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Sexarbeit und Prostitution boomen zur EM 2024 – Hamburg-Zahlen erschrecken


Brisante Folge des Großevents
Prostitution boomt durch Heim-EM in Hamburg

Von t-online, BvB

Aktualisiert am 27.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Bordell auf der Reeperbahn (Archivbild): Mit den zahlreichen Fußballfans, die zur EM in die Stadt kommen, steigt auch die Nachfrage nach Sexarbeit.Vergrößern des BildesBordell auf der Reeperbahn (Archivbild): Mit den zahlreichen Fußballfans, die zur EM in die Stadt kommen, steigt auch die Nachfrage nach Sexarbeit. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die EM befeuert die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen in Hamburg. Ein Erotikportal meldet eine markante Zunahme an Sexarbeitern seit diesem Mai.

Tausende neue Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sollen nach Hamburg gekommen sein, um hier während der Europameisterschaft zu arbeiten. Das vermeldet das Erotikportal "Erobella" auf Grundlage eigener Zahlen.

Demnach könnte sich die Zahl der Sexarbeiter während des sportlichen Großevents fast verdoppelt haben. Die Polizei bestätigt diese Tendenz auf Nachfrage von t-online, hält die Zahl jedoch für "deutlich zu hoch".

Die meisten Sexarbeiter kommen nach Hamburg

Viele Sexarbeiter seien aus dem Ausland angereist, um hier während der EM dem Geschäft nachzugehen. Die meisten Menschen kämen aus Osteuropa (35 Prozent) und Lateinamerika (24 Prozent), so "Erobella". Deutschlandweit geht das Portal von 13.700 Sexarbeitenden aus, die zu den Austragungsorten der EM-Spiele anreisen.

Hamburg ziehe im Vergleich zu den anderen Fußball-Standorten die meisten neuen Sexarbeiter an. "Erobella.com" verzeichnete für die Hansestadt 4.353 neue Registrierungen in diesem Zusammenhang.

Zudem sei auch der Stundensatz für Sexarbeit gestiegen. 2023 hätten Kunden in Hamburg 174 Euro pro Stunde zahlen müssen, nun läge der Preis bei 190 Euro, so "Erobella".

Polizei: Anstieg ja, aber die Zahlen sind "deutlich zu hoch gegriffen"

Die Polizei bestätigt, "dass sich für die Dauer der Europameisterschaft mehr Prostituierte als gewöhnlich in Hamburg aufhalten und hier arbeiten". Jedoch sei die Zahl von "Erobella" von rund 4.300 zusätzlichen Sexarbeitern "deutlich zu hoch gegriffen".

Berufsverband Sexarbeit: Kundengruppen seien "gerne gesehen"

Der Berufsverband Sexarbeit (BesD) befürchtet nicht, dass es während der EM mehr kriminelle Handlungen, Menschenhandel oder sexuelle Ausbeutung geben könnte. Der Verband bewertet die Annahme eines Anstiegs von Kriminalität in der Branche "vor, während oder nach dem Event als haltlos."

Auch Kunden, die in Gruppen ins Bordell gehen, stellten üblicherweise kein Problem dar. "Mehr Kunden sind in der Regel gerne gesehen", so der BesD.

Bislang seien auch der Polizei keine außergewöhnlichen Vorfälle im Rotlichtmilieu seit EM-Start bekannt. "Die zuständigen Dienststellen beobachten die Entwicklungen im Milieu genau", so die Polizei, und "passen bei Bedarf ihre Maßnahmen an."

Prostitution und Sexarbeit: Die Wenigsten registrieren sich

In der Vergangenheit unternahm der Staat den Versuch, Prostitution zu regulieren. Seit 2017 müssen sich Prostituierte anmelden und eine Erlaubnis für ihr Gewerbe einholen. Zahlen zu Prostitution und Sexarbeit schwanken stark. Das Dunkelfeld ist groß.

Laut Statistischem Bundesamt kamen 2021 in Hamburg der Anmeldepflicht gerade einmal 902 Prostituierte nach. Der Verein Doña Carmen e.V schätzte 2020 die Zahl an Sexarbeitern in Hamburg auf rund 2.578 Personen. Diese Angaben beruhen auf "erfahrungs- und evidenzbasierten Schätzungen vor Ort", heißt es im entsprechenden Bericht.

Die Differenz zwischen offiziellen und inoffiziellen Zahlen lässt sich unter anderem damit erklären, dass Prostituierte offiziell einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitsberechtigung in Deutschland benötigen.

Verwendete Quellen
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