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Bremen: Vermieter zerstückelt – Tumulte nach Urteilsverkündung


Landgericht Bremen
Vermieter zerstückelt: Tumulte nach Urteilsverkündung

Von t-online, pb

25.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Die Angeklagten vor Prozessbeginn im Bremer Gerichtssaal (Archivfoto): Einer der Männer muss für zwölf Jahre in Haft.Vergrößern des BildesDie Angeklagten vor Prozessbeginn im Bremer Gerichtssaal (Archivfoto): Einer der Männer muss für zwölf Jahre in Haft. (Quelle: Sina Schuldt/dpa)
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Aufsehenerregender Indizienprozess in Bremen: Bei der Urteilsverkündung kommt es zu wilden Szenen. Ist in dem Fall das letzte Wort noch nicht gesprochen?

Der Fall hatte in Bremen für Aufsehen gesorgt – nun kam es zum Urteil: Zwei Männer wurden am Montag vom Landgericht zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie ihren Vermieter im April 2020 getötet haben sollen.

Der Haupttäter muss für zwölfeinhalb Jahre Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes ins Gefängnis, sein Komplize für fünfeinhalb Jahre wegen Beihilfe zum Totschlag. Ein dritter Angeklagter wurde freigesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Verurteilten ihr Opfer im Streit mit einer Plastiktüte erstickt haben.

Die Leiche wurde anschließend zerstückelt, wobei bis heute nur wenige Körperteile auf einem Acker bei Gyhum gefunden wurden, darunter Überreste des Torsos des Mannes. Von seinem Kopf fehlt bis heute jede Spur. Die Familie des Getöteten und die Polizei gingen lange von einem Vermisstenfall aus.

Tumulte bei Urteilsverkündung – ein Mann wird freigesprochen

Der Prozess, der bereits im Februar 2023 begann, war von Kontroversen geprägt: Die Verteidiger hatten wiederholt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben, auch das Gericht stellte in seiner Urteilsbegründung Fehler fest. So hätten die Ermittler vorgegeben, die Beschuldigten zu einem anderen Delikt zu vernehmen, sie dann aber unzulässigerweise zu dem getöteten Vermieter befragt.

Während die Staatsanwaltschaft zunächst Mord aus Habgier vorwarf, plädierte sie am Ende auf Totschlag. Die Verteidigung erhob schwere Vorwürfe gegen die Ermittler und forderte Freispruch für die drei Männer. Das Gericht stellte zwar Ermittlungsfehler fest, bewertete die Indizien jedoch als ausreichend für eine Verurteilung.

Laut dem Portal "Buten un Binnen" kam es nach der Urteilsverkündung zu Tumulten im Publikum, weil mehrere Menschen in dem Indizienprozess einen Freispruch erwartet hatten. Das Urteil gegen die drei deutschen Angeklagten ist bis jetzt nicht rechtskräftig. Es wird erwartet, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung in Revision gehen wollen.

Verwendete Quellen
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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