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Strengere Corona-Regeln: Tanzverbot in Berliner Clubs – Commission entsetzt

Ab Mittwoch Tanzverbot in Berliner Clubs  

Clubcommission: "Nur Reaktionismus. Keine Vision"

03.12.2021, 18:31 Uhr | dpa, AFP, LKA

Strengere Corona-Regeln: Tanzverbot in Berliner Clubs – Commission entsetzt. Menschen tanzen in einem Club (Symbolbild): Damit ist in Berlin ab Mittwoch erst einmal wieder Schluss. Die Clubs dürfen aber zunächst offen bleiben.  (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)

Menschen tanzen in einem Club (Symbolbild): Damit ist in Berlin ab Mittwoch erst einmal wieder Schluss. Die Clubs dürfen aber zunächst offen bleiben. (Quelle: Sophia Kembowski/dpa)

Einige der von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Regeln gelten in Berlin bereits. Trotzdem hat der Senat nochmal nachgeschärft: So darf in den Clubs nicht mehr getanzt werden. Die Berliner Clubcommission zeigt sich entsetzt.

Das Tanzen in den Berliner Clubs ist wegen der heftig gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen ab Mitte nächster Woche verboten. Zwar werden die Clubs wegen rechtlicher Fragen noch nicht geschlossen, "aber es darf nicht mehr getanzt werden", sagte der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler (SPD), nach einer Sondersitzung des Senats am Freitag.

Vom Bund sei beschlossen worden, Clubs bei hohen Inzidenzwerten über 350 zu schließen, der rechtliche Prozess dazu laufe aber noch, sagte Gaebler. Wenn der Bund nächste Woche die Gesetze anpasse, werde man auch in Berlin erneut beraten. Das Verbot des Tanzens sei aber auch schon ohne Beteiligung des Parlaments nach dem Infektionsschutzgesetz möglich. Es gilt ab Mittwoch, weil dann die neuen Verordnungen in Kraft treten.

Berliner Clubcommission sieht schwere finanzielle und psychische Folgen

Die Berliner Clubcommission zeigte sich auf t-online-Anfrage entsetzt: "Diese Pressekonferenz war eine Kapitulation vor der Pandemie. Und das in einer Stadt, in der Clubkultur solch einen hohen Stellenwert einnimmt", so Vorstandsmitglied Lutz Leichsenring. "Nur Reaktionismus. Keine Vision, keine Ideen, wie man gesellschaftliches Leben während einer Pandemie ermöglichen kann." Es sei "absurd", die Verantwortung auf die Clubs abzuwälzen. "20 Monate Pandemie und keine bessere Idee als ein Tanzverbot auszusprechen", so die Commission.

Dass die Einschränkungen durch keine konkreten Daten zu Höhe von Infektionen durch Clubgänge begründet werden, kritisiert die Organisation ebenfalls und verweist auf das PCR-Pilotprojekt gemeinsam mit SenKult und der Charité, das ein großer Erfolg gewesen sei.

"Solidarität ist keine Einbahnstraße", so Leichsenring. Bei Einschränkungen müsse die ökonomische Sicherheit von Kulturschaffenden und Arbeitnehmer in diesem Sektor mitberücksichtigt werden. Das werde aktuell viel zu wenig mitgedacht. "Vom ökonomischen Schaden mal abgesehen macht das auch Viele einfach psychisch fertig, Betreibende ebenso wie Angestellte." Das Programm sei bei vielen Clubs bereits für Monate gebucht und auf Tanzen ausgerichtet. Es müsse nun abgesagt oder verlegt werden. Die finanziellen Folgen seien noch nicht abzusehen.

Berlin beschließt "erhebliche Einschränkungen für Ungeimpfte"

Offen bleiben dürfen Restaurants und Kneipen, aber es soll neue Abstandsregeln geben und weniger Tische. Auch Weihnachtsmärkte bleiben zunächst geöffnet. Es gilt die 2G-Regel

Zudem wurden "erhebliche Einschränkungen für Ungeimpfte" beschlossen, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitag mitteilte. "Wir müssen Gefahren reduzieren, wo es nur geht." So gelten ab Mittwoch Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Personen. Demnach reduziert sich die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Treffen, sobald ein Ungeimpfter dabei ist, auf zwei Haushalte.

Obergrenzen bei Veranstaltungen deutlich strenger als bei Bund-Länder-Treffen beschlossen

Auch eine niedrigere Obergrenze bei Großveranstaltungen wurde beschlossen. Im Freien sind dann nur noch höchstens 5.000 Teilnehmende, in geschlossenen Räumen 2.500 erlaubt.

Dies sei "noch mal eine deutliche Reduzierung" im Vergleich zu der beim Bund-Länder-Treffen beschlossenen Obergrenze, erklärte Müller. Damit sollten auch die Kontakte im Umfeld solcher Veranstaltungen, also zum Beispiel im Nahverkehr, reduziert werden.

Müller: Viele Beschlüsse der Ministerpräsidentenrunde in Berlin bereits umgesetzt

Neu beschlossen wurde zudem eine ergänzende 3G-Regel für den öffentlichen Nahverkehr, nach der die Maskenpflicht dann zusätzlich auf Bahnsteigen gilt.

Es hätten nur wenige Dinge angepasst werden müssen, sagte Müller. Viele der von der Ministerpräsidentenrunde beschlossenen Maßnahmen seien in Berlin schon früher umgesetzt worden. Er habe mit den Neuregelungen "die Hoffnung, dass wir gut durch die Winterzeit kommen".

Bund und Länder hatten sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag auf eine Reihe strengerer Corona-Regeln im Kampf gegen die vierte Corona-Welle verständigt.

Verwendete Quellen:
  • Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP
  • Anfrage Berliner Clubcommission

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