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Möbelkonzern Steinhoff: Gericht verurteilt zwei ehemalige Manager


Steinhoff-Skandal: Gericht verurteilt zwei Ex-Manager

Von dpa
21.08.2023Lesedauer: 2 Min.
"Steinhoff Möbel" steht an einem Gebäude des Möbelhaus-Konzerns (Archivfoto): Das Unternehmen hat seine Wurzeln in Westerstede in Niedersachsen.Vergrößern des Bildes"Steinhoff Möbel" steht an einem Gebäude des Möbelhaus-Konzerns (Archivfoto): Das Unternehmen hat seine Wurzeln in Westerstede in Niedersachsen. (Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
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Der Möbelhändler Steinhoff geriet vor Jahren wegen Bilanz-Manipulationen in die Schlagzeilen. Nun wurden zwei ehemalige Manager verurteilt.

Im Prozess um den Bilanzskandal bei dem Möbelkonzern Steinhoff sind am Montag zwei frühere Manager der Unternehmensgruppe verurteilt worden. Ein 52 Jahre alter Angeklagter erhält eine Strafe von drei Jahren und sechs Monaten für unrichtige Darstellung in Bilanzen in zwei Fällen und für eine Beihilfe zu Kreditbetrug, wie der Vorsitzende Richter am Landgericht Oldenburg sagte. Weil sich das Verfahren verzögerte, gilt ein Jahr als vollstreckt.

Ein 64-Jähriger wurde für zwei Fälle unrichtiger Darstellung mit zwei Jahren auf Bewährung bestraft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten äußerten vor dem Urteil Bedauern über die Taten. Der 52-Jährige sagte, er habe nie die Kraft gefunden, auszusteigen. Später habe er alles dafür getan, die Vorgänge aufzuklären. Nach dem Verbüßen der Strafe wolle er ein neues Leben ohne Steinhoff.

Börsenwert von Steinhoff vernichtet

Das Bekanntwerden der Bilanz-Manipulationen Ende 2017 vernichtete damals den Börsenwert des Unternehmens fast vollständig. Steinhoff hat seine Wurzeln in Westerstede in Niedersachsen. Die weltweit agierende Steinhoff International Holdings hat inzwischen ihren Hauptsitz in Amsterdam und wird aus Südafrika gesteuert.

Der Prozessauftakt war im April dieses Jahres. Außer den zwei Managern angeklagt waren der frühere CEO der Steinhoff International Holdings, Markus Jooste, und ein Treuhänder. Bei den zwei verurteilten Managern handelte es sich um Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Steinhoff Europe Group Services aus Westerstede.

Früherer CEO erschien damals nicht zum Prozessauftakt

Zum Prozessauftakt war Jooste nicht erschienen. Das Gericht setzte daraufhin das Verfahren gegen ihn aus und beantragte einen Haftbefehl gegen ihn. Das Verfahren gegen den Treuhänder wurde gegen eine Zahlung eingestellt. Das gesamte Verfahren ist mit dem Urteil vom Montag noch nicht abgeschlossen, wie es vom Gericht hieß. Die Untersuchung gegen Jooste ist nur ausgesetzt, bis gegen ihn verhandelt werden kann.

Vor dem Urteil bescheinigte die Staatsanwaltschaft den Angeklagten in den Schlussvorträgen eine hohe kriminelle Energie. Die Taten, berechnet man die verjährten mit ein, hätten Gesamtauswirkungen von mehr als 2,3 Milliarden Euro gehabt. Für den 52-Jährigen war eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten gefordert worden, für den 64-Jährigen eine von drei Jahren.

Die Verteidiger stimmten den Ausführungen der Staatsanwälte stellenweise zu. Ein Verteidiger des 52-Jährigen sagte, der Hauptverantwortliche des Verfahrens sei Jooste, der sich nicht gestellt habe. "Er ist der eigentliche Strippenzieher." Auch eine Verteidigerin des 64-Jährigen sprach von einem System, das Jooste geschaffen habe.

Steinhoff galt lange als Europas zweitgrößter Möbelkonzern

Für die Vollstreckung des Haftbefehls gegen Jooste ist die Staatsanwaltschaft Oldenburg zuständig. Sie teilte auf Anfrage mit, dass sie aus ermittlungstaktischen Gründen zum Stand des Vorgangs keine Angaben machen könne.

Steinhoff, aufgebaut von Bruno Steinhoff aus Westerstede, galt lange als Europas zweitgrößter Möbelkonzern. In Deutschland war die Firma für die Kette Poco bekannt, die mittlerweile an den Konkurrenten XXXLutz verkauft worden ist. Seit Ende 2017, als die Ermittlungen wegen der Bilanzunregelmäßigkeiten begannen, steckt der Konzern in einer Krise. Im Dezember 2017 brach der Aktienkurs des Konzerns um mehr als 90 Prozent ein. Milliarden von Anlagegeldern gingen verloren.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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