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Arkenberge, die "schlafende Schönheit" im Berliner Norden

Von Kriss Rudolph

Aktualisiert am 25.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Blick auf den Deponieberg Arkenberge: Mit einer Höhe von von 121,9 Metern über Normalhöhennull ist er die höchste Erhebung Berlins.
Blick auf den Deponieberg Arkenberge: Mit einer Höhe von von 121,9 Metern über Normalhöhennull ist er die höchste Erhebung Berlins. (Quelle: V. Saizew)
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Für viele Berliner gilt der Teufelsberg als höchste Erhebung der Stadt. Der Titel ging aber vor ein paar Jahren in den Nordosten – nach Arkenberge. Ein Ortsbesuch mit Weitblick.

Die Geschichte der Arkenberge besteht eigentlich aus zwei Geschichten. Bis ins 20. Jahrhundert gab es im Norden Berlins eine natürliche Hügelkette. An der höchsten Stelle maß sie 70 Meter. Doch dann kamen die Bagger: In den 1950er-Jahren hat man hier die Eisenbahntrasse des Berliner Außenrings verlegt. Und dort, wo sich heute zwei kleine Seen befinden, wurde bis in die 70er-Jahre Kies für den Ausbau der Autobahn abgebaut.

Seit den frühen 80er-Jahren wurde auf der anderen Seite der Seen Bauschutt aufgehäuft, nach der Wende auch Teile der Berliner Mauer. Aber immer "gemäß den gültigen gesetzlichen Regelwerken und Verordnungen", heißt es.

Der Deponieberg Arkenberge: "Eine schlafende Schönheit", findet Projektleiter Bernd Hartmann.
Der Deponieberg Arkenberge: "Eine schlafende Schönheit", findet Projektleiter Bernd Hartmann. (Quelle: V. Saizew)

Inzwischen ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache gewachsen. Aber der Deponieberg, den wir heute als Arkenberge kennen, hat es in sich. Eine "schlafende Schönheit", nennt ihn Projektleiter Bernd Hartmann liebevoll. Denn er und die Heim Holding, der das Gelände gehört, haben hier noch viel vor.

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Arkenberge: Vom Schutthaufen zu Berlins höchster Erhebung

Bis vor 20 Jahren gehörten die Arkenberge dem ehemals größten Berliner Tiefbauunternehmen Tb. Bei der Insolvenz waren sie Teil der Konkursmasse – und Philip Heim schlug zu. Sein Familienunternehmen mit Sitz in Ulm ist seit über 100 Jahren im Tief- und Straßenbau tätig, entsorgt Bauschutt, recycelt und verwertet am Standort Berlin Abfälle, die von Bauunternehmen aus der ganzen Region angeliefert werden.

Projektleiter Bernd Hartmann: Er arbeitet als Projektleiter für die Heim Holding.
Projektleiter Bernd Hartmann: Er arbeitet als Projektleiter für die Heim Holding. (Quelle: V. Saizew/imago-images-bilder)

Als man die Arkenberge übernahm, waren die Berge größtenteils auf ihrer endgültigen Höhe. Auf der ehemaligen Bauschuttdeponie wurde eine "mineralische Dichtung" aufgebracht, einen halben Meter dick, als Schutzhaube, damit kein Regen in die Deponie eindringen kann. Darüber kamen noch mal ein bis zwei Meter Erdreich für die Begrünung.

Ein bisschen Luft nach oben war aber noch. Mit offizieller Genehmigung schüttete man weiter auf, und nun erreichte der Gipfel eine Höhe von 121,9 Metern über Normalhöhennull (NHN). Damit schlug man die bisher höchste Erhebung Berlins um einen guten Meter: den Teufelsberg, der im Grunde auch nicht mehr ist als eine Anhäufung von Trümmerschutt und eine Höhe von offiziell 120,1 Metern über NHN erreicht. Dass man dem Trümmerberg im Westen der Stadt den Rang abläuft, sei nicht das ausdrückliche Ziel gewesen, sagt Hartmann, "aber ein netter Nebeneffekt."

Ausblick über die Hauptstadt

Ganz oben auf einem der beiden Hügel liegt seit 2015 ein Findling, auf dem der Status von Arkenberge als höchste Erhebung ausgewiesen ist. Eingeweiht wurde er durch Firmenchef Heim und den Bürgerverein Blankenfelde.

