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NRW | Landesanstalt für Medien warnt: TikTok-Challenges laut Studie schädlich


Ekel und extremistisches Gedankengut
Landesmedienanstalt warnt vor schädlichen TikTok-Challenges

Von dpa
28.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Junges Mädchen surft im Netz (Symbolfoto): Eine Tiktok-Challenge endete offenbar tödlich.Vergrößern des BildesJunges Mädchen surft im Netz (Symbolfoto): Eine TikTok-Challenge endete offenbar tödlich. (Quelle: Antonio Guillen Fernández/imago-images-bilder)
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Mehr als 60 Prozent der minderjährigen TikTok-Nutzer sind auf der Plattform regelmäßig auf Inhalte gestoßen, die bei ihnen Unwohlsein verursachen. Eine Studie zeigt nun: Potenziell schädliche Challenges sind auf TikTok keine Seltenheit.

Mehr als 60 Prozent der minderjährigen TikTok-Nutzer in Deutschland sind auf der Plattform regelmäßig auf Inhalte gestoßen, die bei ihnen Unwohlsein verursachen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW.

Dazu befragten zwei Forscherinnen der Ludwig-Maximilians-Universität München Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren, die die Online-Plattform TikTok benutzen. Die meisten der Jugendlichen gaben dabei an, dass es sich um Videos gehandelt habe, die bei ihnen Ekel hervorgerufen hätten. Mehr als die Hälfte berichtete jedoch auch von Videos, in denen andere absichtlich verletzt werden. Knapp 40 Prozent gaben an, ihnen sei extremistisches Gedankengut begegnet.

Ekel und extremistisches Gedankengut

Die Forscherinnen werteten außerdem auch den Inhalt von mehr als 2.500 TikTok-Videos aus. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass etwa 30 Prozent der Challenges auf TikTok potenziell schädlich, ein Prozent sogar potenziell tödlich seien. Inhalte, die laut dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag absolut unzulässig sind, seien aber eine seltene Ausnahme.

Video | Chillichips lösen Rettungseinsatz aus
Quelle: Glomex

In den meisten Fällen handelte es sich demnach um Schmerzdarstellungen, etwa wenn Teilnehmer sich versehentlich bei einer Challenge verletzen. Darunter fallen aber auch gewollte schmerzhafte Darstellungen wie bei der "Hot Chip Challenge". Dabei sollten sich Teilnehmer filmen, wie sie einen besonders scharfen Chip essen – der Hersteller hat die Chips inzwischen zurückgerufen, weil sie zu scharf seien.

Studie kritisiert mangelnde Transparenz

Diese Challenge nennt die Studie auch als Negativbeispiel dafür, wie TikTok potenziell gesundheitsgefährdende Inhalte wenig bis gar nicht reguliere und diese sich so schnell verbreiten können. Bei potenziell tödlichen Challenges gehe TikTok hingegen konsequent vor, die Studie kritisiert allerdings mangelnde Transparenz, nach welchen Kriterien TikTok reguliert.

Video | "Das ist eine Form von Gewalt"
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Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, forderte TikTok angesichts der Ergebnisse auf, mehr für den Jugendschutz zu tun, auch wenn es bei der großen Zahl an Inhalten eine Herausforderung sei. Schmid erinnerte aber auch Eltern und Lehrkräfte an ihre Verantwortung: "Es reicht nicht, nur zu wissen, wie das Kind nach dem Sportunterricht nach Hause kommt, sondern auch, mit wem es virtuell abhängt und was ihm dort begegnet."

Für die repräsentative Online-Befragung wurden im Oktober 2023 755 Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, quotiert nach Alter und Geschlecht, befragt. Die Analyse der TikTok-Challenges fand anhand von 2.533 Videos im Zeitraum zwischen 13. Oktober und dem 5. November 2023 statt. Dabei wurden sowohl deutsch- als auch englischsprachige Videos mit Bezug zu einer TikTok-Challenge ausgewählt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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