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Polizistin liebt Rechtsextremisten – Diensthund abgenommen

Von dpa, pas

01.07.2022Lesedauer: 2 Min.
"Instacop" Anna J. soll eine Beziehung zu dem mutmaßlichen Rechtsextremisten Jannik R. führen.
"Instacop" Anna J. soll eine Beziehung zu dem mutmaßlichen Rechtsextremisten Jannik R. führen. (Quelle: Instagram)
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Eine junge Kommissarin wirbt für die Polizei im Netz. Dann fliegt ihre Beziehung zu einem Neonazi auf – nun folgen Konsequenzen.

Die Beziehung einer auf Instagram populären Kommissarin zu einem Rechtsextremisten treibt die niedersächsische Landespolitik um: Jetzt überprüft das Innenministerium den Fall, die Beamtin wurde in den Innendienst versetzt, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Donnerstag berichtet. Auch als Diensthundeführerin wird sie vorläufig nicht mehr eingesetzt

Das Verhältnis von Anna J. zu dem Neonazi war demnach schon im vergangenen Jahr in der Behörde Thema: Schon im August 2021 hatten die Beamten einen Hinweis auf J.s Beziehung zu dem Neonazi erhalten.

Nach Abschluss der Prüfung sei entschieden worden, "dass kein Fehlverhalten der Kollegin vorlag", sagte ein Ministeriumssprecher. Dem Bericht zufolge fordern die Opposition im Landtag sowie die CDU Aufklärung von Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Die Beamtin betrieb im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei auch einen Instagram-Account. "Dieser Account wurde mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres gesperrt", teilte das Innenministerium vor einer Woche mit.

Erste Konsequenzen für Kommissarin erfolgt

Sollte sich der Verdacht eines Fehlverhaltens der Beamtin ergeben, würden sofort dienstrechtliche, gegebenenfalls auch strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Rechtsextremismus habe in keiner Form Platz in der niedersächsischen Polizei. Jedem Verdacht auf eine extremistische Gesinnung werde konsequent nachgegangen.

Der Hinweis auf die Polizistin geht auf Nachforschungen eines "Recherche Kollektiv Ostwestfalen" zurück. Es arbeitet nach eigenen Angaben zu Neonazismus und Rassismus in der Region.

An der "dienstrechtlichen Entscheidung" der Polizeidirektion sei das Ministerium nicht beteiligt gewesen, betonte der Sprecher. Allerdings sei die Polizeidirektion Hannover nun mit einer gründlichen Untersuchung des Sachverhalts beauftragt worden, was "bereits zu weiteren Erkenntnissen und auch vorläufigen dienstrechtlichen Maßnahmen geführt" habe. Die Beamtin werde nicht mehr als "Instacop" eingesetzt und vorläufig keinen Polizeidienst als Diensthundeführerin verrichten. Die Prüfung sei aber noch nicht abgeschlossen.

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