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Düsseldorf: Klimaaktivist wegen Kartoffelbrei-Attacke im Landtag vor Gericht


Klimaaktivist steht wegen Kartoffelbrei-Attacke vor Gericht

Von t-online, fe

15.11.2023Lesedauer: 2 Min.
Kartoffelbrei (Symbolbild): Wie der Mann das Nahrungsmittel in den Landtag bringen konnte, ist unklar.Vergrößern des BildesKartoffelbrei (Symbolbild): Der Angeklagte hatte den Püree in den Landtag geschmuggelt. (Quelle: imagebroker/imago images)
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Ein kurioser Fall beschäftigt derzeit das Düsseldorfer Landgericht. Die Protagonisten: Ein Klimaaktivist, das "NRW-Pressefoto des Jahres" und eine Portion Kartoffelbrei.

Seit Mittwoch steht der Klimaaktivist Winfried Bernhard vor dem Düsseldorfer Landgericht. Am 19. Januar hatten sich Bernhard und ein weiterer Aktivist eine Einladung in den nordrhein-westfälischen Landtag besorgt und das dort ausgestellte "NRW-Pressefoto des Jahres 2022" mit Kartoffelpüree beschmiert. Das Bild zeigt, wie ein Mann im Dorf Lützerath vor einem riesigen Kohlebagger kniet. Bei dem Mann vor dem Bagger handelt es sich um Winfried Bernhard selbst.

Der Klimaaktivist hatte in Lützerath gegen den Abriss des Dorfes protestiert, das mittlerweile dem Tagebau Garzweiler gewichen ist. Mit seiner Kartoffelbrei-Attacke auf das Foto wollte er das vermeintliche "Greenwashing" der Politik kritisieren, wie die "Rheinische Post" berichtet. Beim "Greenwashing" geben die Akteure vor, dass ihnen die Umwelt am Herzen liege, obwohl sie gegenteilig handeln.

"Es passte mir nicht, dass die ein Foto von mir in den Landtag hängen, während man gleichzeitig Lützerath abreißt", sagte der Angelakte laut der Deutschen Presse-Agentur. Zudem hätte er extra trockenen Kartoffelbrei für seine Aktion verwendet. Auch habe er das Foto nach der Aktion eigenhändig mit einem Putzlappen von dem Kartoffelbrei befreit.

Richter nennt Kartoffelbrei-Attacke "harmlos"

Dennoch soll das ausgestellte Foto durch die Kartoffelbrei-Aktion wellig geworden sei, der Neudruck habe laut dpa 61,76 Euro gekostet. Deshalb muss sich Bernhard nun wegen Sachbeschädigung verantworten. Wie die "Rheinische Post" berichtet, habe der Richter die Aktion von Bernhard als "harmlos" bezeichnet. Wäre es nach ihm gegangen, wäre der Fall wohl ohne Auflagen eingestellt worden.

Doch die Staatsanwaltschaft wollte den Klimaaktivisten nicht so leicht davon kommen lassen. Sie forderte, dass Bernhard 200 Euro an den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie den Neudruck des Fotos zahlen solle. Das wiederum sah der Aktivist nicht ein und so wird der Prozess Ende November fortgesetzt. Dann soll im Gerichtssaal auch das beschädigte Bild in Augenschein genommen werden. Inzwischen, so sagte Bernhard nach Angaben vor Gericht, hätte ihm die Fotografin des Bildes die Rechte an diesem mündlich sowie schriftlich übertragen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • rp-online.de: "Ist das Pressefoto des Jahres durch Kartoffelbrei-Attacke ruiniert?"
  • fr.de: "Lützerath: FR-Autorin gewinnt Pressefoto des Jahres"
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