-Gelände: Ermittler gehen von einem Clan-Streit aus. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Zwei Clan-Thesen zur Baumarkt-Schießerei 

Zuvor war es am Freitag ganz in der Nähe zu einem Gewaltausbruch auf dem Parkplatz eines Baumarktes gekommen. Ermittler des Landeskriminalamtes prüfen laut "Tagesspiegel" zwei Thesen, die beide von Streit im Clan-Milieu ausgehen. 

Gegen 18 Uhr waren dort mehrere Männer aneinander geraten – bei der brutalen Auseinandersetzung gab es drei Schwerverletzte. Ein 44-Jähriger soll laut Polizei mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper verletzt worden sein. Ein Gleichaltriger erlitt durch einen Schlag mit einem Gegenstand einen Knochenbruch. Ein Dritter, ein 36 Jahre alter Mann, kam wegen offenbar mehrerer Schussverletzungen ins Krankenhaus. 

Auf ihrer Flucht vom Parkplatz sollen zwei Tatverdächtige mit ihrem Auto noch einen weiteren Mann angefahren, aber augenscheinlich nicht verletzt haben. Als die Polizei am Tatort ankam, war dieser Mann weg.

Schüsse auf Baumarkt-Parkplatz in Berlin-Wedding (Quelle: dpa/Paul Zinken)Beamte am Tatort: Drei Männer wurden bei dem laut Polizei offenbar gezielten Angriff schwer verletzt. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

► Laut dem Bericht vermuten die Ermittler einen Streit um Geld innerhalb des Clans – die erste These der Behörden. Demnach hätten sich Vertreter zweier Clan-Flügel am Baumarkt getroffen, es sei sofort zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Was zu dieser Theorie passt: In der Nähe des Baumarkts trafen die Beamten eine bekannte, wegen Gewalttaten vorbestrafte Figur aus dem Milieu an. Der Mann könnte als "Friedensrichter" gerufen worden sein, um den Streit zu schlichten. 

►  Auch eine Fehde zwischen den Großfamilien El-Zein und Remmo halten die Ermittler laut dem Bericht für möglich. Hintergrund hier könnte ein Streit um Schutzgelderpressung gewesen sein. Dieser These zufolge wollten Mitglieder des einen Clans jemanden der Konkurrenzfamilie entführen.

Laut Polizei zeichnet sich die Tat vor dem Baumarkt durch ein großes Gewaltpotenzial aus. Die Beamten gehen von einem gezielten Angriff aus und zeigen sich beunruhigt. Mitten in der Stadt werde auf einem belebten Parkplatz geschossen, "es folgt aber wieder kein öffentlicher Aufschrei, sondern routinierte zur Kenntnisnahme", zitierte der "Tagesspiegel" einen Szenekenner.

Verwendete Quellen:

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