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Polizei verzeichnet deutlich mehr Fälle von Tankbetrug

Von afp, t-online
22.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Preisanzeige einer Tankstelle (Archivbild): Diesel und Benzin waren zuletzt deutlich teurer als gewohnt.
Preisanzeige einer Tankstelle (Archivbild): Diesel und Benzin waren zuletzt deutlich teurer als gewohnt. (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago-images-bilder)
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Die Kriminalität ist 2021 in Berlin zurückgegangen. Dennoch gibt es Bereiche, in denen die Fallzahlen in die Höhe schossen. Kindesmissbrauch, gefälschte Impfpässe und Betrug: Die Polizei ist weiter "erheblich gefordert".

Obwohl sich die Kriminalität in Berlin im vergangenen Jahr rückläufig entwickelt hat, hat die Polizei in einigen Bereichen deutliche Anstiege der Fallzahlen registriert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in der Hauptstadt 4,4 Prozent weniger Straftaten registriert, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Freitag bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistiken für das Jahr 2021 mitteilten. Insgesamt erfassten die Ermittler 482.127 Straftaten.

Damit ging auch die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner auf 13.158 zurück – ein neuer Tiefstwert seit der Wiedervereinigung. Die Aufklärungsquote sank von 46,1 Prozent auf 45,3 Prozent, lag aber dennoch auf dem zweithöchsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Einen deutlichen Anstieg der Fälle registrierte die Polizei in Berlin 2021 jedoch beim Tankbetrug – um satte 72,4 Prozent. Noch drastischer ist der Sprung bei Computerbetrugs-Delikten. Hier stellten die Beamten einen Anstieg um 255,3 Prozent fest. Die Zahl hat sich im vergangenen Jahr also mehr als verdoppelt.

Berlin: Gebrauch von unrichtigen Gesundheitszeugnissen mehr als verfünffacht

Im Zuge der Corona-Pandemie stiegen auch die Fallzahlen bei Vermögens- und Fälschungsdelikten mit einem Plus von 6,3 Prozent. Grund dafür waren insbesondere Impfpassfälschungen. Der Gebrauch von unrichtigen Gesundheitszeugnissen habe sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht, hieß es.

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Auch bei den Soforthilfen wurde betrogen. Bis Ende Februar 2022 wurden insgesamt 9.139 Verfahren geführt – der Gesamtschaden betrug rund 123 Millionen Euro. Die Bearbeitung von etwa 9.100 weiteren Verdachtsfällen stehe noch aus.

Diebstähle gingen insgesamt um 9,8 Prozent zurück. In Wohnungen wurde 29,5 Prozent weniger eingebrochen als 2020. Weniger Fälle gab es auch in den Bereichen der Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen und Kindesmisshandlungen.

Dennoch stieg die Fallzahl bei sexuellen Missbräuchen von Kindern um 10,6 Prozent. Im Bereich Mord und Totschlag wurden 100 Fälle erfasst. Die Aufklärungsquote lag bei 96 Prozent – ein Zehnjahresbestwert.

Berliner Polizei weiter "in erheblichem Maße gefordert"

"Es ist grundsätzlich ein positives Signal, dass die Zahl der Straftaten zurückgegangen ist", erklärte Innensenatorin Iris Spranger. Die Statistiken seien ein Ansporn, noch besser zu werden.

Bei einzelnen Phänomenen habe die Corona-Pandemie zu einem Rückgang der Fallzahlen geführt, ergänzte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Dennoch sei die Berliner Polizei "in erheblichem Maße gefordert".

Einen Rückgang verzeichneten die Ermittler auch bei der politisch motivierten Kriminalität. Die Zahl sank um 4,9 Prozent auf 5.799 Fälle. Aufgeklärt werden konnten 39,2 Prozent der Fälle. Eine Steigerung war vor allem bei den politisch motivierten Gewalttaten zu erkennen. Die Zahl wuchs um 13,8 Prozent auf 1.037 Fälle an.

422 der Fälle hatten eine antisemitische Motivation, ein Zuwachs um 14,7 Prozent. Davon war in 282 Fällen eine rechtsgerichtete Motivation feststellbar. Dennoch sank die Zahl politisch motivierter Straftaten von rechts um 20,4 Prozent. Bei den politischen Straftaten von links ging sie um 29,8 Prozent zurück.

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Von Antje Hildebrandt
BenzinKindesmissbrauchPolizeiSPDTankstelle

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