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Düsseldorf: Geständnis im Prozess um Geiselnahme und Folter

Opfer mit Bunsenbrenner verbrannt  

Geständnis im Prozess um Geiselnahme und Folter

22.06.2021, 13:48 Uhr | dpa

Düsseldorf: Geständnis im Prozess um Geiselnahme und Folter. Blick auf das Landgericht und Amtsgericht: Ein 23-Jähirger soll mit zwei Komplizen einen Bekannten entführt haben. (Quelle: dpa)

Blick auf das Landgericht und Amtsgericht: Ein 23-Jähirger soll mit zwei Komplizen einen Bekannten entführt haben. (Quelle: dpa)

Ein 23-Jähriger soll mit zwei Komplizen einen Mann entführt und in einen Keller gebracht haben: Wegen Geiselnahme und Folter muss er sich vor Gericht verantworten. Nun gestand er die Tat.

Ein 23-jähriger Mann, der mit zwei Komplizen einen anderen Mann entführt haben soll, hat zum Prozessauftakt am Düsseldorfer Landgericht ein Geständnis abgelegt. Die Tat hatte sich laut Anklage vor dreieinhalb Jahren in Oyten in Niedersachsen ereignet. 

Gemeinsam mit zwei Komplizen soll der Angeklagte dort am 5. Dezember 2018 das Opfer beim Einsteigen in sein Auto überwältigt haben. Anschließend war das Entführungsopfer in einen Keller im nahe gelegenen Ort Blender gebracht und dann seinem Onkel überlassen worden.

Schwere Folter

Das Entführungsopfer soll zuvor die Mutter des Onkels bestohlen und dabei Gold und Geld im Wert von einer halben Million Euro erbeutet haben. Der 23-Jährige und seine Komplizen sollen laut Anklage gewusst haben, dass er vom Onkel massiv gefoltert werden würde, damit er das Versteck der Beute preisgibt.

Dem Opfer waren damals mit einem Bunsenbrenner Verbrennungen im Gesichts-, Bein- und Genitalbereich zugefügt worden. Die Anklage stützt sich auf die Aussage des Opfers, auf DNA-Spuren am Tatort und auf mitgeschnittene Telefonate.

Weitere Verhandlungstage geplant

"Es sollte nur eine Familienangelegenheit mit ein paar Ohrfeigen geklärt werden", betonte dagegen der Angeklagte in einer Erklärung, die sein Verteidiger vorlas. Von Folter und Bunsenbrennern sei nie die Rede gewesen. Trotz dreistündiger Folter bekam der Onkel nichts zum Versteck der angeblichen Beute heraus. Das gefolterte Opfer hatte bis zuletzt beteuert, nichts über den Verbleib des Goldes zu wissen.

Das aktuelle Verfahren gegen den zur Tatzeit Heranwachsenden war zunächst von der Staatsanwaltschaft Verden in Niedersachsen geführt, dann aber an die Anklagebehörde in Düsseldorf abgegeben worden. Für den Prozess sind bis zum 6. Juli noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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