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Südschnellweg in Hannover: Jetzt fallen die Bäume


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Jetzt fallen die Bäume am Südschnellweg

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 05.12.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Bagger rodet einen Baum: Die umstrittene Rodung des Fechenheimer Waldes hat noch nicht begonnen.
Ein Bagger rodet einen Baum: Insgesamt 13 Hektar Wald sollen im Landschaftsschutzgebiet fallen. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)
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Das hochumstrittene Straßenbauprojekt des Südschnellwegs in Hannover nimmt Fahrt auf: Am Montag hat die Rodung der ersten Bäume begonnen.

In Hannover hat am Montag die Startphase eines hochumstrittenen Straßenbauprojekts begonnen: Für die Erneuerung des Südschnellwegs sind seit dem frühen Morgen erste Bäume gerodet worden. Dabei geht es zunächst um einen Abschnitt, der östlich des Schutzgebietes Alte Leine rund um die Ricklinger Teiche liegt.

Nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Niedersachsen müssen die Bäume im Stadtteil Döhren unter anderem weichen, weil dort zusätzlicher Bauplatz benötigt wird. Geplant ist ein Tunnel, der die marode Brücke über die Hildesheimer Straße – einen zentralen Innenstadt-Zubringer – im Laufe der kommenden Jahre ersetzen soll. Übergangsweise muss an dieser Stelle jedoch eine Behelfsbrücke konstruiert werden. Auch zwischen der Schützenallee und der Leinebrücke beginnen Vorbereitungen für den Ausbau.

Einsatzkräfte der Polizei gehen an gerodeten Bäume neben dem gesperrten Südschnellweg (Bundesstraße 3) entlang.
Einsatzkräfte der Polizei gehen an gerodeten Bäume neben dem gesperrten Südschnellweg (Bundesstraße 3) entlang. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)

Rodung am Südschnellweg in Hannover läuft an

Während der Arbeiten soll der Südschnellweg (B3/B6/B65) vom Landwehrkreisel bis zum Seelhorster Kreuz gesperrt bleiben. Voraussichtlich am Mittwoch werde der erste Teil der Rodungen beendet sein, hieß es aus der Behörde. Schon seit längerem kommt es häufig zu Staus auf der West-Ost-Achse zwischen Bundesstraße 6 und Autobahn 7, zudem sollen weitere Brücken in einem schlechten Zustand sein.

Widerstand von Umweltschützern gibt es vor allem gegen den ebenfalls vorgesehen Ausbau des weiter westlich liegenden Abschnitts der Schnellstraße. Die für den Fern-, Umgebungs- und Berufsverkehr im Großraum Hannover wichtige Trasse, die schon jetzt durch den Überschwemmungsbereich der Leine führt, soll auch hier erneuert und mit Standstreifen verbreitert werden. Aktivisten errichteten bereits Mahnwachen, das Bündnis "Leinemasch bleibt" besetzte Bäume.

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen am gesperrten Südschnellweg (Bundesstraße 3).
Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen am gesperrten Südschnellweg (Bundesstraße 3). (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)

Am vergangenen Wochenende versammelten sich nach Angaben der Initiative rund 150 Unterstützerinnen und Unterstützer. Sie lehnen die Verbreiterung der Fahrbahn ab und kritisieren die Rodungspläne scharf. Die Leinemasch ist auch ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Badeseen. Im östlichen Bereich an der Schützenallee und Hildesheimer Straße stehen mehrere Absperrzäune, Polizisten sicherten das Gebiet.

"Leinemasch bleibt"-Sprecherin: "Krasser Erfolg"

Am Mittwoch haben Aktivisten Bäume in Hannovers südlicher Leinemasch besetzt, um das Fällen von 13 Hektar Wald zu verhindern.
Aktivisten haben Bäume in Hannovers südlicher Leinemasch besetzt, um das Fällen von 13 Hektar Wald zu verhindern. (Quelle: Leon Montero)

Die Region Hannover und das Land Niedersachsen hatten das Vorhaben mit geprüft, das Gesamtprojekt ist ein Bundesthema. Eine Sprecherin von "Leinemasch bleibt" nannte es einen "krassen Erfolg", dass Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD) zugesagt habe, für Bäume im Westteil auf eine Rodung vorerst bis Oktober 2023 zu verzichten.

Man werde dies kritisch weiterverfolgen. Im Koalitionsvertrag versprach die rot-grüne Landesregierung, sich "kritisch mit tradierten Formen einer jahrzehntelang verankerten Verkehrspolitik und ihren gesellschaftlichen und ökologischen Folgen" auseinanderzusetzen. Es könnte weitere Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium geben.

Olaf Lies (SPD, M), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, und Eric Oehlmann (r), Präsident der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, auf dem gesperrten Südschnellweg.
Olaf Lies (SPD, M), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, und Eric Oehlmann (r), Präsident der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, auf dem gesperrten Südschnellweg. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)

Bei der Landesbehörde betonte man, möglichst schonend vorzugehen: "Die Arbeiten erfolgen bedarfsgerecht und angepasst an den Bauablauf. Es werden immer nur auf denjenigen Flächen Gehölze entnommen, die für den weiteren Bauabschnitt zwingend erforderlich sind." Anfangs seien dies nun solche, die wegen der Behelfsbrücke und Vorbereitung des Tunnelbaus an der Hildesheimer Straße/Schützenallee gebraucht würden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Patrick Schiller ist t-online Regio Redakteur in Hannover.
Von Patrick Schiller
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