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Hamburg: Flughafen-Geiselnehmer rastet plötzlich aus


Richter kann ihn nicht stoppen
Plötzlich rastet der Flughafen-Geiselnehmer aus

Von t-online
31.05.2024Lesedauer: 2 Min.
Prozess GeiselnehmerVergrößern des BildesDer Flughafen-Geiselnehmer von Hamburg muss sich wegen Entziehung Minderjähriger, vorsätzlicher Körperverletzung, Waffendelikten und Geiselnahme vor Gericht verantworten. (Quelle: Ulrich Perrey/dpa/dpa-bilder)
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Turbulente Szenen: Im Prozess um die Entführung eines Kindes auf das Rollfeld des Hamburger Flughafens ist der Angeklagte aufgebracht.

Mithilfe von Notrufen, Videos und Zeugen haben Richter die Abläufe der 18-stündigen Geiselnahme am Hamburger Flughafen rekonstruiert. Der Prozess wurde von einem Wutausbruch des Angeklagten unterbrochen, der während der Verhandlungen im Landgericht für Aufsehen sorgte.

"Was haben wir 18 Stunden dort besprochen?", rief der Angeklagte laut und aufgeregt, nachdem die Dolmetscherin seine Worte übersetzt hatte. Damit unterbrach er den Vorsitzenden Richter, der gerade Dokumente aus den Ermittlungen verlas.

Die Anklage wirft dem 35-jährigen Mann Geiselnahme, die Entziehung Minderjähriger, vorsätzliche Körperverletzung und verschiedene Waffendelikte vor. Hintergrund der Tat war ein jahrelanger Sorgerechtsstreit.

Richter kann Angeklagten nicht stoppen

Der Angeklagte redete aufgebracht auf Türkisch, ließ sich vom Richter nicht stoppen und schlug mehrmals mit der Hand auf den Tisch. Was er genau sagte, blieb unklar. Nachdem er sich beruhigt hatte, appellierte der Richter an ihn: "Können wir uns darauf einigen, dass Sie nicht mehr so ausrasten?"

Der Angeklagte entgegnete laut Dolmetscherin, das Verhalten habe unter anderem mit der Person des Richters im damaligen Sorgerechtsstreit zu tun. Außerdem habe er während der 18 Stunden am Flughafen schon viel gesprochen. Der Vorsitzende Richter betonte daraufhin: "Rumzuschreien und auf den Tisch zu schlagen, bringt niemanden weiter."

Am 4. November letzten Jahres hatte der Angeklagte seine damals vierjährige Tochter mit Gewalt aus der Wohnung seiner Ex-Frau im niedersächsischen Stade geholt und war mit dem Kind in einem Mietwagen auf das Flughafengelände gefahren, indem er drei Schranken durchbrach.

"Es deutet vieles darauf hin, dass es eine Verzweiflungstat war", sagte der Kriminalbeamte, der die Ermittlungen führte, als Zeuge. Der Angeklagte habe immer wieder betont, dass er der Vater des Kindes sei und dies deshalb aus seiner Sicht keine Entführung sein könne. Bei der Tat wurde eines schnell deutlich: "Er hat uns gleich klargemacht, dass er eine Bedrohung ist", berichtete der Polizist.

Erste Anrufe vom Flughafen sind im Gericht zu hören

Das Gericht sah sich Videoaufzeichnungen aus Stade von dem Tag an, an dem der Angeklagte das Mädchen mithilfe eines Tricks aus der Wohnung holte. Zudem wurden Handydaten des Angeklagten ausgewertet, in denen es um das Thema Waffen ging.

Auch die ersten Anrufe des 35-Jährigen vom Flughafen aus beim Notruf der Polizei wurden vorgespielt. Darin war er nur schwer zu verstehen, verlangte nach einem türkischen Dolmetscher. Es war zu hören, wie ein Beamter am Telefon den aufgeregten Anrufer zu beruhigen versuchte und ihn bat, die Tochter nicht zu gefährden.

Der Mann forderte in den folgenden Stunden, dass ein Flugzeug ihn und seine Tochter in die Türkei bringen solle und sprach dabei von einem Privatjet. Er schoss dreimal in die Luft und drohte, sich und das Kind mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft zu sprengen. Nach seiner Aufgabe erwiesen sich die Sprengsätze als Attrappen. Zum Auftakt des Prozesses hatte der Angeklagte die Taten weitgehend gestanden.

Das Verfahren wird am 5. Juni fortgesetzt.

Transparenzhinweis
  • Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Wir freuen uns über Hinweise an t-online@stroeer.de.
Verwendete Quellen
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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