"Der höchste Punkt Berlins" steht auf einem Findling: Zuvor hatte der Berliner Teufelsberg als höchste Erhebung gegolten.
"Der höchste Punkt Berlins" steht auf einem Findling: Zuvor hatte der Berliner Teufelsberg als höchste Erhebung gegolten. (Quelle: V. Saizew)

Noch ist das hier alles Privatgebiet, der Berg abgesperrt. Klar, es kommen immer wieder Jugendliche her, feiern und trinken auf dem Gipfel. Bei gutem Wetter hat man hier oben einen tollen Ausblick auf die Hauptstadt. In unmittelbarer Nähe blickt man auf zwei Kleingartenanlagen, die Siedlung Arkenberge – hier haben die Leute teils noch ein Wohnrecht – und etwas weiter nordöstlich der Arkenberger Grund.

Erholungsgebiet Arkenberge geplant

Weiter entfernt befindet sich ein beliebtes Hundeauslaufgebiet. Zu Füßen der Arkenberge liegen ein Reservatsee und ein Kiesteich, in dem noch offiziell Badeverbot gilt – nicht, dass das im Sommer allzu viele Berliner vom Schwimmen abhalten würde.

Blick auf einen der Seen: Hartmann hofft, dass das Baden hier bald erlaubt sein könnte.
Blick auf einen der Seen: Hartmann hofft, dass das Baden hier bald erlaubt sein könnte. (Quelle: V. Saizew)

Dass die Wasserqualität das auch hergibt, das versuchen Hartmann und seine Kollegen gerade zu beweisen. Immer wieder werden Proben genommen, am Ende entscheidet das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Hartmann ist optimistisch, dass die Verbotsschilder bald verschwinden könnten und hier offiziell ein Badesee betrieben werden kann.

Aber das ist erst der Anfang. Auf insgesamt über 80 Hektar soll hier das
"Freizeit- und Naturerholungsgebiet Arkenberge" entstehen, mit Gastronomie, Strandbad und einer Bungalow-Anlage im Hang mit Blick auf Berlin zur touristischen Nutzung. Dazu ein Gipfelrestaurant mit Eventspace für Präsentationen und Hochzeiten. Für die Action-Freunde sollen eine Sommerrodelbahn, eine Hangsporthalle und Mountainbike-Tracks gebaut werden.

Konzept abgelehnt – Familienunternehmen will dranbleiben

Bei der Planung setzt man auf erneuerbare Energien: So sollen die Bungalows einen maximalen Nachhaltigkeitswert und grüne Dächer haben, sagt Hartmann. Der Industriedesigner hat zehn Jahre im Regenwald in Costa Rica gelebt und dort Nachhaltigkeitsprojekte entwickelt und umgesetzt. So soll es auch am Arkenberge zugehen: energieeffizient, mit Wohneinheiten, die möglichst autark sind, Wärmerückgewinnung und Wasserwiederaufbereitung inklusive. Wie das gehen kann, wurde mit Studenten von der Beuth-Hochschule in einem Wettbewerb entwickelt. "Wir haben die Messlatte sehr hoch gesetzt", sagt Hartmann.

Blick auf eine der Wohnsiedlungen: Für das Areal gibt es große Pläne. Ein Genehmigung steht aber noch aus.
Blick auf eine der Wohnsiedlungen: Für das Areal gibt es große Pläne. Ein Genehmigung steht aber noch aus. (Quelle: V. Saizew)

Das Konzept mit einem Investitionsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich wurde schon vor Jahren in der Bezirksverordnetenversammlung vorgestellt. Eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie sprach die Empfehlung aus, eine ganzjährige Nutzbarkeit zu gewährleisten und auch die Anzahl der Übernachtungsmöglichkeiten zu erhöhen. Als die Projektgruppe ein angepasstes Konzept vorlegte, war es jedoch plötzlich zu groß.

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Aufgeben wollen die Schwaben dennoch nicht. Sie bleiben mit dem Bezirk weiter in Verhandlungen. Vorerst kann die schlafende Schönheit im Berliner Norden von ihrem neuen Leben aber nur träumen.

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