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Sylt: Behörde bleibt knallhart – zahlreiche Ferienhäuser geschlossen


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Zahlreiche Ferienwohnungen auf Sylt "ohne Ankündigung" stillgelegt

Von t-online, stk

Aktualisiert am 09.04.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0258107480Vergrößern des BildesReetdachhaus in Kampen auf Sylt (Archivfoto). Wie viele Ferienwohnungen es auf der Insel gibt, das weiß niemand so recht. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen/imago)
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Jahrelang ging alles gut, doch plötzlich sollen eine Vielzahl von Ferienwohnungen auf Sylt illegal sein. Der zuständige Kreis greift hart durch.

Vize-Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Carsten Kerkamm, befürchtete bereits vor einigen Wochen "dramatische Einschnitte" für die Nordsee-Insel Sylt. Jetzt wird das Szenario Realität. Viele Ferienwohnungen, die jahrelang als Domizil für Urlauber genutzt wurden, gelten nun als illegal. Sie weiter für touristische Zwecke zu nutzen, wird vielen Hausbesitzern nach und nach untersagt werden. Das könnte gravierende Folgen für die beliebte Insel im Meer haben.

2023 wurden bereits 150 sogenannte Nutzungsuntersagungen für Ferienhäuser ausgesprochen, sagte Hans-Martin Slopianka, Sprecher des Kreises Nordfriesland, der "Mopo". Dabei habe es sich meist um Keller und Spitzböden gehandelt, die als Ferienunterkünfte vermietet wurden. In den meisten Fällen, so Slopianka, seien fehlende Rettungswege und Verstöße gegen den Brandschutz der Grund für das Aus gewesen. Betroffen waren demnach auch Häuser außerhalb von Sylt, wo bereits insgesamt 50 Unterkünfte stillgelegt wurden. Beispielsweise auf Amrum, Föhr und St. Peter-Ording sei die Maßnahme demnach umgesetzt worden.

Auf Sylt könnten etwa 5.000 Ferienwohnungen wegfallen

Der beliebtesten Insel der Deutschen könnten gravierende Einschnitte drohen. Denn: Auf dem Eiland liegen Schätzungen zufolge etwa 11.000 Ferienwohnungen – die Hälfte davon sei potenziell betroffen, was etwa 5.000 Domizilen entspreche.

Der Kreis Nordfriesland setzt damit eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2017 um. Die Richter entschieden damals, dass Ferienwohnungen in Wohngebieten untersagt sind. Dazu teilte die Gemeinde im März mit: "In den touristischen Hotspots des Kreises Nordfriesland werden zahlreiche Wohnungen, die als Dauerwohnraum genehmigt und errichtet wurden, als Ferienwohnungen genutzt. Dort gibt es keine gesunde Mischung aus Ferienwohnungen, Zweitwohnungen und Wohnraum für die Einheimischen mehr."

"Spannungen erheblich" – Behörde muss einschreiten

"Jeder Ort und jede touristische Destination", das betonte Kreisbaudirektor Burkhard Jansen, "ist aber zwingend darauf angewiesen, dass es Wohnraum für alle Bedarfe gibt". Es sei ein "Missverhältnis" entstandenen und die "städtebaulichen Spannungen sind so erheblich geworden, dass der Kreis als Bauaufsichtsbehörde aus bauordnungsrechtlichen Gründen tätig werden muss". Innerhalb der kommenden zehn Jahre würden nun alle Ferienwohnungen auf ihre rechtmäßige Nutzung hin überprüft. Das Ergebnis könne man aktuell nicht einschätzen.

Zwar sei die Maßnahme angekündigt worden, doch dass alles nun so schnell gehe, damit habe auch der stellvertretende Bürgermeister von Westerland, Carsten Kerkamm, nicht gerechnet. "Überraschend ist aus unserer Sicht, dass es ein bisschen ohne Ankündigung kam", sagte er dem NDR-Magazin "Panorama".

Verwendete Quellen
  • nordfriesland.de: Mitteilung der Gemeinde vom 15. März 2024
  • focus.de: "Ohne Ankündigung": Etliche Wohnungen auf Sylt und an der Nordsee per „Sofortvollzug" stillgelegt"
  • Eigene Recherche
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