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Niedersachsens Kliniken existenzbedroht: "In letzten Jahren in Schieflage geraten"


Vier von fünf Kliniken existenzbedroht
"Das ist in den letzten Jahren in Schieflage geraten"

Von dpa, t-online, pas

Aktualisiert am 06.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Das Krankenhaus Siloah in Hannover (Archivbild): Zahlreiche Kliniken in der Region und in Niedersachsen plagen finanzielle Sorgen.Vergrößern des BildesDas Krankenhaus Siloah in Hannover (Archivbild): Zahlreiche Kliniken in der Region und in Niedersachsen plagen finanzielle Sorgen. (Quelle: Rainer Droese/imago images)
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Wie steht es um Niedersachsens Krankenhäuser? Laut der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ist die Lage sehr kritisch.

Laut der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) sind mehr als 80 Prozent der Kliniken im Land Existenz-gefährdet. Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser sei "so schlecht wie nie zuvor", teilte die NKG nach einer Umfrage unter den 176 niedersächsischen Krankenhäusern mit, an der sich 123 Einrichtungen beteiligten.

Gründe für die bedrohliche Situation seien demnach die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Personalausfälle sowie gestiegene Energie- und Sachkosten. Eine Besserung sei derzeit nicht in Sicht: Kein einziges Krankenhaus gab an, für 2023 mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen. Stattdessen wird mit einer "weiteren und massiven Verschlechterung" der Lage gerechnet.

Was bringen Lauterbachs Krankenhausreformen?

Man müsse den Patienten durch eine grundlegende Finanzierung das Gefühl geben, dass sie, sobald notwendig, auch einen Termin beim Arzt oder einen Krankenhausplatz bekommen, findet Steffen Krach (SPD). Der Regionspräsident und Aufsichtsratspräsident des Klinikum Region Hannover sagt in einem Gespräch mit dem NDR. "Das ist in den letzten Jahren in Schieflage geraten und deshalb ist es richtig, dass Karl Lauterbach da jetzt rangeht", sagt Krach und bezieht sich auf die geplante Krankenhausreform des Bundes.

Handlungsbedarf sieht auch Hans-Heinrich Aldag, Vorsitzender der NKG: "Die Krankenhäuser in Niedersachsen befinden sich in einer existenziellen Krise", sagt Aldag. "Angesichts der vorliegenden Zahlen sollten bei den politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene alle Alarmglocken schrillen." Der Fortbestand nahezu aller Krankenhäuser sei gefährdet.

Sorge vor den Reformplänen beim NKG

Weder würden die angekündigten bundesweit sechs Milliarden Euro Hilfszahlungen durch den Bund helfen, noch könne man auf die Krankenhausreform warten. Das Problem sei, dass Krankenhäuser im Vergleich zu anderen Branchen die gestiegenen Ausgaben nicht durch höhere Preise weitergeben können, da dies das "das starre System" der Krankenhausfinanzierung nicht vorsehe.

Zudem befürchtet NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke sagt gegenüber dem NDR, dass der Bund Vorgaben machen könnte, die mit landesplanerischen Ideen nicht konform gehen. Es könnten "Leistungsgruppen, definiert werden", so Engelke, "wer was machen darf. Das passt dann nicht zu unserer notwendigen flächendeckenden Versorgung für Niedersachsen."

Hilft ein Pauschalen-Mix?

Krach kritisiert gegenüber dem NDR die derzeitige Unterfinanzierung der Kliniken: Betten, Geräte und Personal stünden zwar stets zur Verfügung, doch aufgrund der Fallpauschalen würden erst Gelder an die Krankenhäuser fließen, wenn ein Patient aufgenommen und behandelt wird. "Das ist so, als ob man die Feuerwehr erst finanziert, wenn ein Brand gelöscht wird", sagt Krach.

Daher müsse laut Krach eine Pauschalen-Mix in Form von Vorpauschalen her: "Eine Finanzierung für die einzelnen Fälle, aber auch eine Grundfinanzierung für die Krankenhäuser", sagt der SPD-Politiker.

Am stärksten sind die Preise laut NKG für Gas- und Brennstoffe (67 Prozent) sowie für Strom (43 Prozent) gestiegen. Von der Politik fordert die NKG daher, die Krankenhäuser vor der Insolvenz zu retten.

Verwendete Quellen
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