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Experten kritisieren Ende der Maskenpflicht in Schulen

Von t-online, mtt

Aktualisiert am 04.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Masken auf dem Platz eines Schülers (Archivbild): In Berlin und anderen Bundesländern sind die Kinder von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit.
Masken auf dem Platz eines Schülers (Archivbild): In Berlin und anderen Bundesländern sind die Kinder von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-bilder)
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In Berlin müssen Grundschüler seit heute keine Maske mehr im Unterricht tragen. Auch in anderen Bundesländern gibt es Lockerungen

Kein Mund-Nasenschutz mehr nötig: Schüler bis einschließlich zur sechsten Klasse sind in Berlin seit Montag vom Tragen einer Maske im Unterricht befreit.

Mit dieser Lockerung ist Berlin nicht allein. In Brandenburg dürfen Grundschüler schon seit Mitte September auf Masken verzichten, im Saarland sind seit Freitag alle Schüler von der ersten Klasse bis zum Abitur befreit, in Bayern gilt das wie in Berlin seit Montag. Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Baden-Württemberg diskutieren noch.

Aber was Schüler jubeln lässt, löst bei einigen Experten Stirnrunzeln aus. Über die Frage, ob die Lockerung wirklich sinnvoll ist, ist ein erbitterter Streit entbrannt.

Bundesbildungsministerin hat Verständnis für Berliner Entscheidung

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) argumentiert, es sei "wirklich an der Zeit" für ein Stück mehr Normalität: "Es gibt Kinder, die eineinhalb Jahre Maske getragen haben und Schule noch nie ohne erlebt haben." Masken würden unter anderem Sprachentwicklung, Rechtschreibung und Lesefähigkeit negativ beeinflussen, sagte sie, als sie die Entscheidung verkündete.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stimmt zu. Das Tragen von Masken beeinträchtige den Unterricht, sagte sie der "Rheinischen Post".

Und der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, erklärte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es könne nicht sein, dass den Jüngsten das Maskentragen "weiterhin von der Gesellschaft zugemutet wird, um auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern".

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Er sehe keinen Grund, warum Grundschüler im Unterricht grundsätzlich weiterhin Maske tragen sollten. Sie würden erheblich weniger zum Infektionsgeschehen beitragen als Jugendliche und Erwachsene.

RKI-Zahlen widersprechen Fischbach

Ein Blick auf die Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigt jedoch: In keiner Altersgruppe ist die Inzidenz derzeit höher als bei Schülern. In der Gruppe der 5- bis 9-Jährigen beträgt sie 139,4, bei den 10-bis 14-Jährigen sogar 167,9. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung haben sich innerhalb der vergangenen sieben Tage 64,7 Menschen pro 100.000 Einwohner neu mit Corona infiziert.

Und: Während zwei Drittel der Gesamtbevölkerung geimpft sind, ist es bei den 12- bis 17-Jährigen nur ein Drittel (33,7 Prozent). Für alle unter 12 ist noch gar kein Impfstoff zugelassen. Verschiedene Experten kritisieren daher, die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht komme zu früh.

Harte Kritik aus der Wissenschaft

Die Leiterin der Forschungsgruppe „Neu auftretende Viren“ an der Universität Genf hält die Entscheidung gegen die Maskenpflicht für „vollkommen unlogisch“. Es gebe in ihren Augen "keinerlei rationale Gründe dafür, in den Winter hinein bei den noch umgeimpften Kindern die Schutzmaßnahmen zu reduzieren“, sagte Isabella Eckerle dem Berliner "Tagesspiegel".

Deutliche Worte auch von der Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: Sie halte eine Lockerung "ehrlich gesagt für ziemlich dumm", sagte sie der "Rheinischen Post". Der Nutzen von Masken sei wissenschaftlich erwiesen, die Maßnahme koste zudem fast nichts.

"Durchseuchung mit Ansage"

Der Deutsche Lehrerverband, die Bildungsgewerkschaft VBE, der Städte- und Gemeindebund sowie viele Eltern sind ebenfalls skeptisch. Julia A. Noack, die in Berlin eine Petition gegen das Ende der Maskenpflicht startete, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: "In der Schule sind unsere Kinder unter 12 durch nichts anderes geschützt."

Abstände seien quasi nicht einzuhalten, Dutzende Kinder säßen stundenlang gemeinsam in den Räumen. "Ohne Maske wird das eine Durchseuchung mit Ansage", kritisierte Noack. Bis Montagmittag unterschrieben rund 2.000 Menschen ihre Petition.

Impfung für Kinder unter zwölf in Sichtweite

Die Gefahr ist laut Experten nicht nur, dass die Kinder das Coronavirus in ihre Familien tragen – auch auf Risiken für die Kinder selbst wird hingewiesen. Spätfolgen und schwere Verläufe kämen bei Kindern zwar wesentlich seltener als bei Erwachsenen vor, sagte Jana Schroeder, Epidemiologin und Chefärztin in Rheine, dem "Tagesspiegel". Bei rund neun Millionen Kindern unter 12 Jahren in Deutschland müsse man aber trotzdem mit vielen Fällen rechnen.

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Und das, während die Impfung für Kinder unter 12 in Sichtweite sei. Der Hersteller Biontech hatte vor kurzem angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder in dem Alter zu beantragen.

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