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"Hat nicht geklappt": Leipzigs Marsch-Experiment gescheitert

Von dpa
03.12.2021Lesedauer: 3 Min.
RB Leipzig - Jesse Marsch
Jesse Marsch kommt ins Stadion. (Quelle: Uwe Anspach/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Zur besten FrĂŒhstĂŒckszeit beendete RB Leipzig das Experiment mit Jesse Marsch. Nach nur fĂŒnf Monaten gab der erstmals tiefer kriselnde Vizemeister am Sonntagmorgen um zehn nach zehn die Trennung vom US-Amerikaner bekannt - die nach dem Weggang von Julian Nagelsmann geplante RĂŒckkehr zur RB-DNA war damit krachend gescheitert. In der Champions League am Dienstag gegen Manchester City soll Co-Trainer Achim Beierlorzer auf der Bank fĂŒr Aufbruchstimmung sorgen. Ein neuer Coach soll zeitnah prĂ€sentiert werden.

"Wir wollten mit Jesse die Kernphilosophie herausstellen. Das hat nicht geklappt, weil die Mannschaft nicht bereit war, zu 100 Prozent den MatchplĂ€nen und der Überzeugung zu folgen", sagte Clubboss Oliver Mintzlaff bei Sport1. Dass Marsch beim 1:2 bei Union Berlin am Freitag noch in der Corona-QuarantĂ€ne in seiner Leipziger Wohnung hockte und nur virtuellen Kontakt zum Team hatte, interessierte Mintzlaff nicht. "Es spielt fĂŒr mich keine Rolle, ob jemand krank ist oder ob die Kommunikation nicht so ideal war. Wir hĂ€tten heute gewinnen mĂŒssen, das war der klare Auftrag", sagte der 46-JĂ€hrige in der ARD.

Mintzlaff geht aktuell davon aus, "dass wir zur RĂŒckrunde den neuen Cheftrainer prĂ€sentieren können". Die Spekulationen um Marschs Nachfolger hatten bereits am Samstag begonnen, als der 48-JĂ€hrige offiziell noch seinen Job hatte. Domenico Tedesco dĂŒrfte in der Favoritenstellung sein. Der 36-JĂ€hrige ist verfĂŒgbar und smart genug fĂŒr das von RB verkaufte Image. Außenseiterchancen hat womöglich Lucien Favre, eine Salzburger Lösung mit dem erst im Sommer angetretenen Matthias Jaissle dĂŒrfte kaum zur Debatte stehen. Kandidaten wie Roger Schmidt (Eindhoven), Erik ten Hag (Ajax), Bo Svensson (Mainz) und Robert Klauß (NĂŒrnberg) sind gebunden und kommen aus diversen GrĂŒnden kaum infrage.

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Der Druck liegt nun vor allem auf Mintzlaff. Der Ex-Leichtathlet muss das sportliche Fiasko mit Marsch reparieren, an dem er selbst großen Anteil hat. Schließlich ließ er nicht nur Sportdirektor Markus Krösche ziehen, sondern rollte diversen Berichten zufolge Nagelsmann praktisch den mit gut 20 Millionen Euro geschmĂŒckten roten Teppich fĂŒr einen Wechsel zum FC Bayern MĂŒnchen aus.

In der Kritik der Fans steht der Vorstandschef deshalb schon lĂ€nger. Seine teilweise unsouverĂ€nen TV-Auftritte nach dem Union-Spiel offenbarten, dass auch Mintzlaffs NervenkostĂŒm geschwĂ€cht ist. "Der Weg von RB Leipzig ging bisher nur in eine Richtung. Es ist eine Phase, die wir so nicht kennen. Wir werden das analysieren und die richtigen Schritte einleiten mĂŒssen", sagte Mintzlaff.

Dass die Trennung vom menschlich tadellosen Marsch der richtige Schritt ist, ist unbestritten. Er kommt halt zu spĂ€t. Laut Mintzlaff habe Marsch nach dem 3:0 gegen Bochum und dem 1:1 in Frankfurt Zweifel geĂ€ußert, ob er der richtige Mann fĂŒr den Job sei. Intern war die Stimmung also eher das Gegenteil des von Marsch vorgelebten Optimismus - und hat sich, wie An der Alten Försterei offensichtlich wurde, auch auf die Mannschaft ĂŒbertragen.

Allerdings muss man zĂŒgig die Kurve kriegen. Schon am Dienstag geht es gegen den englischen Meister Manchester City im Fernduell mit dem FC BrĂŒgge um die Qualifikation zur Europa League. Die wird nur erreicht, wenn RB genauso viele Punkte holt wie die Belgier in Paris. Und in den restlichen Bundesliga-Spielen sind Siege gegen Mönchengladbach, in Augsburg und gegen Bielefeld Pflicht, um wenigstens in Schlagdistanz zu den Champions-League-PlĂ€tzen zu bleiben.

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