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Gasag bietet vorerst keine NeuvertrĂ€ge fĂŒr Strom und Gas an

Von dpa
10.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Berliner Gaswerke (GASAG)
Der Schriftzug der Berliner Gaswerke ist auf dem Dach der GeschÀftszentrale zu sehen. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die hohen Börsenpreise fĂŒr Strom und Gas machen auch großen Energieversorgern zu schaffen. Die Berliner Gasag teilte am Donnerstag mit, dass sie wegen stark gestiegener Beschaffungskosten vorerst keine neuen Kunden fĂŒr Strom und Gas in Laufzeittarifen mehr annimmt.

Die Gasag ist kein Einzelfall. "Auch wir beobachten aktuell, dass sich Anbieter temporĂ€r mit Neukundenangeboten zurĂŒckziehen, haben hier aber keinen vollstĂ€ndigen MarktĂŒberblick", sagte ein Sprecher des Vergleichportals Verivox. Ein RĂŒckzug sei aber kein ungewöhnlicher Vorgang, betonte er. "Bereits seit Beginn der Energiekrise pausieren Anbieter immer wieder ihre Neukundenangebote und kehren zurĂŒck, sobald die Marktpreise es zulassen."

Aus Branchenkreisen wurde bestĂ€tigt, dass "vereinzelt" Unternehmen keine Neukunden mehr in Sondertarifen aufnĂ€hmen oder bei der Neukundenwerbung zurĂŒckhaltend seien. "Die Situation ist Ă€ußerst angespannt und schwierig, weil kaum noch Kalkulationen möglich sind", sagte ein Insider.

Die meisten Versorger wie etwa Stadtwerke kaufen einen Großteil ihrer Strom- und Gasmengen teilweise Jahre im Voraus zu festen Preisen ein. Benötigen sie darĂŒber hinaus Energie, muss diese an den Energiebörsen eingekauft werden. Dort sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, vor allem nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine.

Die Grund- und Ersatzversorgung sei bei der Gasag nicht betroffen, sagte eine Unternehmenssprecherin. "Als Kunde der Gasag gibt es keinen Grund zur Sorge - Ihre Versorgung ist gesichert", hieß auf der Website. Der Vertrieb sei jedoch vorerst gestoppt. "Aufgrund der aktuellen Marktsituation und den steigenden Beschaffungspreisen, verstĂ€rkt durch den Ukraine-Konflikt, ist es uns aktuell nicht möglich, Ihnen ein Angebot mit fairen Konditionen anzubieten."

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Der Großhandelspreis sei verglichen mit MĂ€rz 2021 um mehr als 500 Prozent gestiegen. "Die Gasag hat große Gasmengen bereits frĂŒhzeitig zu niedrigeren Preisen sichern können", erlĂ€uterte das Unternehmen. "Die neuen hohen Großhandelspreise mĂŒssen deshalb nicht komplett an die Kunden weitergegeben werden." Die Gasag liefert Gas in rund 400 000 Berliner Privathaushalte, mehr als 200.000 versorgt sie mit Strom.

Im vergangenen Herbst hatte Deutschlands grĂ¶ĂŸter Energieversorger Eon fĂŒr einige Tage keine neuen Gaskunden angenommen und dies ebenfalls mit den gestiegenen Beschaffungskosten begrĂŒndet. Aktuell könne man aber weiterhin Produkte fĂŒr Neukunden anbieten, betonte ein Eon-Sprecher am Donnerstag. "Die Lage an den EnergiemĂ€rkten ist seit Monaten historisch einzigartig", sagte er. Die Beschaffungspreise fĂŒr Energie bewegten sich schon seit Beginn der Heizperiode auf einem sehr hohen Niveau.

Der Börsenpreis fĂŒr Gas, das am Folgetag geliefert wird, lag am Mittwoch bei 150 Euro je Megawattstunde. Drei Wochen zuvor hatte er noch bei knapp 69 Euro gelegen.

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