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Berliner Start-ups erleben Dank Corona Finanzierungsboom

Von dpa
Aktualisiert am 13.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Fahrradkurier des Lieferdiensts Gorilla (Symbolbild): Das Berliner Start-up hatte wegen Streitigkeiten mit der Belegschaft zuletzt vor allem f├╝r negative Schlagzeilen gesorgt.
Ein Fahrradkurier des Lieferdiensts Gorilla (Symbolbild): Das Berliner Start-up hatte wegen Streitigkeiten mit der Belegschaft zuletzt vor allem f├╝r negative Schlagzeilen gesorgt. (Quelle: Winfried Rothermel/imago-images-bilder)
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Das wegen Corona bef├╝rchtete Gr├╝ndersterben ist 2021 ausgeblieben, stattdessen floss in deutsche Starts-ups mehr Geld denn je ÔÇô besonders in Berlin. Allein der Lieferdienst Gorillas erhielt Hunderte Millionen Euro.

Start-ups in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel Geld eingeworben wie nie zuvor. Junge Firmen erhielten laut einer neuen Studie die Rekordsumme von fast 17,4 Milliarden Euro Risikokapital von Investoren ÔÇô mehr als dreimal so viel wie im Corona-Krisenjahr 2020 (5,3 Mrd).

Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg kr├Ąftig um 56 Prozent auf 1.160, wie die Beratungsgesellschaft EY am Donnerstag mitteilte. Dabei sammelten Gr├╝nder in Berlin das mit Abstand meiste Geld ein, gefolgt von Bayern. Sie lagen auch bei den gro├čen Deals vorne. Das meiste Risikokapital floss in junge Firmen aus den Branchen Finanzen, Online-Handel und Software.

Berlin: Corona beschert Start-ups frisches Geld

Start-ups mit ihren meist technologiebasierten Gesch├Ąftsmodellen profitieren davon, dass die Digitalisierung in der Pandemie einen Schub bekommen hat. Ob Homeoffice, Online-Shopping, Streaming, Essenslieferungen oder Finanzgesch├Ąfte ÔÇô Corona verst├Ąrkt Trends.

"Die Pandemie erweist sich immer mehr als Katalysator f├╝r einen Start-up-Finanzierungsboom", sagt EY-Partner Thomas Pr├╝ver. Immer mehr Start-ups k├Ąmen an frisches Geld und die Summen stiegen rasant. So habe sich die Zahl gro├čer Deals mit mehr als 100 Millionen Euro Volumen 2021 vervierfacht. Dazu komme ein gro├čer Anlagedruck bei Investoren. "Es ist viel Geld im Markt."

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Berliner Start-up Gorillas erhielt 816 Millionen Euro

Jedoch konzentrierten sich die Finanzspritzen f├╝r Gr├╝nder auf wenige Standorte. Nach Berlin flossen 10,5 Milliarden Euro Risikokapital, damit kam die Gr├╝nderhochburg allein auf 60 Prozent Marktanteil. Nach Bayern gingen 4,4 Milliarden Euro (26 Prozent Marktanteil). Andere Bundesl├Ąnder verbuchten zwar auch gro├če Zuw├Ąchse, folgten aber mit viel Abstand ÔÇô etwa Baden-W├╝rttemberg (599 Millionen Euro), Nordrhein-Westfalen (566 Mio) und Hamburg (459 Mio). Bayern habe sich neben Berlin als Gr├╝nderstandort etabliert, sagte Pr├╝ver. "F├╝r die anderen Start-up-Standorte ist es hingegen schwer, da mitzuhalten."

Die gr├Â├čte Transaktion in Deutschland 2021 war demnach eine Geldspritze von 861 Millionen Euro f├╝r den Berliner Lebensmittellieferdienst Gorillas. Es folgt eine Investition von 830 Millionen Euro in den M├╝nchner Software-Anbieter Celonis. Dahinter kamen mit der Smartphone-Bank N26 (775 Mio Euro) und dem Broker Trade Republic (747 Mio Euro) zwei weitere Berliner Start-ups. Insgesamt z├Ąhlte EY acht Finanzierungsrunden mit mehr als 500 Millionen Euro ÔÇô im Vorjahr gab es keine einzige dieser Gr├Â├čenordnung. In der Studie wurden Firmen ber├╝cksichtigt, die h├Âchstens zehn Jahre alt sind.

Bef├╝rchtetes Gr├╝ndersterben blieb 2021 aus

Start-ups sind auf Investoren angewiesen, da sie anfangs keine Gewinne schreiben. Fonds und gro├če Firmen stecken Kapital in junge Firmen in der Hoffnung, dass sich deren Gesch├Ąftsideen durchsetzen. Start-ups gelten als Innovationstreiber f├╝r die Wirtschaft. Jedoch sinkt seit Jahren die Zahl der Selbstst├Ąndigen in Deutschland. Und bei der Finanzierung und B├Ârseng├Ąngen von Start-ups liegt Deutschland weit hinter L├Ąndern wie den USA und Gro├čbritannien zur├╝ck.

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Im vergangenen Jahr hatte die Corona-Pandemie den Aufschwung vieler Start-ups gebremst: Geldgeber hielten sich zur├╝ck, Finanzierungen platzten, die Gesch├Ąfte junger Firmen wurden m├╝hsamer. Das gro├če bef├╝rchtete Gr├╝ndersterben blieb jedoch aus.

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