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"Jeder Verkehrstote ist einer zu viel!"

Von t-online
Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Berlins ehemaliger Bürgermeister Michael Müller (Archivbild): Bei den Wahlen im Herbst 2021 erhielt der SPD-Politiker ein Direktmandat für den Bundestag.
Berlins ehemaliger Bürgermeister Michael Müller (Archivbild): Bei den Wahlen im Herbst 2021 erhielt der SPD-Politiker ein Direktmandat für den Bundestag. (Quelle: Markus Heine/imago-images-bilder)
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Nach sieben Jahren ist Schluss: Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Michael Müller wechselt in den Bundestag. Mit t-online schaut er auf das vergangene Jahr zurück. Dieses Mal: die Mobilität in Berlin.

Als Regierender Bürgermeister saß Michael Müller (SPD) jahrelang auf dem Chefsessel des Roten Rathauses in Berlin. Nach sieben Jahren im Amt wurde er nun am 21. Dezember von seiner Parteikollegin Franziska Giffey abgelöst und wechselt von der Landes- in die Bundespolitik. Bei der Wahl im September gewann er ein Direktmandat und zog in den Bundestag ein.

Mit t-online hat der Ex-Bürgermeister auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Was wurde unternommen, um Fußgänger und Radfahrende besser zu schützen? Und wie ging es mit dem Ausbau der U-Bahn voran?

Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt.

t-online: Wo wurden in Berlin 2021 im Bereich der Mobilität die meisten Fortschritte gemacht?

Michael Müller: Fortschritte im Bereich Mobilität haben wir in vielen Bereichen geschafft. Zum Beispiel bei der U-Bahn: Wir haben 2020 eine neue Linie eröffnet und 2021 den neuen Bahnhof Museumsinsel. Im Senat haben wir U-Bahn-Machbarkeitsstudien zur Verlängerung der U6, U7 BER, U7 Heerstraße und U8 besprochen, die Verlängerung der U3 bis zum Mexikoplatz soll weiter geplant werden.

Auch bei der S-Bahn gibt es neue Entwicklungen, denn das Vergabeverfahren für die Stadtbahn und die Nord-Süd-Trasse wurde auf den Weg gebracht. Darüber hinaus geht die Umstellung auf Elektrobusse voran und es wurde beschlossen, dass es im Jahr 2022 keine Fahrpreiserhöhung gibt. Wie der Radverkehr in der Stadt künftig ausgebaut und gestärkt wird, haben wir im November im Radverkehrsplan festgelegt.

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Ist es der Regierung im vorigen Jahr aus Ihrer Sicht gelungen, den ÖPNV für Bürgerinnen und Bürger attraktiver zu gestalten?

Ja, aber es muss natürlich noch mehr passieren: Zum Beispiel mit dem erwähnten Beschluss, dass im Jahr 2022 die Fahrpreise nicht erhöht werden. Zudem haben wir bereits ein kostenloses Schülerticket, ein 365-Euro-Azubi-Ticket und ein attraktives Firmenticket.

Der VBB hat dieses Jahr auch einige neue Tarifangebote sowie Aktionen erprobt, um einerseits Fahrgäste zurückzugewinnen, die aufgrund der veränderten Umstände durch die Corona-Pandemie den ÖPNV nicht mehr genutzt haben, und andererseits denen zu danken, die ihm in schwierigen Zeiten treu geblieben sind.

Was wurde im vergangenen Jahr unternommen, um Radfahrende und Fußgänger im Straßenverkehr besser vor schweren oder gar tödlichen Unfällen zu schützen?

Erst einmal: Jeder Verkehrstote ist einer zu viel! Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger haben wir daher zahlreiche Maßnahmen erarbeitet, die bereits umgesetzt werden. Konkret geht es um die Umprogrammierung von Ampeln, damit Fußgänger und Radfahrende bereits vor Autos und Lkws die Grünphase erhalten, Abbiegeassistenten für Lkw, Reduzierung der Geschwindigkeit der Lkw beim Rechtsabbiegen sowie verstärkte Kontrollen von Rotlichtverstößen. Dafür wurde unter anderem die Fahrradstaffel der Polizei deutlich aufgestockt und neue Regelungen im Radverkehrsplan, zum Beispiel breitere Fahrradspuren, beschlossen.

Die Pandemie hat in Sachen Verkehr einige Experimente möglich gemacht, etwa mehr Pop-up-Radwege oder autofreie Zonen. Das hat nicht nur für Begeisterung gesorgt. Gerade auch unter Autofahrern war der Frust teilweise groß. Wie kam es zu diesen Maßnahmen? Sollte das Autofahren in Berlin im vergangenen Jahr unbequemer gemacht werden?

Die sogenannten Pop-up-Radwege sind in Zeiten der Corona-Pandemie angelegt worden, um das Radfahren attraktiver zu machen. Damit sollte der ÖPNV entlastet und die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Einige dieser Pop-up-Radwege sind danach in Dauerlösungen überführt worden.

Viele beklagen, dass verschiedene Mobilitätsformen gegeneinander ausgespielt werden. Radfahrer gegen Autofahrer, Autofahrer gegen ÖPNV-Nutzer. Hat sich diese Spaltung im vergangenen Jahr aus Ihrer Sicht eher verschärft oder verbessert? Warum?

Es ist wichtig, das Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sie alle sind mal Fußgänger, Radfahrende, Pkw-Nutzer oder ÖPNV-Nutzer. Deshalb kann und sollte sich eigentlich jede und jeder in die Rolle des anderen hineinversetzen.

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Herr Müller, vielen Dank für das Interview!

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